Anträge aus Wörth und Ottenhofen

Wohnhäuser im Schutzgebiet

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Die Gemeinden Wörth und Ottenhofen wollen Teilbereiche aus dem Landschaftsschutzgebiet Sempt- und Schwillachtal herausnehmen lassen. So können neue Wohngebiete entstehen.

Südlicher Landkreis– Das Landschaftsschutzgebiet Sempt- und Schwillachtal ist über 1500 Hektar groß. Der Kreis Erding will damit die Vielfalt und Schönheit dieser Landschaft mit Röhrichtflächen, Bruchwald und Quellmooren erhalten. Die Gemeinden in diesem Bereich fühlen sich aber auch eingeschnürt von dem Schutzgebiet. Eine Entwicklung von Bauland ist schwierig. Daher haben Wörth und Ottenhofen die Herausnahme von Teilflächen beantragt. Der Kreisausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt befürwortete diese Wünsche am Montag – weitgehend.

Mit dem gut drei Hektar großen Grundstück südlich von Hofsingelding hatten die Kreisräte kein Problem. Zumal die Fläche laut dem Antrag der Gemeinde Wörth intensiv landwirtschaftlich genutzt ist sowie angrenzende Gehölze und Bachläufe von der geplanten Wohnbebauung nicht berührt werden. Der Ausschuss verabschiedete einstimmig eine Empfehlung an den Kreistag, der Herausnahme zuzustimmen. „Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde ist nur mit geringen Beeinträchtigungen zu rechnen“, sagte Leiterin Claudia Zimmermann.

In einem mehrseitigen Antrag hatte die Kommune argumentiert, dass die Orte Hofsingelding, Wörth und Wifling vom Landschaftsschutzgebiet umschlossen seien. Nur Hörlkofen liege nicht darin. Der Ort werde jedoch im Norden von einer Hochspannungsleitung und im Süden von Bahngleisen begrenzt.

Beim Antrag der Gemeinde Ottenhofen für die Herausnahme von Flächen bei Herdweg war die Lage nicht ganz so eindeutig. Bei zwei Teilbereichen hatte die Untere Naturschutzbehörde keine Einwände, auch weil die Areale bereits bebaut sind.

Schwierig wurde es für knapp 2000 Quadratmeter am Moosweg. Dort ist unter anderem ein ökologisch besonders wertvoller Bach kartiert. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) verwies zudem auf Bedenken zweier Familien, die dort wohnen. Sie würden einen Eingriff ins Grundwasser und damit Überflutungen befürchten, berichtete er und warnte auch vor Haftungsansprüchen. Daher müsse geprüft werden, ob das Grundwasser berührt wird.

Hans Schreiner (FW) sah die Problematik als nicht so gravierend an. Nachdem es auch dort bereits Bebauung gebe, seien das „Details“, deren Klärung Aufgabe der Verwaltung sei. „Wir sollten empfehlen, die Fläche herauszunehmen und der Gemeinde die Chance geben, das zu überprüfen“, sagte Dritte Landrätin Gertrud Eichinger (SPD). Michael Oberhofer (CSU) widersprach und pochte auf „gleiche Regeln“. Schließlich sei erst kürzlich bei einer ähnlichen Entscheidung für Dorfen „ein sehr, sehr strenger, vielleicht sogar übertriebener Maßstab angelegt“ worden.

Auch der Landrat pochte darauf, dass der Kreistag eine politische Entscheidung über die grundsätzliche Richtung fällen müsse. Naturfachliche Erkenntnisse zur umstrittenen Teilfläche könnten in der Kreistagssitzung im Oktober präsentiert werden, meinte er. Früher gehe es nicht. Schließlich müsse auch eine Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt erfolgen. „Außerdem möchte auch der Markt Isen Flächen herausnehmen“, berichtete Bayerstorfer.

„Ich möchte keine Vorhaben umsetzen, die meine Bürger schädigen könnten oder dem Landschafts- und Naturschutz entgegenstehen“, erklärte Ottenhofens Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) dazu am Tag nach der Sitzung. Das Wasserwirtschaftsamt habe zwar bereits grünes Licht gegeben. Dennoch werde die Gemeinde erneut genau prüfen, welche Auswirkungen der Bebauungsplan in den Bereichen Grundwasser und Hochwasserschutz haben könnte.

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