Feuerwehler und Rettungshunde sind auf dem Übungsplatz.
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Jetzt kann trainiert werden (v. l.): Alexander Adam mit Nico, Carmen Adam mit Fin, Juliana Wehlsberger mit Leon, Petra Vogelsang mit Marley, Hannah Naefe mit Lina, Anna Heiß mit Bazi, Sophia Hilsenbeck mit Rosi und Paul Schroers mit Nero.

Rettungshundestaffel freut sich nach schweißtreibender Arbeit über neue Übungsmöglichkeit

Endlich ein Trainingsplatz für die Spürnasen

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Die Arbeiten sind abgeschlossen: Die Rettungshundestaffel der Pastettener Feuerwehr hat nun einen Platz, auf dem sie regelmäßig trainieren können.

Pastetten – Die Feuerwehr Pastetten baut seit 2019 ihre eigene Rettungshundestaffel auf. Seit kurzem haben die Hundeführer und ihre Vierbeiner endlich auch einen eigenen Platz, auf dem sie regelmäßig trainieren können.

„Das Grundstück gehört unserem Feuerwehrkameraden Adolf Huster“, sagt Kommandant Peter Lex. Bereits Ende des Jahres hat er die am Ortsrand gelegene Fläche für die Hundeausbildung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vor ein paar Wochen haben Hundeführer und Feuerwehrler fleißig geackert, um den Platz nutzbar zu machen. Eigentlich wollte die Truppe früher beginnen und weiter fortgeschritten sein, aber Corona hatte einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Zu tun gab und gibt es genug: Wild wachsende Sträucher und kleine Bäume wurden weggesäbelt, Gras neu angesät. „Hier war der reinste Urwald“, erzählt Alexander Adam von der Staffel, „wir haben kipperweise das Grünzeug weggefahren“. Gartenbau-Profi André Nolf hat kräftig geholfen. „Es hat aber allen auch Spaß gemacht“, meint Carmen Adam. Nun stehen passende Übungsgeräte in der Wiese. Die meisten hat Alexander Adam selbst gebaut, die flexible Tunnelröhre ist eine Spende.

Seine Ehefrau Carmen Adam ist Staffelleiterin und Ausbilderin. Zusammen mit ihrem Mann gehört sie zu den alten Hasen bei der Rettungsausbildung der Hunde, kümmert sich um das Training und die neuen Mitglieder. Wie alle anderen ist auch sie ehrenamtlich dabei und bringt einen Großteil ihrer Freizeit mit ein.

Derzeit besteht die Staffel aus fünf Trümmer-/Flächenhunden und drei sogenannten Mantrailern, die gezielt nach einer bestimmten Person suchen können. Hunde und Halter sind beim Lernen stark eingespannt: Trainiert wird dreimal pro Woche, jedes Mal für vier bis fünf Stunden. Die meisten wohnen in Pastetten, einige kommen auch aus Isen, Pemmering oder sogar München. „Anders als bei der Feuerwehr, wo die Kameraden vom Gerätehaus aus starten, müssen die Leute nicht aus der Gemeinde anrücken. Bei der Alarmierung fährt das Team aus Hund und Hundeführer direkt zum Einsatzort“, erklärt Peter Lex.

Auch die Zeit, in der das passiere, sei nicht ganz so knapp bemessen wie bei den Floriansjüngern, die Hilfsfristen gelten nicht für die Rettungshunde. Dennoch müssen die Mitglieder der Staffel auch Kameraden der Feuerwehr Pastetten werden und mindestens die Modulare Truppausbildung (MTA) erfolgreich absolviert haben.

Bevor es für die Tiere das erste Mal zu einem Einsatz geht, liegen noch zwei bis drei Jahre harter Ausbildung und mehrere Prüfungen vor ihnen. Etwa 250 Stunden pro Jahr müssen in die praktische Ausbildung investiert werden. Unterstützt werden die kommenden Retter von Christina Lex, die nicht nur erfahrene Staffelleiterin der Feuerwehr Aschheim, sondern auch beim Landesfeuerwehrverband Prüferin beim Arbeitskreis Rettungshunde ist. Die Pastettener arbeiten außerdem mit den Feuerwehren in Aschheim und Hochbrück zusammen, die beide bereits eine Rettungshundestaffel integriert haben.

Für den Kommandanten war es ein Glücksgriff, als der Feuerwehr der Vorschlag einer eigenen Staffel unterbreitet wurde. „Das ist eine sehr gute Sache“, sagt Lex, „wenn es Leute gibt, die das freiwillig machen, sollte man ihnen den Weg ebnen“. Er erzählt, dass pro Jahr etwa 100 000 Menschen als vermisst gemeldet werden, darunter etwa 40 000 Kinder. Viele befinden sich in einer lebensbedrohlichen Lage, irren orientierungslos umher, haben sich verlaufen oder sind unter dem Schutt eines eingestürzten Gebäudes begraben.

Rettungshunde kommen zum Einsatz, wenn andere Suchmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Dass die Truppe zur Wehr gehört, sieht Lex als Vorteil. „Zum einen kennen wir uns mit der Koordination an der Einsatzstelle aus, zum anderen haben wir eine entsprechende Rettungsausrüstung gleich dabei.“ Derzeit ist die Staffel noch im Probejahr, der Gemeinde entstehen keine Kosten, da Ausbildung und Unterhalt der Hunde derzeit von den Haltern selbst bezahlt werden. Um zu wachsen, sind aber Neumitglieder gern gesehen. Aber auch Übungsgelände für die Flächen und Trümmersuche werden noch gebraucht. „Wer ein Abrissgelände oder eine Kiesgrube zur Verfügung stellen möchte, kann sich gern melden“, so Alexander Adam.

Henry Dinger

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