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Fleißig Schuhe besorgt für die Kinder der Morukutu-Schule in Namibia hat der Verein „Outjenaho“ um Vorsitzende Martina Zoglowek (hinten, Mitte). Die Schulvertreter und Gemeinderäte waren ihr vor Ort sehr dankbar.

Verein „Outjenaho – strahlende Kinderaugen“

194 Paar Schuhe für namibische Schulkinder

Ottenhofen - Wenigstens ein Paar Schuhe für jedes Kind – so lautete das Ziel, das sich der Verein „Outjenaho – strahlende Kinderaugen“ vor einem halben Jahr auf die Fahne geschrieben hat (wir berichteten). Hinter diesen Punkt kann jetzt ein Häkchen gesetzt werden.

 Wer mal barfuß über einen steinigen Feldweg gelaufen ist, kann sich annähernd vorstellen, wie es den Kindern in der Morukutu Primary School in Namibia bisher täglich ergangen ist. Tagein, tagaus waren sie in der Kalahari, einer Dornstrauchsavanne, mit bloßen Füßen unterwegs. Dornen, auf die getreten wurde – ein alltägliches Problem. Für zahlreiche Schüler haben die unangenehmen Stiche ab sofort ein Ende. 194 Paar Schuhe haben sie vom Ottenhofener „Outjenaho-Verein“ erhalten.

„Es ist uns gelungen, jedem Kind, das noch keine Schuhe hatte, ein Paar zu überreichen“, erzählt Martina Zoglowek erfreut. Als Vorsitzende des Vereins ist sie nach Namibia gereist, um dort den Kauf des Schuhwerks in den passenden Größen zu organisieren. Ermöglicht wurde die Neuanschaffung zu einem großen Teil durch die Spenden am Glühweinstand bei der traditionellen Weihnachtseinstimmung am Ottenhofener Schlossberg.

Zoglowek ist überzeugt: In der Partnerschule der Ottenhofener Grundschule sind die 700 Euro bestens angelegt. „Die Übergabe der Schuhe wurde richtig feierlich gestaltet. Die Kinder haben beispielsweise ihre Nationalhymne gesungen, und die Kinder haben getanzt.“ Außerdem gab es ein Gebet und zahlreiche feierliche Ansprachen. Einen Satz hat die Vereinsvorsitzende an diesem Tag besonders häufig vernommen: Okunene Okuhepa. „Das heißt vielen Dank auf Otjiherero“, erklärt sie. Otjiherero ist eine Bantusprache, die in weiten Teilen Namibias gesprochen wird.

Doch nicht nur die langersehnte Übergabe der neuen Fußbekleidung war Anlass für Zogloweks Namibia-Reise. Vor Ort nutzte sie die Gelegenheit, mit dem Gemeinderat ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde schnell klar: An Arbeit wird es dem Verein nicht fehlen. So werde unbedingt ein Zaun um das Grundstück der Morukutu Primary School benötigt. „Das ist in Namibia nichts Ungewöhnliches, denn so können keine Tiere auf das Schulgelände, und die Kinder wissen, wo die Grenzen sind“, erklärt Martina Zoglowek.

Zudem beherrsche ein Wasserproblem den Alltag an der namibischen Partnerschule. „Zwar ist es uns gelungen, die Toiletten zu reparieren, aber es besteht weiterhin ein Mangel an Wasser. Deshalb prüfen wir, ob es möglich ist, einen Brunnen zu bohren.“

Hilfe bei Zaun- und Brunnenbau

Eine Rundum-Betreuung will der Ottenhofener Verein jedoch vermeiden. „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet das Motto, unter dem die beiden Projekte in nächster Zeit in Angriff genommen werden. „Sie sollen dort beispielsweise erst mal selbst jemanden suchen, der einen passenden Zaun errichten würde, und dann können wir das unterstützen“, sagt Zoglowek.

Weiter intensiviert werden soll das Verhältnis zur Grundschule Ottenhofen. „Wir wollen einfach mehr Namibia nach Ottenhofen bringen“, so Zoglowek. Sie wird den Grundschülern von ihrem Besuch in Namibia erzählen. Außerdem ist geplant, während der Mittagsbetreuung sogenannte „Vetkoekies“, namibisches Schmalzgebäck, zu backen. „Zudem sollen die Kinder bei einem Frühstück den Brei aus Maismehl probieren, der in Namibia dreimal täglich gegessen wird.“ Und auch musikalisch tauschen sich die Nationalitäten aus. „Die haben zum Beispiel ein Lied von Werner Meier gelernt. An der Ottenhofener Schule wird man dafür deren Nationalhymne einstudieren“, sagt Zoglowek.

JA

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