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Stolz auf ihr Versuchsmodell sind die Schüler Valentin Holbinger (r.) und A ndreas Martl (l.), hier mit ihrerm Lehrer Severin Zebhauser. 

Nachwuchstüftler Valentin Holbinger (10) 

Wie man aus Lärm Strom machen kann

Der zehnjährige Valentin Holbinger aus Ottenhofen hat bewiesen, dass man aus Lärm Strom erzeugen kann. Gemeinsam mit einem Schulkameraden aus Markt Schwaben heimste er dafür einen Preis ein.

Ottenhofen– Ist Valentin Holbinger aus Ottenhofen ein neuer Werner von Siemens? Er selbst sieht sich nicht so. Er sei nur neugierig und versuche aus dem, was ihm auffällt, mehr zu machen.

Schon seit seinem vierten Lebensjahr interessiert sich der Zehnjährige für Elektronik und Technik, erzählt seine Mama Sylvia Hallack. Seither seien ausgediente Radios, Fernseher oder Computer vor ihm nicht mehr sicher. „Bei uns daheim ist alles verkabelt und angeschlossen“, erzählt Valentin. Da brauchten sich Papa Christian Holbinger und Bruder Max kaum noch zu kümmern.

Wenn er in seiner Freizeit nicht radelt, Ski fährt oder beim TSV Erding an Geräten turnt, fährt der Bub gerne mit seinen Eltern in den Bau- oder Elektromarkt. „Da wird es ihm nie langweilig“, sagt seine Mama. Mit diesem Wissensdurst hat Valentin nun bei „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ mitgemacht – und gemeinsam mit Andreas Martl (12) aus Poing einen Sonderpreis abgestaubt.

Wenn Valentin seinen Freund Andreas zu Hause besucht, führt der Weg ein Stück über die Autobahn. Da kam den beiden eine starke Idee: „Die Autos machen so viel Lärm, der könnte doch genutzt werden.“ Schallschutzwände säumen die Autobahn ohnehin an sehr vielen Stellen. Also haben sich die Schüler am Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben eine Versuchsanlage gebastelt.

Sie haben einen tragbaren CD-Player auf einer Holzplatte verkabelt, in die Lautsprecher eingelassen sind. Daran wiederum ist ein Strommessgerät angeschlossen. Schalten sie den CD-Player nun ein, vibrieren die Lautsprecher und der Strommesser zeigt einige wenige Millivolt an. Modellhaft wird hier gezeigt, wie man Strom durch Lautstärke erzeugt.

So wollen die Buben den Lärm von Autos positiv nutzen. Andreas und Valentin schlagen also vor, Lautsprecher in die Schallschutzwände einzubauen. Was in ihrem Modell der CD-Player ist, sind in Wirklichkeit die Autos, deren Lärm die Lautsprecher in Schwingung versetzt. Daran soll ein Akku angeschlossen werden, auf dem der erzeugte Strom gespeichert und später ins Stromnetz eingespeist wird.

Diese Idee hat jedoch zwei Haken: Die Membrane der Lautsprecher müssten wasserfest sein. Das ist sehr teuer, geben die Nachwuchsforscher zu bedenken. Außerdem zeigt ihre Versuchsreihe, dass man nicht gerade viel Strom generieren kann. 70 Dezibel, so laut sind etwa ein Staubsauger oder ein Wasserkocher, erzeugen nur eine Spannung von 20 Millivolt.

Honoriert wird ihr Experiment im Fachgebiet Arbeitswelt trotz des ernüchternden Ergebnisses. Zwar reichte es beim Regionalwettbewerb München Süd von „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ nicht für eine Platzierung und die Qualifizierung für den Landeswettbewerb. Die Jury fand die Idee trotzdem so gut, dass Valentin und Andreas den mit 75 Euro dotierten Sonderpreis Umwelttechnik bekamen.

Lehrer Severin Zebhauser ist sehr stolz auf seine Schützlinge. Er leitet seit 17 Jahren die Gruppe „Forschen im Team“, die bei „Jugend forscht“ mitmacht. Er ist sich sicher, dass aus diesen Schülern noch viel mehr werden kann. „Wir haben fast jedes Jahr preisgekrönte Teilnehmer am Landeswettbewerb, einige Male sogar Sieger ihrer Kategorie“, berichtet er.

Ideen für die Zukunft haben die Buben auf jeden Fall genug. Und wenn ihnen doch mal der Geistesblitz fehlen sollte, holen sich sie einfach Inspiration im Deutschen Museum in München. Dafür haben Valentin und Andreas nämlich zusätzlich zum Sonderpreis ein Jahresabo bekommen.

Rudolf Gänger

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