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Das älteste erhaltene Foto der Feuerwehr Pastetten zeigt die Kameraden vermutlich im Jahr 1904.

140 Jahre Feuerwehr Pastetten 

Mit einer Feuerspritze ging’s los

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Wenn am 8. Oktober der große Festumzug durch Pastetten zieht, erlebt die 140-jährige Historie der Freiwilligen Feuerwehr Pastetten ihren vorläufigen Höhepunkt. Seit Monaten wird die Feier akribisch vorbereitet.

Pastetten– Von 6. bis 15. Oktober steppt in Pastetten der Bär. Neben Partys im Zirkuszelt, Musik und Kabarett von Harry G gibt’s jede Menge Attraktionen. Der Festsonntag allerdings steht ganz im Zeichen der Freiwilligen Feuerwehr Pastetten, die mit einem großen Aufgebot ihr 140-jähriges Bestehen feiert. Jeder kann sich am 8. Oktober ausgiebig die Fahrzeuge der Wehr anschauen und sich über moderne Rettungstechnik informieren.Es gibt zudem ein lehrreiches Rahmenprogramm mit Pkw-Fahr- und Aufprallsimulator, um junge Autofahrer für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

So vielschichtig die Aufgaben einer Feuerwehr heute sind, so bescheiden waren die Anfänge vor 140 Jahren in Pastetten. Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts begann sich die Wehr zu organisieren. Ende Oktober 1876 lag der Plan für den Neubau eines Feuerwehrhauses vor, im April 1877 wurde der Feuerwehr-Verein gegründet. Damals lebten in der Gemeinde 1075 Menschen, davon waren 167 aktive Kameraden. „Zu der Zeit soll es schon eine Feuerspritze gegeben haben“, erzählt Kommandant Peter Lex.

Im Streit um ein solches Gerät trennten sich die Reithofener im Jahr 1903 von Pastetten und gründeten eine eigene Feuerwehr. In Pastetten stand 1905 das nächste große Ereignis auf dem Plan, als die erste Fahne geweiht wurde. Bei der Technik hat man in den 20er Jahren aufgerüstet. Gemeinsam mit Buch und Forstern kauften die Kameraden eine Motorspritze vom Typ „Siegerin“ und deponierten sie in Reithofen, 1942 kam eine eigene Spritze hinzu.

Neun Jahre später wurde nicht nur die zweite neue Fahne geweiht, sondern auch ein Ford-Lkw als Einsatzwagen angeschafft. Dieser wich 1956 einem gebrauchten Opel Blitz. 1976 konnte das neue Gerätehaus an der Schulstraße eingeweiht werden, und schon 1977 gab es ein weiteres großes Ereignis: ein Mercedes-Löschfahrzeug LF 8 wurde für 97 000 Mark angeschafft. Ihr neues Gerätehaus am Fröbelweg konnten die Kameraden ab 1985 nutzen.

Dass die Chronik an einigen Stellen Lücken aufweist, hat es Lex nicht leicht gemacht, für die Festschrift die Meilensteine aus der Geschichte seiner Wehr zusammenzustellen. „Es gibt zum Beispiel keine Berichte über eine Feier zum 50-jährigen Stiftungsjubiläum“, sagt Lex. Aus der Zeit um die Weltkriege herum weiß die heutige Generation auch nur wenig. „Man vermutet, dass die Vereine während des Krieges aufgelöst wurden“, so Lex.

Am 27. April 1986 wurde der Feuerwehr-Verein Pastetten wieder offiziell ins Leben gerufen und hatte gleich viel Arbeit: Das 110-jährige Gründungsfest stand an. Bei dieser Feier im Mai 1987 gab es wieder eine neue Fahne, die mit ihren Abzeichen eine Brücke zur alten schlägt.

Ab diesem Zeitpunkt wurde auch wieder kräftiger gefeiert – etwa bei Faschingsbällen, die von 1988 bis 1997 jährlich veranstaltet wurden. 2002 beging die Wehr das 125-jährige Jubiläum mit mächtigem Aufwand – inklusive Oldtimertreffen, zwei Tanzabenden und großem Umzug.

In den darauffolgenden Jahren wurden die Aktivitäten etwas reduziert. Aus dem traditionellen Grillfest am Feuerwehrgerätehaus entwickelte sich 2006 das Lindenfest auf dem Anwesen von Ludwig Huber. „2010 gab es einen gemeinsamen Schwarz-Weiß-Ball mit den Kameraden von Reithofen-Harthofen, der aber trotz der guten Resonanz nicht wiederholt wurde“, erzählt Lex. Im Umkreis beliebt ist das mittlerweile traditionelle Kesselfleischessen, das jeweils zum Jahresbeginn stattfindet.

Mit der Technik ging es im Lauf der vergangenen zehn Jahre kräftig voran. 2008 wurde ein neues Mercedes Artego Löschfahrzeug LF 10/6 in Dienst gestellt, das mit der Eröffnung der Autobahn A 94 vor sieben Jahren zum Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug HLF 10/6 aufgerüstet wurde. 2015 kam ein moderner Iveco-Gerätewagen Logistik I dazu.

Die Wehr zählt heute 86 aktive Kameraden, der Verein hat insgesamt 174 Mitglieder. Viel Wert gelegt wird auf die Nachwuchsförderung: In der Jugendfeuerwehr sind immerhin 36 Aktive organisiert. „Die Feuerwehr von morgen ist nur so gut wie die Jugendfeuerwehr von heute“, sagt Vorsitzender Günter Plieninger. So wird kräftig Zeit in die Ausbildung investiert, wie erst kürzlich der Berufsfeuerwehrtag mit den Jugendwehren von Buch und Ottenhofen unter Leitung von Pastettens Jugendwart Andreas Wagner gezeigt hat (wir berichteten).

Dieser Nachwuchs wird es dann auch sein, der in zehn Jahren zum 150-Jährigen einlädt. Ob dann allerdings schon am geplanten neuen Feuerwehrhaus gefeiert werden kann, steht noch in der Sternen. „Lassen wir uns überraschen, was in den kommenden Jahren passiert“, sagt Lex.

Festprogramm

am Sonntag, 8. Oktober, im Partyzirkuszelt:

10.15 Uhr: Festgottesdienst

11.30 Uhr: Mittagstisch

14 Uhr: Festumzug, anschließend Festausklang mit Barbetrieb.

Es gibt eine Hüpfburg, eine Fahrzeugausstellung sowie zwei Pkw-Simulatoren.

„Aktion junge Fahrer“ der Deutschen Verkehrswacht am 8. Oktober in Pastetten

Im Rahmen des Festsonntags der Feuerwehr Pastetten am Sonntag, 8. Oktober, ist auch die Kreisverkehrswacht Erding mit ihrer „Aktion junge Fahrer“ vor Ort. Junge Erwachsene können den ganzen Festsonntag über im Fahrsimulator ihr eigenes Können und ihre Reaktionsgeschwindigkeit einschätzen. Im Aufprallsimulator spüren sie, mit welcher Kraft ihr Körper bei einem Zusammenstoß in den Sicherheitsgurt geschleudert und von ihm festgehalten wird. Rauschbrillen simulieren eine verzerrte Wahrnehmung, wie sie durch eine bestimmte Blutalkoholkonzentration hervorgerufen wird – und vieles mehr. Der Aktionstag zum Thema Fahrsicherheit richtet sich an Fahranfänger, denn 18- bis 24-Jährige hätten immer noch das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr, erklärt die Kreisverkehrswacht in einer Pressemitteilung. Im Jahr 2016 verunglückten demnach in Deutschland 65 908 junge Männer und Frauen dieser Altersgruppe im Straßenverkehr, 435 wurden getötet. Die „Aktion junge Fahrer“ der Deutschen Verkehrswacht wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

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