Gemeinderat Pastetten 

Fachmann: Umleitung des Hirschbachs die beste Lösung

Pastetten – Die Rückhaltung von Niederschlagswasser, die Abflussverbesserung und eine naturnahe Bachgestaltung sind zentrale Möglichkeiten, mit denen das Pastettener Gemeindegebiet vor Hochwasser geschützt werden kann. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend stellte Planer Göran Brandhorst vom Büro Sehlhoff das Konzept vor. Per Computeranimation zeigte der Fachmann den Hochwasserverlauf für Pastetten und Reithofen und erläuterte Gegenmaßnahmen. Um eine Förderung zu bekommen, müsse man mit einem 100-jährliches Hochwasser plus 15 Prozent kalkulieren, damit künftige Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt seien.

In der Ortschaft Pastetten fließt der Kultnerbach, und es gibt auch einen Weiher. Bei einem Hochwasser seien die Auswirkungen im Süden besonders schlimm. Es gehe darum, dem Wasser den Weg in das Gewässer zurück zu zeigen. Das sei mit einem leichten Damm von etwa zwei Metern, einem Graben und guten Einläufen zu bewerkstelligen.

Andreas Wagner wollte wissen, ob es denn überhaupt möglich sei, vom Rückhaltebecken zum Weiher eine Verrohrung zu bauen. Das sei über eine andere Trasse machbar. Gerhard Nußrainer sprach sich für einen Damm in Richtung Karlsdorf aus, ohne diese Ortschaft zu beeinträchtigen. Rückhalt sei gut, aber man müsse auch die Flächen dafür kriegen, meinte Brandhorst. Wegen überschwemmter Felder sei mit den Landwirten über einen finanziellen Ausgleich zu reden. Grundsätzlich sei der Wasserrückhalt nicht die „alleinige Lösung“. Am besten sei die Kombination mehrerer Maßnahmen.

In Reithofen war die Kostenfrage ein großes Thema. Zwei Möglichkeiten würden sich anbieten. Die beste Lösung wäre die Umleitung des Hirschbachs, um das Gewässer aus dem Ort zu bekommen. Eine naturnahe Gewässerverlegung wäre auch für die Unterlieger hilfreich, führte der Referent aus. Allerdings sei hier der Grunderwerb der Knackpunkt. Hier sei mit etwa zwei Millionen Euro zu rechnen. Wesentlich teurer sei die „zweitbeste Lösung“: der Umbau des Gewässers im Ort mit den vielen zu klein dimensionierten Brücken. Hier würden über drei Millionen Euro fällig werden. Die Rückhaltung des Wassers und ein Notüberlauf in die Kiesgruben waren weitere Lösungsansätze.

Vizebürgermeister Matthias Zimmerer wies darauf hin, dass man auch die Niederschlagsmengen im umgebenden Gelände bei einem Hochwasser betrachten müsse. Fritz Deutinger wollte die Höhe der Förderung wissen. „50 Prozent kann man schon hinkriegen“, meinte Brandhorst. In der nächsten Sitzung soll über das Konzept und die Auftragsvergabe beraten werden, wobei man mehrere Angebote einholen will.

Vroni Vogel

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