+
Das alte Rathaus in Pastetten wird abgerissen, sobald eine neue Nutzung des Geländes feststeht.

Gemeinderat Pastetten

Altes Rathaus: Ein Fall für die Abrissbirne

  • schließen

Pastetten - Das alte Rathaus in Pastetten wird abgerissen – aber erst, wenn feststeht, was mit dem Grundstück passieren soll.

Um aus dem alten Pastettener Rathaus einen Kindergarten zu machen, hat die Gemeinde einst rund 350 000 Euro investiert. Die Frösche-Gruppe hatte das Gebäude Ende Mai 2003 bezogen, als „ein Aushängeschild der Gemeinde“ und „einen Ort, an dem sich alle wohl fühlen können“, hatte die Leitung die neue Einrichtung bei der Einweihung genannt. Doch fünf Jahre später war Schluss damit. Wegen Einsturzgefahr wurde das Gebäude komplett gesperrt – bis heute.

Seitdem befand sich die Gemeinde im Rechtsstreit mit dem Architekten, der die Umnutzung des Gebäudes zum Kindergarten geplant hatte. Er hatte dem Gremium damals versichert, das Haus, das Anfang der 1970er Jahre als Gemeindekanzlei errichtet worden war, befinde sich in einem guten Zustand. Inzwischen hat das Gericht entschieden: Der Architekt hat es versäumt, von einem Tragwerksplaner überprüfen zu lassen, ob das Gebäude ausreichend standsicher ist, um es als Kindergarten nutzen zu können. „Es wäre seine Pflicht gewesen, uns zu informieren, dass das Gebäude überprüft werden muss“, erklärte Bauamtsleiter Rüdiger Koppe in der Gemeinderatssitzung. Nach jahrelangem Rechtsstreit wurde der Planer bereits im Jahre 2014 schuldig gesprochen und zur Zahlung von insgesamt gut 372 000 Euro an die Gemeinde verurteilt.

Um Aufschluss über die statische Situation des Gebäudes zu erlangen, wurden mehrere Probebohrungen an den Geschossdecken durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, „dass die rechnerische Standsicherheit für die Decke über dem Kellergeschoss und für die Decke über dem Erdgeschoss im Wesentlichen nicht mit ausreichender Sicherheit nachgewiesen werden kann. Es ist zutreffend, dass wegen der nicht ausreichenden rechnerischen Standsicherheit der Geschossdecken das Anwesen für einen Umbau in einen Kindergarten nicht geeignet war“, zitierte Koppe aus dem Gutachten des Sachverständigen, den das Gericht beauftragt hatte. Weiter ist dort zu lesen, dass auch ohne die Umnutzung zum Kindergarten wegen der „unplanmäßig hohen Betondeckung“ Abstützmaßnahmen für die Decke über dem Keller erforderlich gewesen wären.

Der Gemeinderat hat nun beschlossen, das Gebäude abzureißen. Kostenpunkt: Geschätzt 60 000 Euro. „Es erscheint sinnvoll, den Bestand abzubrechen, da wir dann ein individuelles Gebäude entsprechend der zukünftigen Nutzung errichten können“, erklärte Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (CSU). Bis diese Nutzung jedoch feststeht, soll das alte Rathaus stehen bleiben.

Eine Sanierung – entweder durch Ertüchtigung der Decken oder durch den Einbau neuer Decken und Wände – wäre schlicht nicht rentabel, erläuterte Vogelfänger. „Dafür wären gigantische Arbeiten nötig“, pflichtete ihr Koppe bei. Immerhin müsste man dabei das Gebäude zum Teil bis auf die Außenwände in den Rohbau zurückversetzen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Post im Getränkemarkt
Die Post in Moosinning ist umgezogen: Am Mittwoch wurde die Filiale im Rewe-Getränkemarkt an der Einfangstraße eröffnet.
Post im Getränkemarkt
Faustschlag auf dem Thermen-Parkplatz
Da war von Entspannung nichts zu spüren: Wegen einer Vorfahrtsverletzung gerieten am Dienstag Nachmittag zwei Autofahrer auf dem Parkplatz der Therme Erding aneinander. …
Faustschlag auf dem Thermen-Parkplatz
Unbekannter schlägt 17-Jährigen nieder
Das Faschingswochenende vom Unsinnigen Donnerstag bis zum Faschingsdienstag verlief aus Sicht der Polizei Erding ruhig. Im Zusammenhang mit närrischen Veranstaltungen …
Unbekannter schlägt 17-Jährigen nieder
Fällaktion an Lindenallee: „Niedergang eines Naturdenkmals“
Die Lindenallee zwischen Wartenberg und Kirchberg ist eine Besonderheit in der Region. Nun wurden mehrere Bäume gefällt.
Fällaktion an Lindenallee: „Niedergang eines Naturdenkmals“

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare