Weißlich-blau und trübe: Die Schwillach bei Unterschwillach hatte dieser Tage eine seltsame Färbung.
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Weißlich-blau und trübe: Die Schwillach bei Unterschwillach hatte dieser Tage eine seltsame Färbung.

Unfall in Unterschwillach

Das Rätsel der milchigen Schwillach

Ungewöhnlich milchig-trüb und mit einer seltsamen, weißlich-blauen Färbung floss die Schwillach dieser Tage durch Unterschwillach. Was war passiert?

Unterschwillach – Was optisch an die sprichwörtliche Nebelsuppe erinnert, ist in Wahrheit Milch: eine größere, noch unbestimmte Menge – laut Angabe der Polizei fiel vor Ort die unbestätigte Zahl von 8000 Litern – ist vorigen Freitag beim Umpumpen in einen Milchlaster aufgelaufen und in Boden sowie Gewässer gesickert. Ursache hierfür war laut Harald Pataschitsch, Vizechef der Polizeiinspektion Erding, eine gerissene Manschette an der Pumpmechanik.

Problematisch für das Gewässer ist der Vorfall allerdings nicht. „Milch ist an sich Nährboden für eine Vielzahl von Mikroorganismen. Prinzipiell ist eine solche Menge ausreichend, um die Sauerstoffzehrung eines Gewässers massiv und bedenklich zu erhöhen“, erklärt Stefan Humilius vom Wasserwirtschaftsamt München auf Nachfrage. Ist die Selbstreinigungskraft eines Gewässers durch Sauerstoffmangel gestört, werde es vor allem für die Fische unangenehm.

Doch die Gemeinde hatte wohl Glück: „Uns wurden keine Fischschäden gemeldet“, entschärft Humilius auf unsere Nachfrage die Angelegenheit. „Die momentane Kälte hindert die Bakterien an einer explosiven Vermehrung. Außerdem ist die Schwillach als fließendes Gewässer weniger gefährdet, da spült es alles durch. Langzeitschäden sind nach unserer Einschätzung nicht zu erwarten. Im Sommer wäre die Situation sicher ernster.“

Laut Polizei geht der Sachverhalt jetzt ans Landratsamt Erding zur weiteren Bearbeitung und etwaigen Verfolgung. DOMINIK NEUMÜLLER

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