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Faschingsumzug in Pastetten: Kurzer, aber bissiger Gaudiwurm

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Stürmische Wetteraussichten, ein Wagen weniger: Der Faschingszug in Pastetten hatte mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, präsentierte sich aber als bissiger Gaudiwurm. 

Der Baschdinger Faschingsumzug am Sonntag stand unter einem weniger guten Stern: Misstöne wegen geplanter und wieder abgesagter Wahlkampf-Aktionen hatte die Burschengemeinschaft Pastetten dazu gebracht, heuer erstmals seit 15 Jahren keinen eigenen Wagen in den Gaudiwurm zu schicken. Trotzdem gab es viel zu sehen.

Die Verantwortlichen hatten die stürmische Wetterprognose fest im Blick und entschieden sich – anders als die Veranstalter in Mühldorf und Markt Schwaben – dafür, den Zug starten zu lassen und dann kurzfristig zu reagieren, falls das Wetter doch schlechter werden würde. Das geschah nicht. Aber der Trubel am Maibaum war um 14 Uhr nur halb so groß wie in den vergangenen Jahren. Dennoch war die Stimmung der zumeist maskiert Erschienenen bestens, vor allem die vielen Kinder hatten ihren Spaß. Der Pastettener Umzug war auch in diesem Jahr wieder das Dorado der Bonbonjäger.

Den Zug führte ein kleiner kommunaler Unimog an, von dem unter anderem FWE-Gemeinderat Andreas Winner mit stilechter Karnevalskappe dem Publikum am Straßenrand zuwinkte. Der Wagen trug als einzigen Schmuck die Aufschrift „Poigenberg, Mangstenberg, Schmidberg – jetzt haben wir auch einen Schuldenberg“, in Anspielung auf den geplanten Bau zweier Feuerwehrhäuser in Pastetten und Reithofen, der derzeit die Volksseele hochkochen lässt.

Kritik am Gemeinderat war auch am „Palast der Eiskönigin“ zu lesen, der in diesem Jahr von mehreren befreundeten Familien unter Regie von Gerhard Nussrainer gestaltet worden war. Auf dem Zug-Bulldog saß Olaf, der Schneemann, am Wagen klebten Sprüche wie „Unser Gemeinderat ist zum Einschlafen“, „Wenn uns die Eiszeit erreicht, werden diese Projekte eingefroren – Haus für Senioren, Jugendarbeit, Bürgerhaus . . .“, „Ich weiß gar nicht, warum immer alle auf die Regierung schimpfen – die tut doch gar nichts“ oder „Mit leerem Hirn spricht man nicht“ und „Nichts ist von Dauer. Macht Euch das nicht nervös? Wahlen 15. März!“.

Die Nachbarn aus Karlsdorf waren unter dem Motto „Bauwong Karlsdorf geht auf Hasenjagd“ angereist, am Hänger wurde auch gleich fürs Maibaumaufstellen geworben. Die Maibaumfreunde Schwillach erschienen mit einem Eicher-Traktor, an dem ein hölzerner Riesen-Eicher als Anhänger hing, der wiederum einen Anhänger mit einem Mini-Eicher als „Baschdinger Burschen Gedächtniswagen“ im Schlepptau hatte. Und so war die Burschengemeinschaft letztlich doch vertreten.

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