Drama in Indien: Flugzeug bei Bruchlandung auseinandergebrochen - rund 200 Menschen an Bord

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Drohnenpiloten: Christian (Bild oben, l.) und Florian Neumair mit ihrer Drohne. Das Fluggerät verfügt über eine Wärmebildkamera, mit der sich Lebewesen am Boden aufspüren lassen. Mit solchen Körben wie im Vordergrund auf unserem Bild wird das Tier dann bedeckt oder zeitweilig vom Feld geholt.
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Drohnenpiloten: Christian (Bild oben, l.) und Florian Neumair mit ihrer Drohne. Das Fluggerät verfügt über eine Wärmebildkamera, mit der sich Lebewesen am Boden aufspüren lassen. Mit solchen Körben wie im Vordergrund auf unserem Bild wird das Tier dann bedeckt oder zeitweilig vom Feld geholt.

Zwei Brüder spüren mit der Drohne Kitze auf

Die Bambi-Retter aus Pastetten

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Mit der Drohne suchen die Brüder Christian und Florian Neumair aus Pastetten Kitze in den Feldern - und das ehrenamtlich. Jetzt läuft eine Crowdfunding-Aktion für eine bessere Kamera, um noch besser helfen zu können.

Pastetten – 36 Rehkitze haben Christian und Florian Neumair aus Pastetten seit Anfang Mai mit ihrer Drohne in Feldern aufgespürt. „Die Tiere wären sonst möglicherweise beim Mähen überfahren worden“, sagt Christian Neumair. Der Pastettener ist selbst im Nebenerwerb Landwirt und kennt die Gefahren, denen die Jungtiere ausgesetzt sind. Einige flüchten, wenn die Landmaschine kommt, aber für viele bedeutet das Schneidwerk den sicheren Tod. „Die Kitze sind im hohen Gras versteckt, man sieht sie kaum, auch wenn man direkt davor steht. Selbst aus der Luft sind sie mit einer normalen Kamera nicht zu entdecken“, sagt Christian Neumair, der deshalb eine Wärmebildkamera verwendet.

Die beste Zeit für die Suche ist morgen ab 4 Uhr

„Die beste Zeit für die Suche ist morgens ab 4 Uhr, wenn die Sonne am Aufgehen ist. Der Boden ist dann noch kühl, und man sieht auf dem Display den warmen Körper des Tieres“, erzählt der 31-jährige.

Wird ein Kitz entdeckt, versuchen es die Helfer mit einem Korb zu sichern oder kurzzeitig vom Feld zu holen. Christians Bruder Florian kennt sich dabei bestens aus: „Wichtig ist, das Kitz nur mit Handschuhen und Grasbüscheln anzufassen“, erklärt der 26-jährige. Die Mutter würde sonst den Menschengeruch wittern und ihr Kind möglicherweise nicht mehr annehmen. Manche Kitze seien auch schon so mobil, dass sie weglaufen können. Etwa zwei Monate dauert die kritische Zeit, in der die Jungtiere durch die Landwirtschaft in Gefahr sind.

Wird ein Kitz gefunden, darf es nur mit Handschuhen und Grasbüscheln angefasst werden. Die Mutter könnte es sonst nicht mehr annehmen.

Die Brüder übernehmen die Suche ehrenamtlich. Beide arbeiten Vollzeit, Florian als Industriemechaniker, Christian als Versuchsspezialist bei BMW. Dass überhaupt Zeit dafür bleibt, ist den Gleitzeitmodellen ihrer Arbeitgeber zu verdanken. „Die Suchaufträge von Landwirten haben sich innerhalb kürzester Zeit von selbst ergeben“, sagt Christian Neumair. Seit Anfang Mai waren die Brüder an 15 Tagen für insgesamt etwa 60 Stunden im Einsatz. Mittlerweile sind sie von Lengdorf bis Eicherloh unterwegs.

Es könnten noch mehr Tiere gefunden werden - mit besserer Technik

Dass die beiden bereits drei Dutzend Tiere aufspüren konnten, klingt nach viel, aber es könnten noch mehr sein. „Das Potenzial könnte wachsen. Dafür brauchen wir aber neue Technik“, meint Christian Neumair. Seit seiner Kindheit begeistert er sich für Modellbau, hat sich bis vor kurzem mit ferngesteuerten Hubschraubern beschäftigt. Später kam eine Drohne mit Kamera für Luftbilder hinzu. „Ein befreundeter Landwirt hat mich dann auf die Idee mit der Wärmebildkamera gebracht“, erinnert sich der Naturfreund. Seit Ende 2019 ist er im Besitz einer Industriedrohne und einer Wärmebildkamera, die er gebraucht gekauft und instandgesetzt hat. Beides zusammen hat etwa 3500 Euro gekostet, bezahlt aus eigener Tasche. Hinzu kommen 160 Euro pro Akku. „Eine Ladung hält 20 Minuten, da schaffen wir etwa zwei Hektar abzusuchen. Derzeit haben wir fünf Akkus dabei.“

Eine bessere Kamera hätte auch den Vorteil, dass die Drohne höher fliegen könnte. Jetzt sind es etwa 15 Meter, da bestehe die Gefahr, mit Baumwipfeln zu kollidieren. „In 30 oder 40 Metern Höhe zu fliegen, würde auch bedeuten, dass wir einen größeren Bereich absuchen können, also weniger Zeit brauchen.“ Und Zeit ist knapp: Die Spanne, in der eine Suche Sinn macht, ist gegen 7/7.30 Uhr vorbei.

„Viele schaffen mehr“: Crowdfunding-Aktion für eine bessere Kamera

Eine bessere Kamera mit höherer Auflösung kostet etwa 5000 Euro. Geld, das die ehrenamtlichen Tierschützer nicht mal eben aus dem Ärmel schütteln können. „Wir haben überlegt, wie wir das neue Gerät finanzieren und haben die VR-Bank von unserer Sache überzeugen können.“ Die nämlich unterstützt unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ über ihr Crowdfounding-Programm sinnvolle Projekte in der Region. Allerdings muss das Vorhaben gemeinnützig sein. „Deswegen haben wir den Verein der Feuerwehr Pastetten ins Boot geholt.“ Über ihn wird die Aktion abgewickelt, die bis 16. September läuft.

Die Brüder hoffen, dass bis dahin 4000 Euro zusammenkommen. Falls nicht erreicht, wird das eingegangene Geld an die Spender zurückgezahlt. Deswegen rühren die Pastettener in den Sozialen Medien und bei Freunden kräftig die Werbetrommel. „Wir würden uns auch sehr über die Unterstützung aus der Landwirtschaft und dem jagdlichen Bereich freuen“, so Christian Neumair. Schließlich käme dies später wieder zurück.

Zurzeit lernt der junge Mann für die Prüfung zum Drohnenführerschein. „Für meine Drohne brauche ich diesen Kenntnisnachweis zwar derzeit nicht, da sie unter zwei Kilo wiegt. Aber es kann sein, dass sich die Gesetze ändern. Dann möchte ich vorbereitet sein und gleich weitermachen können.“

Alle Infos zur Crowdfunding-Aktion

stehen online auf vr-bank-erding.viele-schaffen-mehr.de/rehkitzrettung-aus-der-luft

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