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Viel zu schmal ist die Überführung der Bahn über die Herdweger Straße in Ottenhofen: Will die Gemeinde einen breiteren Durchgang, wird es teuer für sie. 

Sondersitzung Gemeinderat Ottenhofen

Erstes Herantasten an die Bahnbrücken

Wie es mit den Bahnbrücken in der Gemeinde Ottenhofen im Zuge des Ausbaus der Bahnstrecke München-Freilassing (ABS 38) weitergeht, ist weiter völlig offen. Endgültige Zahlen gibt es nach wie vor nicht. Das ist das Ergebnis einer sondersitzung des Ottenhofener Gemeinderats.

von Randolf Gänger

Ottenhofen – Zu der Sondersitzung hatte Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) den Rechtsanwalt der Gemeinde, Jürgen Dreyer aus München, sowieVertreter der DB-Netze unter Führung von Markus Baumann eingeladen. Er ist verantwortlich für den Bau der ABS 38 München-Mühldorf-Freilassing.

Schley erklärte, Rechtsanwalt Dreyer sei anwesend, um die Gemeinde bei den Verhandlungen mit der DB-Netze zu begleiten: „Weil es um sehr viel Geld geht, dürfen wir keine rechtlichen Fehler machen.“ Der Jurist war auch schon bei den Verhandlungen mit der Bahn 1994 dabei und gilt als Experte für das Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKrG).

DB-Vertreter Baumann wies darauf hin, dass sämtliche Daten, die er präsentiere, nur geschätzte Kosten ohne genaue Kalkulation beinhalteten. „Es geht um die Bauwerke und da wieder fast nur um Brücken“, erklärte er. „Ziel ist es, Ihnen ein Bild davon zu geben, was alles bei der jetzt beginnenden Bauleitplanung möglich ist.“ Die Ergebnisse der Kostenschätzung seien erst Ende 2018 zu erwarten.

Rechtsanwalt Dreyer forderte, dass möglichst schnell zu klären sei, wo welche Veränderungen der Fahrbahnen und damit auch der Unterführungen gewünscht oder notwendig seien. Erst dann könne eine Kalkulation der Kosten durch die DB-Netze erfolgen. Wenn diese vorliege, sei eine Reservierung von Zuschüssen seitens Freistaat und Bund möglich.

Baumann zeigte danach vier Bauwerke, nämlich die Kreuzungen mit Eisenbahnüberführungen an der Römerstraße Richtung Herdweg, an der Grunder Straße Richtung Wimpasing, Grund und Unterschwillach, an der Dorfstraße Richtung Unterschwillach und die Schwillachbrücke. Er erklärte am Beispiel Römerstraße auch die Grundzüge der Kostenverteilung. „Hat die Gemeinde keine Wünsche oder Forderungen, trägt die Bahn hundert Prozent der Kosten.“ Das wären geschätzte 1,9 Millionen Euro.

Eine andere Möglichkeit: Die Bahn hat fiktive Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro, und die Gemeinde erteilt einen Auftrag über 550 000 Euro. Dann würden die Restkosten der bestehenden Anlage dazugerechnet und nach einem Schlüssel, der im EKrG hinterlegt ist, umgelegt. So könne eine Beteiligung der Gemeinde mit mehr als ihren eigenen Kosten, nämlich 800 000 Euro, entstehen. Fällt die Gemeinde keine Entscheidung, werde diese von der Bahn getroffen und die Summe umgelegt.

Wie breit die Straßen unter den Brücken sein müssen, errechne sich nach der Verkehrsbedeutung, erklärte Baumann. „Hier zählt die Nutzung pro Stunde beziehungsweise Tag.“

Georg Lippacher (FWO) machte darauf aufmerksam, dass zwei Brücken im Bereich des Wasserschutzgebietes seien. Sämtliche Bauarbeiten müssten hier mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden.

Wie hoch die Straßenbauzuschüsse sein werden, konnte bislang nicht geklärt werden. Die Bauleitplanung beginnt erst. Noch heuer wird über Neubauten oder eventuelle Schließungen von Unterführungen gesprochen.

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