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Zu laut? Oder alles im grünen Bereich? Entlang der A 94 wird nun doch der Lärm gemessen. 

A 94: Teilerfolg für Anlieger – Auch Tempolimit wird geprüft

Bauministerium ordnet Lärmmessungen an

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Der wochenlange massive Protest der Anrainer der Isentalautobahn zeigt Wirkung. Jetzt wird doch überprüft, ob von der A 94 zwischen Pastetten, Dorfen und Heldenstein mehr Lärm ausgeht als der Planfeststellungsbeschluss als zentrale Baugenehmigung erlaubt.

Dorfen -  Das Bauministerium hat die Autobahndirektion angewiesen, die Schallentwicklung zu messen. Auch die Frage nach einem Tempolimit wird geklärt.

Diese Entwicklung geht weit über das hinaus, was Josef Seebacher als Sprecher der Autobahndirektion vorige Woche unserer Zeitung gesagt hatte: Man nehme den Protest ernst, von einer Änderung der Bauausführung gehe er aber nicht aus. Es sei regelkonform gebaut worden.

Seit Inbetriebnahme des 33 Kilometer langen Teilstücks der A 94 am 1. Oktober hagelt es Beschwerden der Anlieger. Die Proteste griffen Landkreispolitiker auf. So wandten sich die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Pastetten, Buch, Lengdorf, Dorfen und Obertaufkirchen sowie Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf, Bundestagsabgeordneter Andres Lenz und Landrat Martin Bayerstorfer an die Bezirksregierung sowie die Ministerien.

Regierungspräsidentin: Wir nehmen die Beschwerden ernst

Die Regierung von Oberbayern teilte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung mit, „dass es Regierungspräsidentin Maria Els als ihre Aufgabe sieht, sich mit den verantwortlichen Behörden um die Beschwerden zu kümmern“. Sie hat sich bereits mit Innen- und Bauministerium in Verbindung gesetzt.

Nun soll der tatsächliche Lärm gemessen worden. Beim Genehmigungsverfahren war er nur errechnet worden. Den entsprechenden Auftrag hat das Bauministerium der Autobahndirektion bereits erteilt.

Els betont aber auch: „Uns liegen derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass das neue Teilstück nicht den Festsetzungen des Planfeststellungsbeschlusses entsprechend ausgeführt wurde“.

Sollte das aber doch der Fall sein, kündigt Els eine Prüfung an, „ob gegebenenfalls eine Planergänzung veranlasst ist“. Das bedeutet nichts anderes, als dass dann beim Lärmschutz nachgebessert werden müsste – durch die Isentalautobahn GmbH, die für Bau und Betrieb der Strecke verantwortlich ist.

Temporäres Tempolimit, bis Messeregebnisse vorliegen?

Die zweite Hauptforderung der Anwohner betrifft ein Tempolimit – 100 Kilometer pro Stunde für Autos und 60 für Lastwagen. Laut Els liegt der Fall zur Prüfung dem Innenministerium vor. Explizit wünscht sich Els, dass auch ein temporäres Tempolimit erwogen wird, bis das Ergebnis der Lärmmessungen vorliegt. Ein Ministeriumssprecher sagte unserer Zeitung, das Schreiben sei gerade erst eingegangen. Noch könne man dazu nichts sagen.

Bayerstorfer beharrt „weiter mit großer Vehemenz“ auf einem Tempolimit. Dazu hat der Kreisausschuss vorige Woche eine Resolution verfasst, seltsamerweise in nicht-öffentlicher Sitzung.

Krach im Kreisausschuss

Aufgrund der aktuellen Entwicklung sei ein Lärmgutachten im Auftrag des Kreises nun aber nicht mehr erforderlich, meint Bayerstorfer. Nach Informationen unserer Zeitung ist im Kreisausschuss darum heftig gerungen worden. Einige Räte sollen sich geweigert haben, Mittel freizugeben, da es sich um keine Kreisaufgabe handle.

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