Der favorisierte Entwurf sieht vor, das Feuerwehrhaus längs zur Staatsstraße zu bauen (gelbe Fläche inklusive Stellplätze für die Feuerwehrler). Da die Flächen neben den Fahrzeughallen begrenzt sind, bieten sich auch nur begrenzte Erweiterungsmöglichkeiten. Auch die Entwicklungsmöglichkeiten für Schule und Kindergarten sind eingeschränkt. Entwurf: B3 ARCHITEKTEN
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Der favorisierte Entwurf sieht vor, das Feuerwehrhaus längs zur Staatsstraße zu bauen (gelbe Fläche inklusive Stellplätze für die Feuerwehrler). Da die Flächen neben den Fahrzeughallen begrenzt sind, bieten sich auch nur begrenzte Erweiterungsmöglichkeiten. Auch die Entwicklungsmöglichkeiten für Schule und Kindergarten sind eingeschränkt.

Pastetten kippt Zwei-Häuser-Beschluss – Skepsis wegen Hilfsfristen und Genehmigungen

Doch ein gemeinsames Feuerwehrhaus

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Die Gemeinde Pastetten treibt die Pläne für ein gemeinsames Feuerwehrhaus auf dem Schulsportplatz voran. Diese Entscheidung fällte der Gemeinderat am Dienstagabend sehr knapp nach einer hitzigen Diskussion und kippt damit den bisherigen Beschluss, zwei Häuser zu bauen.

Pastetten – Zuvor hatte Peter Haberecht vom Architekturbüro B3 zwei Varianten vorgestellt. Bei Version 1 steht das Haus längs zur Staatsstraße, bei Variante 2 ist es um 90 Grad gedreht. Beim Gebäude selbst gibt es wenig Überraschungen: Der Raumplan wurde bereits im November debattiert und festgelegt.

Das Haus soll einen zweigeschossigen Mitteltrakt mit Umkleiden getrennt für beide Feuerwehren sowie je einen gemeinsamen Schulungs-, Bereitschafts- und Jugendraum bekommen, zudem je zwei Kommandantenbüros und Funkräume. Links und rechts schließen sich Fahrzeughallen mit je drei Stellplätzen, Lager und Werkstätten an. Der kleine Keller des Mitteltrakts bietet Platz für Trocknungsräume, Archive und Kleiderkammern.

Feuerwehrhaus Pastetten: Kostenschätzung geht von 6,3 Millionen Euro aus

Haberecht erklärte, dass die Variante mit dem Haus längs zur Staatsstraße später weniger Erweiterungsmöglichkeiten böte als die zum Bauhof parallele Version. Bei der ersten würde eine Ergänzung auf der einen Seite an den Bauhof stoßen, auf der anderen Seite müsse der Abstand zum Nachbargrundstück gewahrt werden. Beide Ausrichtungen des Hauses nehmen in etwa gleich viel Platz in Anspruch.

Für eine Überraschung sorgten die Kosten: 6,3 Millionen Euro stehen unterm Strich. „Da könnten noch zehn Prozent dazukommen“, meinte Haberecht und nannte fehlende Bodenuntersuchungen und nahezu wöchentlich steigende Baukosten als Grund.

Horst Ippisch (FWE) begrüßte die Vorplanung: „Zum ersten Mal haben wir hier einen offiziellen Vorentwurf, der zeigt, dass so ein Haus auf das Grundstück passt und auch, dass nicht so viel von diesem Grundstück verbraucht wird. Davon wollen wir ja möglichst viel für Freizeitaktivitäten erhalten.“

Matthias Zimmerer (CSU): „Eigentlich treten wir auf der Stelle“

Mit 6,3 Millionen Euro hätte man zudem 2,5 Millionen Euro weniger, als zwei Häuser kosten könnten. Der Entwurf zeige, wo man schon vor drei Jahren hätte sein können, wenn „das Bürgerbegehren ernst genommen worden wäre“, so Ippisch. Er hätte allerdings den Entwurf so noch nicht in die Öffentlichkeit gebracht, sondern zunächst das Konzept nicht öffentlich im Gemeinderat verfeinert. Bürgermeister Peter Deischl (FWE) verwies dagegen darauf, dass bereits im November das Raumprogramm beschlossen worden sei und die Details der weiteren Vorplanung durchaus den Pastettenern bekannt gegeben werden sollten.

„Eigentlich treten wir auf der Stelle“, machte Matthias Zimmerer (CSU) seinem Ärger Luft. „Wir haben sehr viel Zeit verloren, die Planungen haben einen Haufen Geld gekostet, wir zerstören ein wertvolles Grundstück, das wir für den Schulsport dringend brauchen, die Hilfsfristen verbessern sich nicht, wir planen gegen die Feuerwehr, und wir haben nur marginale Kosteneinsparungen. Also mir gefällt es gar nicht.“

Andreas Wagner (BIG) warf ein, dass ein gemeinsames Haus am gleichen Standort in der Vergangenheit von der Kreisbrandinspektion als nicht genehmigungs- und förderfähig betrachtet wurde, da die Hilfsfristen nicht eingehalten würden. „Daran hat sich nichts geändert“, meinte Deischl. Wenn der Beschluss jetzt gefasst werde, gebe es neue Stellungnahmen von Landratsamt, Kommunalaufsicht, Kreisbrandinspektion, Regierung vom Oberbayern und anderen Stellen.

Entscheidung für ein gemeinsames Haus fällt mit 8:7 Stimmen

Während für Alois Zollner (CSU) die 6,3 Millionen „für die Gemeinde nicht zu leisten sind“, sieht Gerhard Nußrainer (FWE) vor allem in der Wahl des Grundstücks Probleme. Man müsse auch daran denken, dass es eine weitere erste Klasse geben könnte. Der Platz sei der einzige Bolzplatz der Gemeinde, und das Gelände werde auch von der TSG genutzt. Das Vorhaben sei nicht schlecht, aber den Standort sollte man nochmals überdenken.

Hans Kerschbaum (FWE) gab zu bedenken, dass der Vorentwurf „nie und nimmer so bleibt“, aber eine gute Grundlage bilde, konkret planen zu können.

Bürgermeister Deischl drängte auf einen Beschluss, damit das Vorhaben die weiteren erforderlichen Stellen durchlaufen kann. Mit 8:7 stimmten die Räte schließlich für die Variante längs zur Staatsstraße, die andere Version fiel mit 0:15 Stimmen aus dem Rennen.

Auf Antrag von Andreas Winner (FWE) war bereits vor der Diskussion in die Tagesordnung aufgenommen worden, den Beschluss über den Bau von zwei Feuerwehrhäusern vom 10. Oktober 2017 aufzuheben. Sowohl dieser Antrag, als auch die Aufhebung selbst fand nur mit ganz knapper Mehrheit von 8:7 Stimmen Zustimmung.

hd

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