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Es raucht und kracht, wenn die Böllerschützen von Almenrausch Pastetten in Aktion treten.

Böllerschützen von Almenrausch Pastetten

Krachende Tradition

Poigenberg - Am Sonntagmittag hat es ziemlich laut geknallt im sonst so beschaulichen Ort Poigenberg bei Pastetten. Der Grund: Die Böllerschützen hatten ein Übungsschießen veranstaltet.

Viele Vorbereitungen mussten getroffen werden, ehe es die Böllerschützen krachen lassen konnten. Damit es keine Probleme gibt, wurden Polizei und Anwohner schon lange vorher informiert und Plakate im Umkreis aufgehängt.

Den Schützenverein Almenrausch Pastetten gibt es seit 1985, ebenso die Böllerschützen. Letztere haben jedoch im vergangenen Jahr einen richtigen Aufschwung erlebt: Neun Jungschützen haben beschlossen, einen Böllerschützenlehrgang in Finsing zu besuchen, sich den Schwarzpulverschein beim Landratsamt zu holen und die alte Tradition der Böllerschützen wieder neu zu beleben. Für Schützenmeister Leonhard Lechner (33) ist es „natürlich selbstverständlich“, dass auch er bei den Böllerschützen mit dabei ist. Für ihn steht die Geselligkeit im Mittelpunkt.

Das einzige Mädl in der Truppe ist Marina Gerlmaier, sie ist die „First Lady“. „Ich war immer schon begeistert, wenn’s so richtig gekracht und gescheppert hat“, erzählt die 30-Jährige lachend. Und nachdem auch ihr Freundeskreis dabei ist, habe sie sofort zugesagt. Gerlmaier schießt mit einem Handböller, in dem ein Edelweiß graviert ist – und natürlich ihre Initialen. Michael Lechner (32) ist ebenfalls schon lange Mitglied im Schützenverein und erzählt begeistert, dass es sehr viel Spaß mache, in einer so großen Gruppe mitzuschießen: „Böllern ist eine alte Tradition, und es ist wichtig, dass diese Tradition fortgeführt wird.“ Er hat sich einen Schaftböller zugelegt, den er mit dem Lauf nach unten in einem Eisstock aufstellen kann.

Thomas Unterrainer (30) war früher der Taferlbua der Schützen und hofft, dass sein Sohn später mal dieses Amt übernimmt. „Aber das dauert noch“, meint der junge Vater. Er hat den Bölleraufschwung angeleiert, mit allen geredet und ist heute glücklich, dass alle mit Begeisterung dabei sind. Er ist auch stolz darauf, dass die „alten Böllerer“ nun wieder Nachwuchs haben. Sein Ziel ist es, dass die Böllerschützen wieder öfter auftreten.

Auch ein „Zuagroaster“ böllert schließlich mit: Sebastian Koziol (30). Der Oberschlesier wohnt in München, arbeitet in Augsburg – und seine Schwester ist mit Thomas Unterrainer verheiratet. Als Schwager ließ er sich gerne zum Mitböllern verpflichten. In perfektem Bairisch erklärt Koziol, dass ihm das Böllern Spaß mache, und vor allem „die griabige Gesellschaft in einer fröhlichen Runde“ für ihn wichtig sei, sodass er gerne immer freitags die Fahrt nach Pastetten in Kauf nehme. „Es ist das Wir-Gefühl“, das ihn antreibt, erzählt der Münchner.

Das erste Schießen der Jung- und Alt-Böllerschützen war am 1. Januar, und seitdem wurde nur einmal geprobt. Am Sonntag hat es unter dem Kommando von Andreas Lohmann – „langsames Böllern“, „Doppelschlag“, „Schnellfeuer“ und „Salut“ – prima geklappt. Auch zwei Kanonen kamen zum Einsatz, und sie machten das laute Knallen samt Rauch zu einem richtigen Erlebnis.

Elvi Reichert

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