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Urgesteinsmehl verhindert die Geruchsbildung im Mistkompost: Sebastian Brandl (l.) erklärt den Besuchern aus Finnland, wie das funktioniert. 

Delegation zu Gast im Landkreis

Bayerns Bio-Landwirtschaft als Vorbild für Finnland

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Eine Gruppe finnischer Landwirte ließ sich von Biobauer Sebastian Brandl in Reithofen erklären, wie ökologische Landwirtschaft in Bayern funktioniert.

Reithofen– Weit gereisten Besuch hatte der Naturlandhof Brandl in Reithofen. Aus Finnland kam eine Gruppe von mehr als zwei Dutzend Landwirten. Sie wollten auf einer viertägigen Bayern-Reise kennenlernen, wie hierzulande Biobauern arbeiten. „Unser erstes Ziel war die Messe Biofach in Nürnberg“, erklärte Hilkka Heikklilä, die als Projektleiterin an der JAMK-Universität für Angewandte Wissenschaften im mittelfinnischen Jyväskylä arbeitet und die Reise organisiert hatte. Die Teilnehmer sind entweder schon Biobauern oder wollen es noch werden.

Auf dem straffen Programm standen neben dem Naturlandhof Brandl weitere zertifizierte Bio-Höfe wie der Billersberger Hof in Moosinning, das Gut Eichethof in Hohenkammer und die Benediktiner-Abtei Plankstetten. Außerdem waren die Finnen in der Landwirtschaftsschule Landshut zu Gast.

Da Hofbetreiber Sebastian „Wast“ Brandl nicht nur überzeugter Biobauer, sondern auch talentierter Musiker ist, begrüßte er seine Gäste mit einer Akkordeon-Einlage. Im Anschluss stellte Brandl seinen Hof vor, den er seit über 30 Jahren nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet. Gut untergebracht in der warmen Stube, lauschten die nordischen Kollegen seinem Vortrag, den die mitgereiste Dolmetscherin Kirsi Hytönen übersetzte.

Der Reithofener erklärte, wie seine Aubrac-Fleischrinder freilaufend und mit Weidezugang gehalten werden. Die Tiere leben auf Stroh und produzieren damit wertvollen Mistkompost, der wiederum dem Boden für den Getreideanbau zugeführt wird. Die Finnen staunten über die vielseitige Ausrichtung des Hofs, der neben Fleisch- und Getreideerzeugung auch eine Imkerei und eine Direktvermarktung auf Wochenmärkten, unter anderem auf dem Bauernmarkt, der freitagnachmittags im Bauernhausmuseum in Erding stattfindet, umfasst.

Detaillierte Zwischenfragen gab es auch zu den natürlichen Kreisläufen, die durch die Arbeitsweise des Öko-Hofs entstehen. Brandl beschrieb, dass er Weizen, Roggen und Dinkel als sauber gereinigtes Korn an die Bäckerei Brugger liefere, die ebenfalls ein Tagwerk-Siegel trägt. Die fertigen Backwaren kommen nicht nur in die Filialen des Bäckers, sondern ebenfalls in Brandls Direktverkauf.

Auch die Bodenbearbeitung beim Getreideanbau war ein Thema, das bei den Delegationsgästen auf Interesse stieß. Brandl erklärte ausführlich, wie der Boden ohne den Einsatz eines Pfluges oder Dünger nach ökologischen Gesichtspunkten ertragreich bleibt.

„Die Öko-Landwirtschaft ist hier in Bayern schon weiter als bei uns“, erklärte Heikkilä das große Interesse der finnischen Bauern. Unterschiede gebe es vor allem bei der Wachstumszeit, die in Deutschland länger sei. Bedingt sei das durch die kurzen Sommer in Finnland, allerdings bekommen die Pflanzen dank der Mitternachtssonne dort auch in den Nächten noch Sonnenlicht ab. „Dadurch haben wir die besten Erdbeeren der Welt“, sagte Dolmetscherin Hytönen lachend.

Bemerkenswert sei zudem, dass in Deutschland die Höfe mitunter mitten im Ort angesiedelt sind und ringsum die Wohnbebauung gewachsen ist. Und auch, dass deutsche Landwirtschaftsbetriebe mitunter mehrere Standbeine haben, sei ein Unterschied zur finnischen Agrarwirtschaft.

Selbst die Solarpanele erregten Aufmerksamkeit: „Hier sieht man davon viele“, sagte Heikkilä, „die sind bei uns erst im Kommen“.

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