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„Super Straße“ für 867 000 Euro

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Die Gemeinde Ottenhofen plant eine kostengünstige Alternative zu einem Brückenneubau.

Ottenhofen – Die Straße parallel zur Bahn, die einmal die Wimpasinger Brücke in Ottenhofen ersetzen soll, wird nach aktuellem Planungsstand rund 867000 Euro kosten. „Eine super Straße“, befand ein Zwischenrufer aus dem Gemeinderat, als Sebastian Rehm dem Gremium einen ersten konkreten Entwurf vorstellte.

Die Gemeinde muss Vorkehrungen für den zweigleisigen Bahnausbau treffen. Ein Ersatz für die Wimpasinger Brücke würde gewaltige Kosten verursachen. Für eine Alternative hat Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) die Zusage der Grundstückseigentümer erhalten. So kann eine Straße parallel zur Bahn zwischen zwei vorhandenen und noch auszubauenden Unterführungen gebaut werden. Eine Brücke wäre dann nicht mehr notwendig.

Dafür kann die Gemeinde bis zu 60 Prozent Zuschuss bekommen, und zwar für die Bau- wie für die Grunderwerbskosten. Unter dem Strich ist der Neubau der Straße immer noch billiger als der Ersatz der Brücke, und so wird das Thema jetzt weiter verfolgt. 585 Meter Straße sind es, die neu gebaut werden müssten. Wann das geschieht, ist noch offen, denn die Gemeinde hat keine Informationen darüber, wann die Bahn den Ausbau vornimmt.

Die Option, jetzt schon tätig zu werden, besteht. Das könne sich für die Gemeinde positiv auswirken, was die Ausschreibungsergebnisse angeht, deutete der Planer an. Die von ihm genannten Baukosten seien nämlich die „normalen Preise“. Derzeit aber gebe es durchaus Ausschreibungsergebnisse, die um 30 bis 40 Prozent darüber liegen. Das könne die Kommune eventuell durch geschickte Ausschreibungssteuerung vermeiden. „Vielleicht wäre es auch clever, das in den nächsten ein bis zwei Jahren durchzuziehen“, sagte die Bürgermeisterin dazu.

Die Baukosten ließen sich noch einmal drücken, wenn eine Verkehrszählung gemacht wird, die den Nachweis einer untergeordneten Verkehrsbedeutung erbringt, erläuterte der Planer weiter. Im Gemeinderat war man sich einig, dass dieser Nachweis problemlos geführt werden könne.

Volle 50 Zentimeter auf der gesamten Länge ließen sich in der Breite dann einsparen, ohne dass die Gemeinde die Förderung gefährdet. Weil das versucht werden soll, vertagte sich das Gremium ohne Beschluss, denn ohne eine endgültige Ausbaubreite lässt sich auch kein Grunderwerbsplan erstellen.

Spannendes Detail am Rande: Mit dem Straßenausbau wird auch ein von der Bahn vermietetes Haus erschlossen, dessen Bewohner derzeit nur über die Gleise hinweg hinein gelangen. Das geht nach dem Ausbau natürlich nicht mehr. Klaus Kuhn

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