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Nicole Schley (SPD): Die 46-Jährige ist seit 2014 Bürgermeisterin von Ottenhofen.

Serie: Halbzeit zwischen den Kommunalwahlen 

Zweite Amtszeit? „Ich bin bereit“

2014 waren die Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz. Heute: Nicole Schley (46), Bürgermeisterin von Ottenhofen.

Ottenhofen Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen.

-Rückblick auf Ihr Wahlprogramm: Was wurde bereits umgesetzt?

Nicole Schley:Eigentlich fast alles. Das Projekt Breitbandausbau war auch das erste Großprojekt, das ich angepackt habe, gemeinsam mit Breitbandpate Dieter Effkemann. Der Ausbau war bereits Anfang 2016 abgeschlossen. Nächster Punkt war der Gewässerentwicklungsplan samt interkommunaler Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden als solide Grundlagen für den Hochwasserschutz. Im Bereich Infrastruktur haben wir die Waldstraße erstmalig hergestellt sowie den zweiten Bauabschnitt der Grashauser Straße konzipiert und mit Fördermitteln umgesetzt. Die Straßenplanung für Herdweg ist gerade in Arbeit. Auch das Thema Gemeindewachstum durch ein neues Baugebiet ist bereits beschlossen mit dem Bebauungsplan Am Schlehbach und dem Beschluss, über Herdweg einen Bebauungsplan zu legen. Somit wird eine maßvolle Weiterentwicklung unserer Gemeinde möglich. Mit dem Neubau Perusastraße 1 sorgen wir für (bezahlbare) Wohnungen.

-Was wurde noch nicht umgesetzt – und warum?

Schley:Das Thema „Aktive Jugendarbeit“ hat leider bisher auch in meiner Amtszeit noch wenig konkrete Früchte getragen. Es scheiterte bislang an der Betreuung und an geeigneten Räumlichkeiten. Ich bin hier immer wieder mit den Jugendlichen und auch Eltern im Gespräch. Auf jeden Fall fördern wir als Gemeinde über einen Zuschuss an die Vereine pro Kind und Jugendlichem die Jugendarbeit, und das schon seit ein paar Jahren.

-Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gemeinderat?

Schley:Das sollten Sie vielleicht besser die Gemeinderäte fragen. Ich hatte versprochen, eine Bürgermeisterin für alle zu sein und kein parteipolitisches Kalkül zu verfolgen. Ich denke, dass mir das bisher gut gelungen ist. Wir arbeiten im Gemeinderat immer sehr konstruktiv zusammen. Der Entscheidungsprozess läuft sehr fair und gesittet ab, da alle Gemeinderäte genau wie ich nach bestem Wissen und Gewissen das Interesse der Gemeinde verfolgen – und das freut mich sehr.

-Was war in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeisterin Ihr schönstes Erlebnis?

Schley:Mein schönster Tag war die Fertigstellung des Anbaus an unsere Schule für die Mittagsbetreuung, bisher eines der größten Bauprojekte und eines meiner größten Anliegen, das ich von Anfang an betreut und gepusht habe. Damit haben wir für alle Familien eine riesige Entlastung geschaffen und vor allem für unsere gut ausgebildeten Mütter die Möglichkeit geschaffen, zu arbeiten und damit einen Karriereknick und Einbußen bei der Altersversorgung zu vermeiden.

-Welches war besonders ernüchternd?

Schley:Ernüchternd finde ich jeden Tag, an dem ich mich mit dem zweigleisigen Bahnausbau der Mühldorfer Strecke (ABS 38) beschäftigen muss. Wir haben mangels Haltestelle nichts von diesem Ausbau – außer Belastungen für Umwelt, Wohlbefinden der Menschen und Gemeindehaushalt. Da werden die Kosten für den Ausbau der transeuropäischen Netze (TEN) auf die Gemeinden umgelegt. Ich arbeite außer am Lärmschutz vor allem an klaren Aussagen von Bahn und Land, dass eine gerechte Kostenverteilung angestrebt wird.

-Gibt es etwas, das Sie in den nächsten drei Jahren anders machen wollen?

Schley:Eigentlich nicht. Ich werde weiter Vollgas für die Entwicklung unserer Gemeinde geben, ohne dabei die Menschen und unsere gemeinderatliche Vorgabe, dass diese Entwicklung maßvoll und zum Ort passend sein soll, aus den Augen zu verlieren.

-Vorausschau auf 2020: Machen Sie’s noch einmal?

Schley: Natürlich mache ich weiter. Dieses Amt ist ja kein Beruf, sondern eine Berufung. Ich besuche viele Schulungen, um mich immer up to date zu halten, sei es zum Baurecht, zur Wasserversorgung oder vielem mehr. Aber: Wir werden sehen, ob die Bürger mit mir und meiner Arbeit zufrieden sind und mich für eine weitere Amtszeit wählen. Ich bin bereit.

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