Nun doch eine direkte Verbindung zwischen Kinderhaus und Schule? Der Gedanke kommt wieder auf den Tisch, muss aber vom Zuschussrecht her sorgfältig geprüft werden. Das Lehrerwohnhaus (l.) wird wohl doch bald abgerissen für den Neubau.
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Nun doch eine direkte Verbindung zwischen Kinderhaus und Schule? Der Gedanke kommt wieder auf den Tisch, muss aber vom Zuschussrecht her sorgfältig geprüft werden. Das Lehrerwohnhaus (l.) wird wohl doch bald abgerissen für den Neubau.

Ottenhofen nimmt Beschluss zurück – Ausschlaggebend ist Höhe der Sonderförderung

Jetzt doch drei Gruppen: Rolle rückwärts beim Kinderhaus

Das neue Kinderhaus in Ottenhofen wird jetzt doch mit drei Gruppen und in der Weise weiter geplant, wie es zunächst gedacht war. Der Gemeinderat korrigierte in einer Sondersitzung seine Entscheidung vom 16. März noch einmal – jetzt sogar einstimmig.

Ottenhofen – Vor rund zwei Wochen hatte es, wie berichtet, im Ottenhofener Gemeinderat den Paukenschlag gegeben, dass der Rat das Projekt mit knapper Mehrheit auf zwei Gruppen eingedampft hat. Eine erneute Beratung war auch nur darum rechtlich zulässig, weil die Regierung von Oberbayern daraufhin eine völlig neue Faktenlage geschaffen hatte: Die Reduktion auf zwei Gruppen ist für die Sachbearbeiterin dort keine bloße Umplanung, sondern eine Konzeptänderung.

Die erzwingt völlig neue Antragsunterlagen, was wiederum dazu führt, dass die Sonderförderung des Freistaats, in die die Gemeinde gerade noch hineingerutscht ist, nicht mehr zugesagt werden konnte. Folge: Der zweigruppige Kindergarten würde die Gemeinde 1,9 Millionen kosten, der mit drei Gruppen hingegen 1,5 Millionen Euro. Auf einen eventuellen Verlust von Fördermitteln hatte Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) in der Sitzung am 16. März zwar nicht explizit hingewiesen, jedoch auf mögliche Probleme. Dass die Entscheidung aber derart drastische Auswirkungen haben würde, war neu. Die Mitteilung der Regierung sei erst zwei Tage nach der Sitzung gekommen, so Schley.

„Gibt es noch Fragen?“, blickte sie in die Runde. Fragen gab es, sie bezogen sich aber nur auf Details wie einen Übergang zur Schule, um die Räume zeitweise zweifach nutzen zu können. Dieter Effkemann (FW) wollte das wissen. Das Thema „Mehrfachnutzung“ ist aber zuschussrechtlich nicht unproblematisch – die Bürgermeisterin riet hier zur Vorsicht, auch wenn sie die Idee grundsätzlich gut fand.

Stefan Reischl (CSU) wollte wissen, ob es neue Fakten zum Raumprogramm gebe. Diese gebe es noch nicht, mit dem Planer sollen aber laut Schley Details geklärt werden. So komme vom Landratsamt der Wunsch nach einem Speisesaal, der weiteren umbauten Raum und damit Kosten bedeuten könnte, wenn man nicht zu einer Doppelnutzung etwa des Mehrzweckraums gelangt. Man werde wohl nicht unbedingt einen bauen müssen, auch wenn es das Landratsamt sei, das die Betriebserlaubnis erteile.

Von Georg Lippacher (FW) war das Schreckgespenst einer Küche für eine halbe Million Euro an die Wand gemalt worden. Das entkräftete Schley mit den Erfahrungen aus der Gemeinde Neuching, wo ihrem Bericht zufolge 32 000 Euro ausgegeben worden waren.

Dieter Heckel (FW) warf Schley „vorschnelles Handeln der Verwaltung“ vor. „Das ist nicht gut gelaufen“, kommentierte er. Im Kern behauptete er, dass der Rat nie über drei Gruppen abgestimmt habe. „Das war eine Einbahnstraße“, monierte er, brachte damit aber Schley gegen sich auf, die diese Vorwürfe zurückwies: „Wir waren schnell, ja. Aber sonst hätten wir diese Sonderförderung nicht bekommen.“

Am 26. Januar hatte der Gemeinderat mit großer Mehrheit für das von den Architekten vorgelegte Konzept mit drei Gruppen gestimmt. Alle Räte hatten alle Varianten vor dieser Sitzung zugesandt bekommen. Die Bürgermeisterin wehrte sich denn auch: „Wir haben den Gemeinderat immer eingebunden.“

Klaus Kuhn

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