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Das alte Hofmarkschloss in Ottenhofen wurde verkauft. Über den Kaufpreis schweigt sich Bürgermeisterin Nicole Schley noch aus.

Zuschlag für Wohnungsgenossenschaft aus Miesbach

Das alte Hofmarkschloss ist verkauft

Die Gemeinde Ottenhofen hat das alte Hofmarkschloss verkauft. Den Zuschlag bekam eine Wohnungsgenossenschaft aus Miesbach – von mehr als 100 Interessenten.

Ottenhofen– Das Schloss Ottenhofen hat einen neuen Besitzer. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend nichtöffentlich beschlossen, das Gebot der Wohnungsgenossenschaft Vivono aus Miesbach anzunehmen. Das berichtete Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) nach der Sitzung.

Sie hatte in den Wochen davor alle Hände voll zu tun. Es habe mehr als 100 Interessenten gegeben, gut 40 davon hätten sich sich nach Erhalt des Exposés das Objekt angesehen, oft mehrfach und in Begleitung ihrer Architekten. „Ich kam mir schon langsam vor wie die Schlossherrin höchstpersönlich. Je öfter ich durch die Räume gegangen bin, desto mehr ist mir das Gebäude ans Herz gewachsen“, erzählt die Rathauschefin. Aber das half nichts, denn der Beschluss des Gemeinderates ist da: Das Schloss wird verkauft. „Das Gebäude stand jetzt lange genug leer und hat es einfach verdient, endlich wieder bewohnt zu werden“, so Schley.

Das leer stehende Gebäude im Ortskern war der Bürgermeisterin und den Gemeinderäten schon lange ein Dorn im Auge. Wie berichtet, war eine Sanierung für die Kommune ausgeschlossen – zu teuer und nicht wirtschaftlich, trotz in Aussicht gestellter Zuschüsse.

Relativ bald beschloss der damals neue Gemeinderat, eine Abrissgenehmigung beim Landratsamt und dem zuständigen Landesamt für Denkmalpflege zu beantragen. Ohne Erfolg: Wichtiger als die Wirtschaftlichkeit der Sanierung war den Ämtern der Erhalt des maroden Denkmals.

Ob das in Zeiten zunehmender Wohnungsnot noch eine zeitgemäße Einstellung sei, hatte Schley kritisch hinterfragt. Aber ihre Proteste seien überhört worden, auch vom zuständigen Minister, der sie zuständigkeitshalber ans Landesamt für Denkmalpflege verwiesen habe. „Das war der Punkt, an dem ich tatsächlich aufgeben musste, das Gebäude in Gemeindehand halten zu wollen, denn eine wirtschaftliche Sanierung hätte für uns nie geklappt“, sagt Schley. Also habe sie „all meine Energie“ von da an auf den Verkauf konzentriert.

Da sie ihrer derzeit klammen Gemeinde die Kosten für einen Makler habe ersparen wollen, sei sie kurzerhand selbst unter die Immobilienhändler gegangen. Anzeigenschaltungen hätten bald eine erstaunliche Zahl an Interessenten gebracht. Auch das Landesamt für Denkmalpflege habe Schley auf ihre Bitte hin geholfen: Das Exposé wurde auf seiner Homepage eingestellt, um die denkmalaffine Bevölkerung anzusprechen, sowie bei diversen Immobilien-Plattformen.

„Über die Zahl der Interessenten war ich anfangs überrascht, aber natürlich ist es für Investoren steuerlich sehr interessant, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu sanieren und in Wohnraum zu verwandeln“, sagt Schley. Jetzt sei sie froh, mit der Wohnungsgenossenschaft Vivono einen Höchstbieter bekommen haben, der sich mit dem Erhalt und der Sanierung von alten Gebäuden auskenne und das Objekt auch direkt in Angriff nehmen möchte. „Wir werden als Gemeinde alles tun, um in Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer auf dem Platz eine lebendige Ortsmitte zu gestalten und aus der Ruine ein ,Wohnen im Schloss‘ zu machen“, sagt Schley. Sie habe das Gefühl, Vivono sei ein guter Partner für das Vorhaben.

Die Wohnungsgenossenschaft habe sich viele Gedanken gemacht, wie man das Gebäude in möglichst attraktiven Wohnraum verwandeln könne. Die grob skizzierten Ideen hatten auch dem Gemeinderat gefallen, der sich einstimmig für den Bewerber entschieden hat – ein Signal, hinter dem Verkauf zu stehen. Festgelegt ist man freilich mit dem gültigen Bebauungsplan und auch den Vorgaben, die für den Erhalt des Denkmals aus dem Landesamt kommen. Aber, so hofft die Gemeindechefin, am Ende müsse eine Sanierung immer auch praktikabel sein und eine Verbesserung bringen. Für die Gemeinde sei der Verkauf jedenfalls die fast beste Lösung: ein neuer Anfang mit dem Erhalt des Alten. Eines hat Schley jedoch noch nicht verraten: Für wie viel die Kommune das Schloss verkauft hat. Diese Summe könne sie derzeit noch nicht nennen, sagt die Bürgermeisterin.

rg

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