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Die Trägerschaft für das Kinderhaus Pusteblume (Bild) und den Kindergarten Am Feuerwehrhaus hat die AWO Ebersberg zum 1. Januar 2016 übernommen. Nun wurde Bilanz gezogen. 

Erste Bilanz des Trägers 

Die Kindertagesstätten wachsen zusammen

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Seit dem 1. Januar 2016 sind die Kindertagesstätten in der Gemeinde Pastetten in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ebersberg. Nach gut einem Jahr wurde nun Bilanz gezogen.

Pastetten– Knapp eineinhalb Jahre ist es her, dass der Kreisverband Ebersberg der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Träger der Pastettener Kindertageseinrichtungen ist. Nun zogen AWO-Geschäftsführerin Ulrike Bittner und Gabriele Pfanzelt, Leiterin des Bereichs Kinder & Jugend, im Gemeinderat Bilanz. Den jährlichen Rechenschaftsbericht in wirtschaftlicher und pädagogischer Hinsicht hatte sich das Gremium ausdrücklich gewünscht.

Pfanzelt beleuchtete die pädagogische Seite und berichtete, dass es mehrere Teamtage gegeben habe – zur Hauskonzeption und zum Thema Bindung beispielsweise. „Da sind die Mitarbeiter sehr emsig“, lobte Pfanzelt. Vorrangiges Ziel dieser Tage sei die Stärkung des Kinderhausgedankens. Die verschiedenen Bereiche sollten sich gegenseitig unterstützen – nicht nur im Kinderhaus Pusteblume, sondern auch in der Außenstelle, dem Kindergarten Am Feuerwehrhaus.

Darüber hinaus sei ein Schwerpunkt die Inklusion. „Inklusion betrifft uns alle, wie wir hier sitzen. Jeder bringt seine Eigenheiten und Macken mit“, erklärte Pfanzelt auf die Rückfrage aus dem Gremium, ob Inklusion nicht nur etwas mit Behinderung zu tun habe. Doch sie betreffe auch die eigene Einstellung, etwa bezüglich Migrationshintergrund oder Frauenbild. „Es geht auch darum, Barrieren in den Köpfen abzubauen“, ergänzte Bittner.

2. Bürgermeister Matthias Zimmerer (CSU) wollte wissen, wie es die AWO mit der Glaubensneutralität hält. „Als Träger sind wir überkonfessionell, bei uns ist jeder Mensch willkommen“, sagte Bittner und erklärte: „Wir beten mit den Kindern keine christlichen Gebete und besuchen mit ihnen keinen Gottesdienst, weil wir der Meinung sind, dass religiöse Bildung Aufgabe des Elternhauses ist.“ Freilich aber feiere man Feste wie Weihnachten und Ostern.

Pfanzelt berichtet, dass man in der Krippe viel Wert darauf lege, die Kinder in ihrer Alltagsselbstständigkeit zu begleiten. So schöpfen sie sich zum Beispiel ihr Essen selbst auf den Teller oder gießen sich Getränke selbst ein.

Im Kindergarten Pusteblume habe sich das Team gut aufgestellt. „Es laufen viele gruppenübergreifende Angebote, die Kinder können sich besuchen“, so Pfanzelt. Verändert wurde die Schlafsituation: Die Kinder können nun selbst entscheiden, ob sie mittags schlafen wollen oder nicht. „Nicht mehr die Eltern bestimmen. Das war holprig am Anfang, hat sich aber eingespielt.“ Am Feuerwehrhaus wurde der Wochenplan umstrukturiert, um den Kindern mehr Freiraum zu geben, und der Kontakt zur Pusteblume habe sich intensiviert.

Hans Kerschbaum (FWE) sprach die Personalengpässe an, die „in der Zeit vor AWO“ geherrscht haben und die bekanntermaßen letztlich ein Grund für den Trägerwechsel gewesen waren. „Das erste Jahr war knackig, die Mitarbeiter hatten zu knabbern“, gab Pfanzelt zu. Jedoch stabilisiere sich die Lage. Der Hausgedanke und die interne Zusammenarbeit hätten sich sehr verbessert. Dass die Quote der Elternzeitler in Pastetten „auffallend hoch“ gewesen sei, bestätigte Bittner. Von den übernommenen Mitarbeiterinnen seien vier noch in Elternzeit, drei inzwischen in anderen AWO-Einrichtungen eingesetzt.

Nach dem pädagogischen Überblick schilderte die Geschäftsführerin die wirtschaftliche Seite. Demnach lag die durchschnittliche Belegungsquote am Feuerwehrhaus bei 92, in der Pusteblume bei 86 Prozent. Die Krippe sei stets belegt gewesen, in den Kindergärten seien noch Plätze frei. Bittner: „Das geht noch was, das muss voller werden.“

Zum Personal erklärte Pfanzelt, dass in der Krippe im September 2016 ein kompletter Wechsel des Teams stattgefunden habe. Teile des Personals hätten von sich aus den Arbeitsplatz gewechselt, andere seien von vornherein nur befristet eingestellt gewesen. „Das war ein harter Start.“ Man habe aber das Glück gehabt, einige Monate sogar Stellen überlappend besetzen zu können. Das schlage sich zwar in den Finanzen nieder, sei aber pädagogisch wichtig gewesen.

„Für 2016 legen wir als Träger noch Geld drauf. Es hätte mich aber gewundert, wenn es anders gewesen wäre“, lautete Bittners Fazit in wirtschaftlicher Sicht. Hoch begeistert fiel die Bilanz der menschlichen Seite aus: Pfanzelt bezeichnete die Einrichtungen als „eine bunte Bereicherung“, und Bittner fasste zusammen: „Wir freuen uns, dass wir diese Schätze bekommen haben.“

Von Vroni Macht

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