An den Bahngleisen entlang von Unterschwillach aus führt eine der drei Strecken, die die Wanderwege AG um Alfred Greckl erarbeitet hat. Foto: Macht

Wanderwege AG

Auf Schusters Rappen durch Ottenhofen

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Ottenhofen – Mit Wanderwegen will Ottenhofen den Naherholungswert der Gemeinde erhöhen. Eine Arbeitsgruppe unter der Führung von Alfred Greckl hat drei Strecken erarbeitet.

Immer mehr Gemeinden wollen ihren Bürgern Naherholung bieten – zum Beispiel durch schöne Spazierstrecken. Dafür hat Ottenhofen vor einiger Zeit die Arbeitsgruppe Wanderwege ins Leben gerufen.

„Unser Gedanke war, den Naherholungswert unserer Gemeinde zu erhöhen und Anreize zu schaffen, die Gegend besser kennen zu lernen – gerade auch für Neubürger“, sagt Bürgermeisterin Nicole Schley. Federführend hat sich Alfred Greckl dem Thema angenommen, unterstützt von Andrea Börner, Andrea Rappold, Alois Grögler, Heinrich Schwanzer und Cathrine Möller.

„Wir sind im Gemeinderat sehr viele Einheimische, die noch aus Kindertagen zahlreiche Wege kennen, auf denen man spazieren gehen und Rad fahren konnte, die es jetzt aber nicht mehr gibt“, erklärt Greckl, wie die Idee zur AG entstanden ist. Manch eine Strecke sei er früher mit dem Mofa gefahren. Andere Feldstraßen kenne er noch von seinem Vater – wie den kürzesten Weg immer entlang der Bahngleise nach Markt Schwaben. „Die Wege sind irgendwann in Vergessenheit geraten, weil man heute einfach die Asphaltstraßen nutzt, oder weil sie total zugewachsen sind. Da dachten wir uns, es wäre schön, diese Strecken wieder aufleben zu lassen“, sagt der Unterschwillacher, der seit 2014 im Gremium sitzt.

Gemeinsam hat die Gruppe drei Wege ausgesucht, die in Frage kommen könnten, und im Gemeinderat vorgestellt. Beschlossen wurde noch nichts, aber das Gremium habe die Vorschläge sehr positiv aufgenommen, erzählt Greckl, in dessen Heimatort Unterschwillach der erste Weg beginnt. Er führt Richtung Ottenhofen und kurz vor der Bahnunterführung nach links auf eine Feldstraße, der man etwa 600 Meter an der Bahnlinie entlang folgt. „Ganz früher sind die Leute direkt an den Gleisen gegangen“, erzählt Greckl, als gerade ein Zug mit Lärm und Wind vorbeibraust. „Das war eben die schnellste Verbindung nach Hörlkofen und Markt Schwaben, aber natürlich sehr gefährlich.“

Wenn der Feldweg endet, geht es an der Bahnlinie weitere rund 500 Meter auf einem Grünstreifen zur Eisenbahnbrücke am Wimpasinger Berg. „Um eine durchgehende Verbindung und einen begehbaren Weg zu schaffen, könnte man hier beispielsweise aufsanden“, erklärt Naturbursche Greckl, der gerne zum Wandern in die Berge fährt. Dann wäre dieser Wanderweg insgesamt relativ einfach umzusetzen.

Der zweite Weg startet am Maibaum und führt von Ottenhofen über die Eisenbahnbrücke nach Markt Schwaben. Es geht Richtung Herdweg und direkt nach der Bahnbrücke nach rechts auf einen verwachsenen Weg. Dieser führt rund 300 Meter an der Bahnlinie entlang. Um die Strecke wieder begehbar zu machen, müsste der Wildwuchs ausgeschnitten werden. „Das wäre genial, weil man dann komplett bis Markt Schwaben gehen könnte“, sagt der Industriemeister, der in Markt Schwaben arbeitet und dorthin oft mit dem Rad fährt oder zu Fuß geht. Der Weg endet an einer kleinen Fußgängerbrücke über die Sempt, von wo aus man an der Bahnlinie entlang nach etwa 800 Metern zur Staatsstraße Ottenhofen-Markt Schwaben kommt.

Wanderweg Nummer drei startet an der Moosvilla, führt an der Sempt entlang „und ist einfach traumhaft“, schwärmt Greckl. Hier seien die Eigentumsverhältnisse jedoch unklar, da der Weg sich auf Privatgrund befinde.

„Wenn wir irgendwann zwei der drei Vorschläge umsetzen könnten, wäre das schon toll“, sagt Greckl. Darum sei jetzt die Gemeindeverwaltung am Zug, um die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, denn nicht überall seien die Besitzverhältnisse geklärt. Darum habe man die Pläne auch noch nicht öffentlich vorgestellt, „um keine große Flut loszutreten“.

Überhaupt sollen die Wanderwege nicht zu groß aufgezogen werden, mit Beschilderungen oder Einträgen in Wanderführer. „Das soll keine Touristenströme aus München anlocken“, sagt Greckl. Die Wege sollen auch nicht ausgebaut oder gar asphaltiert werden, sondern möglichst naturbelassen und unversiegelt bleiben – nicht nur wegen der Landwirte und Jäger, die dort unterwegs sind. „Asphaltieren will kein Mensch, alleine dem Umweltschutz zuliebe nicht“, stellt Greckl klar. Es würden ohnehin viele Flächen versiegelt, da müsse man nicht auch noch Freizeitwege zubetonieren.

Vroni Macht

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