Unter Aufsicht der Heimatzeitung wurden zur WM 2014 Panini-Bilder getauscht. Archivfoto:

Verbote zur EM

Panini: An Schulen hat sich’s ausgezockt

Landkreis  - Die Sticker und Sammelhefte von Panini sorgen an vielen (Grund-)Schulen für Streitigkeiten und führen immer häufiger dazu, dass die Kinder vom Unterricht abgelenkt werden. Grund genug für manche Schulleitungen ein Verbot der Fußballbildchen auszusprechen.

 Sammeln, vergleichen, tauschen – ganz Europa ist dank der Fußball-EM 2016 (ab 10. Juni) wieder im Panini-Album-Klebefieber. Vor allem die Jüngsten finden großen Gefallen daran, ihr Album mit den kleinen Stickern von Spielern, Mannschaften und Stadien zu komplettieren. Eine nette Freizeitbeschäftigung, die an Schulen aber in diesem Jahr oft unerwünscht ist.

„Bei uns sind die Bildchen verboten“, sagt Franziska Nittschalk, Konrektorin der Carl Orff-Grundschule in Altenerding. „Immer und überall waren die Sticker präsent, darunter litt auch die Konzentration der Kinder während des Unterrichts. Sie waren total fixiert, schon vor der Schule und gerade in den Pausen wurde ständig gezockt.“

Zocken, so wird das Spielen mit, vor allem aber um die beliebten Fußballbildchen genannt. Dabei wird abwechselnd mit der Hand auf einen Stapel Sticker gehauen. Die Bildchen, die sich dabei umdrehen, dürfen behalten werden.

An den Grundschulen am Grünen Markt und am Lodererplatz ist das Zocken untersagt. Zu oft werden „die kleinen Kinder von den großen übers Ohr gehauen“, sagt Monika Eder. Die Rektorin der Grundschule am Grünen Markt hält jedoch nichts von einem generellen Verbot, zeigt hingegen positive Aspekte auf, die die Bildchen mit sich bringen: „Die Kinder verbessern die Fähigkeit zu zählen und lernen bei den Sticker-Tauschgeschäften, wie man verhandelt.“ Faires Spielen, das Tauschen und Ansehen der Fußballbildchen ist deshalb in den Pausen sowie vor und nach der Schule erlaubt.

Michael Oberhofer, Rektor der Grund- und Mittelschule Isen, ist der Meinung, dass Sammelkarten und -alben nichts an Schulen verloren haben – das Konfliktpotenzial wäre zu hoch. Mit der Bitte, unterrichtsfremde Gegenstände zu Hause zu lassen, wandte er sich in einem Elternbrief an die Erziehungsberechtigten. Seither ist die Schule frei von Sammelkarten.

Manche Kinder können sich das durchaus kostspielige Hobby ohne elterliche Unterstützung kaum leisten – eine Tüte mit fünf Stickern kostet 70 Cent. Nicht selten kommt es zu Konflikten, die auch das Lehrpersonal beschäftigen: „Wir mussten oft als Streitschlichter eingreifen, wenn beispielsweise wertvolle Sticker verschwanden und Kinder des Klauens bezichtigt wurden“, sagt Nittschalk von der Carl Orff-Grundschule.

Seitdem das Verbot ausgesprochen wurde, habe es keine Probleme mehr gegeben. Die Konzentration habe wieder dem Unterricht gegolten, und das Zocken sei auf den Nachmittag verlegt worden.         bab

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