Thomas Hameter, Martina Zoglowek, Dr. Gerhard Dust, Eddy Wilinski, Uli Stiegler und Andreas Schmitt bei ihrem Besuch bei der Firma Polycare
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Sand gibt es in Namibia zur Genüge – warum also nicht damit bauen? Thomas Hameter, Martina Zoglowek (v. l.) Dr. Gerhard Dust, Eddy Wilinski, Uli Stiegler und Andreas Schmitt bei ihrem Besuch bei der Firma Polycare.

Ottenhofener Verein Outjenaho plant Großprojekt – Besuch bei Hersteller von Sandbausteinen

Schlafhäuser für Schule in Namibia

Der Verein „Outjenaho" aus Ottenhofen plant sein nächstes Großprojekt - den Bau zweier Schlafhäuser mit je 96 Betten, Sanitäranlagen und je einem Betreuerzimmer.

Ottenhofen/Otjiyarwa – Der Verein „Outjenaho – strahlende Kinderaugen e. V.“ mit Sitz in Ottenhofen unterstützt seit fünf Jahren die Morukutu Primary School in Otjiyarwa in Namibia. Bisher wurden durch rein ehrenamtliche Einsätze unter anderem Sanitäranlagen instandgesetzt und Übernachtungsmöglichkeiten durch Matratzenspenden geschaffen.  Größtes Projekt war 2018 der Brunnenbau. Wie berichtet, verfügt das Schulgelände seitdem über eigenes Wasser.

Jetzt steht ein weiteres Großprojekt an: der Bau zweier Schlafhäuser mit je 96 Betten, Sanitäranlagen und je einem Betreuerzimmer. Das Projekt wurde bereits mit der dortigen Schulleitung, der Gemeinde und dem Schulministerium vorbesprochen. Zur Umsetzung gilt es nun, die Planungen zu konkretisieren und die Kosten zu klären.

Sand gibt es zur Genüge - warum also nicht damit bauen?

Sand gibt es in Namibia zur Genüge. Warum also nicht diesen regional günstigen Rohstoff nutzen, um Bauen in Wüstenregionen sinnvoll und nachhaltig zu ermöglichen? Dr. Gerhard Dust, Mitbegründer des Unternehmens Polycare, hat eine Sandbetonidee (Polymerbeton) von Gunter Plötner aufgegriffen, und gemeinsam haben sie diese marktreif weiterentwickelt und mittlerweile etabliert.

Das Outjenaho-Team Thomas Hameter, Eddy Wilinski und Robert Peszt hatte bereits voriges Jahr im Dezember ein Polycare-Werk in Windhoek besucht und für das Schulprojekt in Otjiyarwa Witterung aufgenommen. Jetzt war die Vereinsführung um Martina Zoglowek und Thomas Hameter in der Zentrale des Unternehmens in Suhl (Thüringen) zu Gast. Mit dabei waren auch der planende Architekt Andreas Schmitt aus Erding, Eddy Wilinski und Uli Stiegler. Vor Ort wurde das Team über die innovativen Produkte informiert und zum Morukutu-Schulprojekt beraten.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die aktuelle Baureihe der Sandbetonsteine besteht aus einem Gemisch aus gesiebtem Sand und Harz mit einem PS-Dämmkern. Dieser Baustein kann weitestgehend ohne Wassereinsatz produziert werden und ist wegen des relativ geringen Eigengewichts gut transportfähig. Diese Bausteine lassen sich ähnlich wie Legosteine simpel auf- und abbauen. Für jedes Projekt wird ein individuelles „Selbstbauset“ inklusive Fundament und Dach erstellt und ausgeliefert. Dieses System eignet sich somit bestens für das Schulprojekt.

Die erforderlichen Mauersteine könnten für namibianische Verhältnisse sehr regional, nämlich im etwa 400 Kilometern entfernten Windhoek, produziert werden. Auch für die Fenster und Türen würden regionale Firmen eingesetzt. Der Aufbau des Hauses könnte nach einer Einweisung und mit fachlicher Führung maßgeblich mit einheimischen Helfern durchgeführt werden. Diese Hilfe zur Selbsthilfe ist eine der wichtigsten Säulen der Schulpartnerschaft.

Verein ist auf Spendengelder angewiesen

Zur Finanzierung dieses Schulprojekts werden vom Outjenaho-Team Fördermöglichkeiten in Namibia und auch in Deutschland geprüft und die Beantragung unterstützt. Zusätzlich zu den Fördergeldern sind auch Eigenmittel erforderlich, in der Regel mindestens ein Anteil von zehn Prozent. Hierfür ist der Verein auf Spendengelder angewiesen. Wer helfen will: Das Spendenkonto bei der VR-Bank Erding hat die IBAN DE36 7016 9605 0007 4277 27. Der Verein versichert, dass die Spendengelder zu 100 Prozent der Projektarbeit zugute kommen, da die gesamte Vereinsführung ehrenamtlich tätig ist und bisher für die Verwaltung quasi keine Kosten produziert.

„Outjenaho – strahlende Kinderaugen e. V.“ wurde vor fünf Jahren gegründet und zählt inzwischen 46 Mitglieder. Der Verein unterstützt im Rahmen einer Schulpartnerschaft die Morukutu Primary School mit mehr als 400 Schülern. Seitdem fährt jährlich ein ehrenamtliches Drei-Mann-Team um Hameter und Wilinski zu einem einwöchigen Arbeitseinsatz nach Otjiyarwa. Zusätzliche Besuche der Vereinsvorsitzenden Zoglowek vertiefen die Partnerschaft.

Der Verein im Netz

Alle Infos zu den Projekten des Vereins stehen online auf www.outjenaho.com.

red

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