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Sekundenschlaf kostet 1200 Euro

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Von: Hans Moritz

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Ein Sekundenschlaf hat zu einem Unfall auf der A94 geführt. Nun wurde dieser vor Gericht aufgearbeitet. © Winfried Ess (FiB)

Kurz eingenickt ist ein Autofahrer auf der A94. Jetzt gab es ein eher sanftes Wiedererwachen vor dem Amtsgericht Erding.

Ein 66-Jähriger aus Villingen-Schwenningen und seine Lebensgefährtin wollten sich schöne Tage in Wien machen. Doch auf der A 94 bei Pastetten nahm der Städtetrip in den frühen Morgenstunden des 2. Juli dieses Jahres eine ungeplante Wendung. Die führte den Rentner ein halbes Jahr später zurück nach Erding.

Der Mann, der die halbe Nacht durchgefahren war, war am Steuer eingenickt. Sein Wagen geriet nach rechts und touchierte einen Lkw. Der Schaden von fast 5000 Euro war das Eine. Schwerer wog für den Rentner, dass ihm ein Strafbefehl über 1600 Euro und der Entzug des Führerscheins nach Hause geschickt wurde.

Gegen den legte der Baden-Württemberger Einspruch ein. Deswegen musste er sich jetzt vor dem Erdinger Amtsgericht verantworten – ohne Anwalt. Von einer fahrlässigen Verkehrsgefährdung, die ihm Henrike Sievers von der Staatsanwaltschaft Landshut vorhielt, könne keine Rede sein. „Als ich bemerkt habe, dass ich müde bin, wollte ich anhalten. Aber das geht ja auf der Autobahn nicht. Deswegen wollte ich den nächsten Parkplatz in einem Kilometer ansteuern.“ Doch in dieser Zeit sei er eben eingenickt. Seine Partnerin habe auf dem Beifahrersitz geschlafen. Niemand sei verletzt worden.

Die Geschichte von der plötzlich auftretenden Müdigkeit nahm ihm Richterin Michaela Wawerla nicht ab. „Das merkt man doch früher.“ Allerdings hielt sie dem 66-Jährigen seine Ehrlichkeit zu Gute. „Sie haben das gleich zugegeben, sonst hätte man Ihnen nichts nachweisen können“, lobte sie. Die Verkehrsgefährdung sei aber nicht zu bestreiten.

Wawerla war bereit, über den Inhalt des Strafbefehls zu verhandeln. Weil sich der Villinger 48 Jahre nichts im Straßenverkehr hat zu Schulden kommen lassen und auch sonst noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, bestanden weder sie noch die Anklägerin auf dem Führerscheinentzug. Rabatt gab es auch bei der Geldstraße. Wawerla reduzierte die von 1600 auf 1200 Euro, nachdem der Angeklagte glaubhaft machen konnte, dass er nur über 1000 Euro Rente verfügt. ham

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