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Zweckverband übernimmt Rufbereitschaft

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Von: Veronika Macht

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Das Wasser aus den beiden Ottenhofener Brunnen ist von guter Qualität. Noch kümmert sich die Gemeinde selbst um ihre Versorgung mit dem kostbaren Nass. Doch ein Anschluss an den Wasserzweckverband Moosrain ist im Gespräch.

Ottenhofen Ottenhofen hat eine eigene Wasserversorgung. „Das ist für eine kleine Gemeinde wie wir es sind eine echte Nummer“, sagt Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD). Aus diesem Grund sind andere Kommunen davon bereits abgerückt und haben sich einem Wasserzweckverband angeschlossen oder bereiten einen Beitritt vor – Forstern beispielsweise.

Doch nicht nur personell – man braucht ausgebildete Fachkräfte – ist die eigene Versorgung eine Herausforderung. Auch finanziell ist der Aufwand groß, erklärt Schley. Vor allem, wenn es um Investitionen geht. Und genau das steht in Ottenhofen nun an. Das Wasserhaus der Gemeinde ist in die Jahre gekommen. Teilweise hat die Anlage schon mehr als 60 Jahre auf dem Buckel, entsprechend veraltet ist auch die Technik.

„Entweder wir bauen neu und nutzen weiterhin unsere beiden Brunnen. Oder wir gehen zum Wasserzweckverband Moosrain dazu und lösen unser Wasserhaus auf“, umreißt Schley die zwei Alternativen, die ihre Kommune hat. „Beides haben wir untersuchen lassen, eine Entscheidung steht aber noch aus“, berichtet die Rathauschefin. Dabei spielten letztlich auch die Kosten eine wichtige Rolle: Ein neues Wasserhaus koste rund 1,4 Millionen Euro, der Anschluss an den Zweckverband sei vermutlich günstiger. Und er könne der Gemeinde auf lange Sicht viel Geld sparen.

Als ersten Schritt hat die Gemeinde kürzlich ihre Rufbereitschaft in Sachen Wasserversorgung geändert. Seit 1. August erfolgt diese über den Wasserzweckverband Moosrain – jedoch nur außerhalb der normalen Dienstzeiten. Während der üblichen Rathaus-Öffnungszeiten werden Notfälle wie bisher im Rathaus unter Tel. (0 81 23) 93 26 60 gemeldet. Dann ist der Bauhof zuständig. Montags bis freitags, jeweils von 16 bis 7.30 Uhr, sowie von Freitag, 12 Uhr, bis Montag, 7.30 Uhr, ist nun der Wasserzweckverband Moosrain für Notfälle zuständig.

Was tun mit den beiden Brunnen?

Er ist erreichbar unter der Telefonnummer (08 00) 66 67 72 46. Die Meldestelle erkennt den Anrufer automatisch anhand der Vorwahl (0 81 21), ordnet ihn sofort dem Gebiet zu, nimmt den Anruf entgegen, gibt eventuell Erste-Hilfe-Tipps und leitet die Notfallinformation an den Bereitschaftsdienst weiter. Dieser steht von da an mit der Meldestelle in Kontakt, um zum Beispiel den nächsten Anrufern beim gleichen Notfallereignis entsprechende Auskünfte geben zu können.

„Wir haben uns für diese ausgelagerte Variante entschieden, weil der Notdienst einfach sehr personalintensiv ist“, erklärt Schley. Praktischer Nebeneffekt: Die Gemeinde sammelt erste Erfahrungen mit dem Zweckverband, mit dem sie sich eine Kooperation vorstellen kann.

Sollte diese Zusammenarbeit zustandekommen, bleibt die Frage, was mit den beiden Brunnen der Gemeinde passiert, die nahe des Natur-Erlebnis-Spielplatzes liegen. „Das ist noch ein Rätsel“, gibt Schley zu. „Wir können die Brunnen nur mit einem Wasserhaus weiter betreiben.“ Doch noch sei ungeklärt, ob der Zweckverband daran interessiert ist.

Das Wasserwirtschaftsamt jedenfalls sei interessiert, die Förderstellen in 30 Metern Tiefe weiter zu betreiben. „Sie vertreten die Meinung, dass wir die Brunnen in 100 Metern Tiefe für unsere Kinder aufheben müssen“, erklärt Schley, die es ebenfalls bedauern würde, wenn die Ottenhofener Brunnen aufgegeben würden. Denn „bis auf das Hochwasser 2013, als wir Keime hatten, haben wir immer ein super Wasser. Das wäre schon schade“, sagt die Bürgermeisterin. „Aber man muss eben mehr Faktoren berücksichtigen als nur die Wasserqualität.“

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