Gemeinderat Pastetten

Edelstahl für sauberes Wasser

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Pastetten – Ein Wasser-Hochbehälter der Gemeinde Pastetten wird derzeit saniert. Der zweite soll schnellstmöglich hergerichtet werden.

Von Vroni Macht

Die Gemeinde Pastetten hat zwei Hochbehälter zur Bevorratung von Lösch- und Trinkwasser. Wie berichtet, müssen beide saniert werden. Das hatte Hardy Daniel vom Erdinger Gesundheitsamt schon Mitte Juli deutlich gemacht (wir berichteten). Daraufhin hat die Kommune gehandelt: Der Hochbehälter „alt“ wird schon hergerichtet. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, will man den Behälter „neu“ anpacken. Er bekommt eine neue Edelstahlauskleidung. Dafür hat sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen. Geschätzt wird diese Maßnahme etwa 45 000 Euro kosten, rechnete Ingenieur Helmut Putz aus Grafing vor.

Er bezeichnete den Hochbehälter „neu“ als den „momentanen Brennpunkt“ der Anlage. Das Reservoir ist rund 20 Jahre alt und zeige Korrosionsschäden, also Rostspuren an Wand, Decke und Boden. Außerdem entspreche die Oberfläche nicht dem Stand der Technik. „Die Flächen sind extrem glatt und haben Luftporeneinschlüsse, in denen zum Beispiel Pilze wachsen können“, erklärte Putz. Zudem sei aufgrund der glatten Unterseite der Behälterdecke kein geordnetes Abtropfen von Schwitzwasser möglich.

Um die Mängel zu beheben, könne man eine ganze Latte an Maßnahmen vornehmen, unter anderem Leeren und Säubern der Wasserkammer, Reinigen des Stahls von Rost und Auftragen eines Rostschutzes, Herstellen einer geeigneten Deckenunterschicht mit Tropfenstruktur und schließlich das so genannte Finish, die Auskleidung des Hochbehälters.

Hierfür stellte Putz dem Gremium die Varianten mit mineralischer Beschichtung, PE-Platten, Folie und Edelstahl vor. Rund 75 000 Euro kosten vorbereitende Maßnahmen. Hinzu kämen für eine mineralische Beschichtung 35 000 Euro, für Kunststoff oder Edelstahl jeweils etwa 45 000 Euro. Den Preis für eine Folienauskleidung konnte der Ingenieur nicht nennen, da er diese Variante noch nie durchgeführt habe.

Gute Erfahrungen habe er hingegen mit Edelstahl und mineralischer Beschichtung gemacht, sagte Putz. Er gab jedoch zu bedenken, dass eine mineralische Beschichtung nur zehn bis 20 Jahre Lebensdauer habe. Dann ist ein neues Finish nötig. Für Kunststoff – laut Putz wird das gleiche Material wie bei einer Hausanschlussleitung verwendet – gebe es noch keine Langzeiterfahrungen. Er sei jedoch vergleichsweise weich und damit anfällig für Kratzer, während Edelstahl seit Jahrzehnten in hygienesensiblen Lebensmittelbereichen eingesetzt werde.

Für Alois Zollner (CSU) waren diese Auskünfte unbefriedigend. Keine Erfahrungswerte bei Kunststoff und Folie – „auf der Basis können wir nicht entscheiden“, meinte er. Andreas Winner (FWE) hingegen sprach sich für Edelstahl aus. Dafür habe auch Gesundheitsamtsmann Daniel plädiert.

Auf Nachfrage von Georg Maurer (SPD) erklärte Putz, dass man freilich überprüfen müsse, wie stark der Stahl von Korrosion geschädigt ist – ob es sich lediglich um Flugrost oder um mehr Schäden handele. Der Bauzustand des Gebäudes, in dem die beiden Hochbehälter untergebracht sind, sei jedoch grundsätzlich nicht schlecht. Aber „der Zustand aus Sicht der Hygiene ist schlecht. Das muss man einfach so sagen“, stellte Putz unumwunden klar.

Die Submission soll Mitte September erfolgen. Nach der Sommerpause will der Gemeinderat dann die Arbeiten vergeben.

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