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Paragraphenwäldchen durchforstet

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Vom Forstamt gefordert: das Wartenberger Paragraphenwäldchen.  F.: Kuhn
Vom Forstamt gefordert: das Wartenberger Paragraphenwäldchen. F.: Kuhn

Wartenberg - Einst waren es 30 Roterlen , die auf Anforderung des Forstamts angepflanzt wurden. Mittlerweile steht nur noch die Hälfte der Bäume.

14 Jahre ist es her, da hat der Markt Wartenberg den wohl kleinsten Wald im Kreis Erding angepflanzt. An der Ortsausfahrt unweit des Edeka-Parkplatzes steht jenes Karree aus einst 30 Roterlen, das als „Paragraphenwäldchen“ in die Ortsgeschichte eingegangen ist.

Zwischen Bürgermeister Gustav Weltrich (FWG) und dem staatlichen Forstamt in Anzing gab es damals erheblichen Ärger. Letzteres hatte eine Ersatzpflanzung für eine angebliche oder tatsächliche „Rodung“ gefordert, die beim Bau eines neuen Kampfrichterturms an der Skisprungschanze in Auerbach geschehen sei. „Der Herr arbeitet mit virtuellen Bäumen“, frotzelte Weltrich seinerzeit. Denn nach seiner Überzeugung waren dort gar keine Bäume, sodass es sich auch nicht um eine Rodung handeln könne.

Wie dem auch sei: Der „Wald“ aus Roterlen musste seinerzeit angelegt werden. Ggenau nach den Vorgaben des Forstamts wurden die Bäumchen in einem Raster von einem Meter gepflanzt. Bei der formvollendeten Einweihung wandte sich Weltrich damals direkt an die jungen Pflanzen, mit der Ermahnung, „den gesetzlichen Zweck nicht durch vorzeitiges Dürr-Werden zu durchkreuzen“. Ein Schild „Paragraphenwäldchen“ wurde angebracht. In der Amtszeit von Walter Rost (CSU) war dieses Taferl verschwunden, danach tauchte es wieder auf.

Klar, dass das Forstamt solche Schmach nicht auf sich sitzen lassen wollte. Es hielt daran fest, dass der damals in Auerbach überbaute Bereich ein Wald gewesen und der Bewuchs daher zu ersetzen sei. Das Hanze musste auch noch notariell verbrieft werden. Allein die Gebühren dafür überstiegen die Kosten für das Pflanzmaterial.

Ohne viel Aufhebens hat der Markt Wartenberg jetzt eine „Durchforstungsmaßnahme“ durchführen lassen, wie Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) augenzwinkernd der Heimatzeitung bestätigte. Eine Zählung hat ergeben, dass von den ursprünglich rund 30 Bäumchen gerade mal noch die Hälfte übrig geblieben ist. Ranft beeilte sich, zu versichern, dass der Markt Wartenberg nicht ohne Maß und Ziel geholzt habe. „Wir haben uns da schon von der Waldbesitzervereinigung beraten lassen.“

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