Viel Chrom und Geschichte: Markus Zawadke in Mitten seiner kostbaren Oldtimer. foto: macht

Der Autoverleih für Hollywood-Stars

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Mercedes, Porsche, Mustang: Markus Zawadke (50) hat seine Leidenschaft für Klassiker zum Beruf gemacht. Inzwischen fahren in seinen Mietoldtimern sogar Hollywoodstars.

oldtimer-Sammler Markus Zawadke

Der Autoverleih für Hollywood-Stars

Mercedes, Porsche, Mustang: Markus Zawadke (50) hat seine Leidenschaft für Klassiker zum Beruf gemacht. Inzwischen fahren in seinen Mietoldtimern sogar Hollywoodstars.

Von Vroni Macht

Moosstetten – Cameron Diaz saß in seinem Auto, Model Kate Upton auch, und jetzt Hugh Jackman. Für ein TV-Interview nahmen sie alle schon in seinen edlen Schätzen Platz. Die Liste der Promis, die Markus Zawadkes Oldtimer mieten oder sich damit fahren lassen, ist noch viel länger. Doch nicht jeder lässt sich dabei filmen. Und in der „Oldtimerei“, wie Zawadke sagt, ist es wie im Showbusiness: Man ist diskret. Der 50-Jährige verrät nur so viel: Fußballnationalspieler, Wirtschaftsbosse, Schauspieler – die A-Riege der deutschen Promis zählt zu seinen Kunden. Und ab und an eben ein Hollywoodstar.

Mit berühmten Leuten hatte Zawadke schon als junger Mann zu tun – als gelernter Koch in Münchner Promi-Lokalen. Seit vielen Jahren führt er eine Firma für Geschirr- und Eventausstattung, später kam die Oldtimervermietung mit Sitz in Moosstetten hinzu. Das Interview mit Hugh Jackman war der Startschuss für die Saison 2016. In einem 1959er Plymouth Belvedere fuhr der Schauspieler zum Kinostart von „Eddie the Eagle“ mit seinem Co-Star Taron Egerton und einem Reporter durch München. „Hugh Jackman war sofort begeistert“, erzählt Zawadke, der zwar selbst beim Dreh nicht dabei war, aber eine bleibende Erinnerung daran hat: Jackmans Autogramm auf dem Handschuhfach. Der Plymouth trägt seitdem den Namen Hughi. Zuvor hieß er noch Christine – benannt nach der Verfilmung von Stephen Kings gleichnamigem Roman, in dem das gleiche Modell in den 80ern für Gruselmomente sorgte.

Insgesamt 37 Fahrzeuge hat Zawadke in seinen XXL-Garagen stehen, gut die Hälfte davon zur Vermietung – Luxusklasse-Oldtimer, Sportwagen, US-Cars. Doch nicht jedes hat auch einen Namen. „Das Auto muss sich seinen Namen verdienen“, sagt Zawadke. Wie der Mercedes, der als Lieblingsauto seiner Frau Vera ihren Namen trägt. Oder der Camaro namens Cameron, benannt nach Cameron Diaz, die mit Leslie Mann und Kate Upton vor knapp zwei Jahren zur Promotion von „Die Schadenfreundinnen“ ebenfalls vor der Kamera saß.

Auch Zawadkes absoluter Favorit hat einen Namen: Florian München 12 heißt der 1964er BMW 501, ein Originalfahrzeug der Berufsfeuerwehr München und bekannt aus der Serie „Isar 12“. „Es ist nicht das wertvollste, aber für mich das wichtigste Fahrzeug. Dieses Auto ist Kult“, sagt Zawadke, der dem „Barockengel“ genannten BMW schon als kleiner Bub verfallen war. „Als ich sechs Jahre alt war, ist mein älterer Bruder Thomas mit mir die Münchner Feuerwachen abgefahren“, erzählt Zawadke. Kaum angekommen bei der Wache 5 in Ramersdorf, schrillte der Alarm, und der Barockengel schoss heraus.

„Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich den einmal besitze, hätte ich nur gelacht“, blickt Zawadke zurück auf den Moment, der wohl auch für seine zweite Leidenschaft verantwortlich ist: die Feuerwehr. Seit 1982 ist Zawadke aktiv, inzwischen bei der Wehr Reithofen-Harthofen. In diesen fast 35 Jahren hat er jede Menge Gegenstände rund um die Feuerwehr gesammelt, mit denen er viele persönliche Geschichten verbindet. So ist aus Uniformen, Helmen und vielem mehr in Moostetten ein kleines Feuerwehrmuseum entstanden.

Kein Wunder also, dass Zawadke auch originale Feuerwehrfahrzeuge bis hin zum Löschzug in seiner Sammlung hat. Sie vermietet Zawadke zum Beispiel für Filmaufnahmen. In diversen TV-Produktionen sind seine Autos schon gefahren – von Dahoam is Dahoam bis Tatort.

In der Jubiläumsfolge des Münchner Tatorts am morgigen Sonntag ist zum Beispiel sein Ford Mustang Convertible zu sehen – und Zawadkes Sohn Fabian (21). „Er hat den Mustang zum Dreh gefahren und wurde gleich als Komparse engagiert“, erzählt Zawadke, der sein Geschäft vor acht Jahren mit einem Rolls Royce und gelegentlichen Hochzeitsfahrten begonnen hat. Damals sei es ein Kampf gewesen, eine Konzession zu bekommen, verrät Zawadke. Das Landratsamt Erding habe ihm sehr geholfen, die Ausnahmegenehmigungen zu erhalten, um Oldtimer für Selbstfahrer und mit Chauffeur anbieten zu können.

Mittlerweile ist das Hochzeitsgeschäft in den Hintergrund gerückt, geführte Fahrten und Selbstfahrertouren sind gefragt. „Viele träumen davon, einmal im Leben ein bestimmtes Auto zu fahren. Ich hatte schon weinende Männer hier, die eine Tour geschenkt bekommen haben“, erzählt Zawadke. Die Fahrten seien auch zur Freizeitbeschäftigung geworden, die sich immer mehr Menschen gönnen – zunehmend Frauen. „Sie bereiten sich sehr emotional darauf vor, machen oftmals ein Event daraus – mit passender Kleidung zum Beispiel. Es sollten mehr Frauen solche Autos fahren“, findet Zawadke.

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