Übernimmt das Zeitlos: Neupächter Murat Gülcu (2. v. l.) mit (v. l.) Cem Gülcu und den ehemaligen Wirtsleuten Heidi Korber und Wolfgang Bensiek. foto: macht

Pächterwechsel im Zeitlos

Erding - Überraschender Pächterwechsel im Restaurant-Cafe Zeitlos in Erding: Wolfgang Bensiek hört nach 15 Jahren auf. Sein Nachfolger ist Murat Gülcu (34).

Am Samstag hat Wolfgang Bensiek seinen letzten Tag im Zeitlos. Der 52-Jährige hat sich bewusst dafür entschieden, als Pächter des gut gehenden Restaurant-Cafés aufzuhören. „Ich bin jetzt seit 15 Jahren hier. Irgendwann will man einfach was Neues machen. Und jünger werde ich auch nicht“, sagt der gelernte Betriebswirt und Bankkaufmann. „Vom Geschäft her gab es keinen Grund aufzuhören.“ Das Zeitlos lief gut und hatte viele Stammgäste. „Viele von ihnen sind schon traurig“, sagt Bensiek. Er will jetzt erstmal eine Pause machen. In Erding bleibt er, „egal, ob in der Branche oder nicht“.

80 Plätze hat das Zeitlos im Heiliggeist-Hof innen, dazu kommen 120 im idyllischen Biergarten an der alten Stadtmauer. Bislang hat es keinen Ruhetag gegeben, das wird auch künftig so sein. Neupächter Murat Gülcu will täglich sogar um 9 Uhr öffnen und eine Frühstückskarte anbieten. Der 34-Jährige hat im Hotel Arabella Sheraton in Schwaig Koch gelernt und war bei verschiedenen Catering-Firmen als Küchen- und Betriebsleiter tätig. Viele Erdinger kennen Gülcu vom Papa-Remo. Dort half er regelmäßig bei seinem Bruder Ferhat mit.

Gülcu will die bayerische Speisekarte im Zeitlos beibehalten. „Es wird gut-bürgerlich bleiben. Das hat sich ja bewährt.“ Er übernimmt das Inventar inklusive Bestuhlung - und auch das Personal. Zudem unterstützt ihn sein Neffe Cem Gülcu als Cocktail-Mixer. Er werde sich künftig um die Bar und den Service kümmern.

Seit zwei Wochen läuft die Übergabe. Von Sonntag bis Dienstag ist das Zeitlos zu. Der erste Tag von Murat Gülcu in seinem Lokal ist am Mittwoch, 3. Februar.

So reibungslos wie im Zeitlos funktioniert der Pächterwechsel in der Schiaßn am Volksfestplatz nicht. Wie berichtet, will die Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung als Eigentümerin des Musiklokals ihren Pächter Markus Stangier, alleiniger Gesellschafter der Schiaßn GmbH, wegen ausstehender Zahlungen loswerden. Dazu hatte Stiftungsgeschäftsführer Matthias Vögele die Zwangsräumung beantragt. Optimistisch rechnete er damit, diese in der zweiten Januar-Woche durchsetzen zu können.

Doch so einfach ging’s nicht. Die Gerichte werden weiter bemüht. „Gegen unsere Mieterin, die Schiaßn GmbH, habe ich vollstreckt und einen Titel“, sagt Vögele. Stangier habe gegen die Zwangsräumung und das Versäumnisurteil Einspruch eingelegt. Darüber wird am kommenden Dienstag im Landgericht Landshut nochmal verhandelt.

Stangier will offenbar Zeit gewinnen und das Faschingsgeschäft noch mitnehmen, vermutet Vögele. Denn Stangier habe die Schiaßn wohl untervermietet und der Gerichtsvollzieherin einen neuen Vertrag vorgelegt. Dieser neuen Firma hat die Stiftung bis heute eine Räumungsfrist gesetzt. Dass Stangier dem nachkommt, erscheint unwahrscheinlich, schließlich veranstaltet er am Freitagabend eine Rocknacht. (Gabi Zierz)

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