Probleme bei der Erschließung: Schon vor einem Jahr hatte der Bauausschuss bei einer Ortseinsicht am Schlehbachweg die Notwendigkeit einer Umplanung kommen sehen.
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Probleme bei der Erschließung: Schon vor einem Jahr hatte der Bauausschuss bei einer Ortseinsicht am Schlehbachweg die Notwendigkeit einer Umplanung kommen sehen.

Planung des Neubaugebiets „Am Schlehbach“ in Ottenhofen ist fertig – 75 Parzellen

Wachstumsschub ab 2023

Das Neubaugebiet „Am Schlehbach“ kommt voran. Ab 2023 sollen die ersten Bauherren tätig werden.

Ottenhofen – Vor einem Wachstumsschub steht die Gemeinde Ottenhofen: Ende des kommenden Jahres – so die im Gemeinderat gebilligte Planung – sollen die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet „Am Schlehbach“ abgeschlossen sein. 75 Parzellen werden es, die kleinste mit 299, die größte für ein Mehrfamilienhaus mit rund 1000 Quadratmetern.

Die Erschließungskosten werden sich auf rund vier Millionen Euro belaufen, eine Summe, bei der die Gemeinderäte in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause erst einmal schlucken mussten. Die Straßenerschließung hat dem Gemeinderat, der Bürgermeisterin und dem Planer lange Kopfschmerzen bereitet. Der Ausbau des Schlehbachwegs ist schwierig, weil längst nicht sicher ist, dass die Gemeinde die erforderlichen Flächen erwerben kann. Das hatte schon vor einem Jahr zu einer Ortseinsicht des Bauausschusses geführt, bei der die notwendigen Flächen ausgesteckt worden waren.

Damals hatte der Grundeigentümer die Abtretung dieser Flächen von der Genehmigung, eine zwei Meter hohe Mauer direkt an der Grenze errichten zu dürfen, abhängig gemacht, was aber der Ausschuss nach dieser Ortseinsicht einstimmig abgelehnt hatte. „Mauer trifft Straßenrand und Außenspiegel natürlich auch“, hatte es Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) seinerzeit formuliert, und ihr Stellvertreter Dieter Effkemann (FW) hatte sekundiert: „An anderer Stelle haben wir sowas schon weggeklagt. Wir dürfen nicht mit zweierlei Maß messen.“

Damals schon hatte man sich auf die Möglichkeit, dass man umplanen müsse, eingestellt, und das ist geschehen: Eine der inneren Erschließungsstraßen könnte jetzt anders und leistungsfähiger ausgebaut werden, sollte der Grunderwerb nicht gelingen. Allerdings mussten die Planer zugeben, dass es dann mit der Oberflächenentwässerung eng werden könnte. Immerhin konnte auf entsprechende Nachfrage von Effkemann jetzt klargestellt werden, dass ein Scheitern der Grunderwerbsverhandlungen das gesamte Neubaugebiet nicht mehr gefährden kann. Auch würde das die Erschließungskosten nicht in die Höhe treiben, weil das nur eine Massenverschiebung bei den Arbeiten von vielleicht fünf Prozent würde, so die Planer, die in dem Neubaugebiet entlang der Straßen und auf den Wendeplätzen einige öffentliche Stellplätze mit eingezeichnet hatten.

Die Ringstraße, die den Großteil des Geländes erschließt, wird allein rund 600 Meter lang werden. Damit nicht durchgerast wird, bekommt die Straße einige Schlenker, die mit genau diesen öffentlichen Stellplätzen modelliert werden.

Die Telekom wird Glasfaser verlegen, auch das ist beim sogenannten „Spartengespräch“ schon herausgekommen. Das Neubaugebiet soll nicht auf einmal bebaut werden, die Gemeinde kalkuliert vielmehr mit einem Zeithorizont von zehn Jahren, auch, um die kommunale Infrastruktur nicht zu überlasten. Das aber wiederum hat gerade hier spannende Auswirkungen auf andere Teile der Erschließungsplanung (Bericht folgt). Anfang 2023 sollen jedenfalls die ersten Bauherren hier ihren Traum vom eigenen Haus verwirklichen können, so der aktuelle Zeitplan.

Klaus Kuhn

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