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In dieser Waldlichtung wird „Dagobert“ aufgestellt: Der Bauwagen für den Waldkindergarten ist heutzutage ein kompletter Gruppenraum auf Rädern.  Richtiger Umgang mit GefahrenZu schattig fürPhotovoltaik

neuer Waldkindergarten in Ottenhofen

Der Wichtelwagen ist bestellt

Die Gemeinde Ottenhofen ist mit dem Projekt eines Waldkindergartens einen entscheidenden Schritt weiter: Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Bauantrag für den sogenannten Wichtelwagen.

VON KLAUS KUHN

Ottenhofen – Die Gemeinde Ottenhofen ist mit dem Projekt eines Waldkindergartens einen entscheidenden Schritt weiter: Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Bauantrag für den sogenannten Wichtelwagen, der auf einer Lichtung im Waldstück zwischen Kindergarten und Sempt aufgestellt werden soll. Die Lichtung ist entstanden, weil hier früher einmal eine Hochspannungsleitung verlaufen ist.

In der gleichen Sitzung erteilte der Gemeinderat bei nur zwei Gegenstimmen den Auftrag für genau diesen Wagen, der weit mehr ist als nur ein Bauwagen: Im Grunde ist es ein Gruppenraum auf Rädern mit allem, was eine Kindergartengruppe so braucht. Darum ist auch nicht ganz billig: gut 58 000 Euro beträgt die Vergabesumme.

Schmunzeln gab es im Gemeinderat über die baurechtliche Beurteilung dieses Vorhabens. Dieses liegt nämlich im Außenbereich, wo nach den gesetzlichen Bestimmungen Bauvorhaben ausnahmsweise zulässig sind, wenn sie sich sinnvollerweise nur im Außenbereich verwirklichen lassen.

„Ein Waldkindergarten ist immer im Außenbereich“, sagte Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD). Aber beweglich muss er bleiben, dieser Wichtelwagen mit der wunderbaren Typenbezeichnung „Dagobert“. Darum behält er auch seine Räder.

Gebaut wird im Landschaftsschutzgebiet der Sempt und der Schwillach. Schley ging dabei ausführlich auf Bedenken von Eltern ein, die damit begründet wurden, dass es weder zur Straße noch zur Sempt einen Zaun geben werde: „Es gibt keinen Waldkindergarten, der Zäune hätte“, sagte Schley. Das Gegenteil sei sogar gewollt. „Es ist gewünscht, dass die Kinder lernen, mit Gefahren umzugehen.“ So habe das in das Verfahren einbezogene Wasserwirtschaftsamt sogar angeregt, für die Kinder das Gewässer durch eine Treppe zu erschließen.

Am genauen pädagogischen Konzept werde noch gearbeitet, berichtete die Bürgermeisterin. Das aber mache der Kindergarten selbst. Einen gewissen Zeitdruck hat die Gemeinde schon: Erstens ist das Baugesuch noch nicht durch, auch wenn es bereits positive Vorgespräche mit dem Landratsamt gegeben habe. Und zweitens hat dieser Wagen eine Lieferzeit von zwölf Wochen.

Auch das Thema „sanitäre Anlagen“ wurde in der Sitzung behandelt: Vorgesehen ist jetzt eine Art Trockentoilette mit einer kompostierbaren Einstreu. Die Bürgermeisterin hatte sich in vergleichbaren Einrichtungen erkundigt und von dort die Erfahrung mitgebracht, dass die Kinder sich sehr schnell daran gewöhnen, etwa das große Geschäft daheim zu erledigen.

Es herrschte eine ausgesprochen gute Laune im Gemeinderat: Witze wurden gemacht über die Frage, ob dieser Bauwagen nicht vielleicht einen Glasfaseranschluss brauche, drahtloses Netzwerk oder andere Infrastruktureinrichtungen, die im Wald keiner braucht.

Schnell vom Tisch war auch das Thema einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Wagens: Zwar könnte diese problemlos nachgerüstet werden, aber im Wald ist es eben schattig, eine solche Anlag von daher nutzlos.

Von praktischer Bedeutung war hingegen die Frage, wo die Kinder zur Betreuung abgegeben und wieder abgeholt werden sollen. Unter anderem an dieser Frage, berichtete die Bürgermeisterin, werde noch gearbeitet.

Richtiger Umgang mit Gefahren

Zu schattig für
Photovoltaik

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