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Etwa 30 Radler waren auf Einladung von Johann Grill (3. v. l.) zum Verbindungsweg zwischen Reithofen und Haidberg gekommen. Auch dabei waren (v. l.) ADFC-Kreischef Horst Weise, Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger und seine Pastettener Kollegin Cornelia Vogelfänger (nicht im Bild). Der gesamte Weg soll nun provisorisch so fit gemacht werden, dass Radfahrer sturzfrei fahren können. Hier zeigt Weise auf einen Rest des Schotters, der zu Stürzen geführt hat. 

Anwohner beschweren sich über Belag 

Feldweg von Reithofen nach Buch: „Wir wollen einfach sturzfrei radeln können“

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Wie gefährlich ist der Feldweg von Reithofen nach Buch am Buchrain für Radfahrer? Zumindest sind dort schon mehrere Radler gestürzt. Der Reithofener Johann Grill findet, die Gemeinde Pastetten müsse dort etwas unternehmen und hat dazu auch den ADFC ins Boot geholt.

Reithofen– Um mit dem Rad von Reithofen nach Buch zu kommen, kann man die stark frequentierte Staatsstraße 2332 nutzen oder einen Feldweg, der in Reithofen am Sägewerk als Haidberger Straße beginnt. Dieser Weg führt nach Haidberg, von dort zur St 2332, wo ein neu gebauter Radweg nach Buch führt.

„Die Staatsstraße benutzt kein Radfahrer gern, vor ein paar Jahren gab es auch einen tödlichen Unfall“, weiß Grill. Also weichen die Radler auf die Verlängerung der Haidberger Straße – offiziell ein Gemeindeverbindungsfeldweg – aus. Im vergangenen Jahr habe „ein Gemeindemitarbeiter, der sich hervorragend in Tiefbau auskennt“, wie Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger in der Bürgerversammlung im Mai betont hatte, einen Teil des Wegs auf Pastettener Gemeindegebiet neu gekiest. Im März 2019 folgte ein weiterer Abschnitt. „Es wurde das gleiche Material verwendet wie auf anderen Wegen der Gemeinde auch.“

Johann Grill: „Seit der Bürgerversammlung ist nichts passiert“

Von Radfahrern kam jedoch die Kritik, dass der Weg nicht mehr benutzbar sei, die groben Steine hinderten am Vorankommen. Wie die Ortschefin im Mai erklärt hatte, warte der Bauhof auf Regen, damit die Oberfläche weiter verdichtet werden könne. Das könne „einige Wochen und Monate dauern“.

In der Bürgersprechstunde der Gemeinderatssitzung Anfang Juli meldete sich Grill zu dem Thema zu Wort: „Seit der Bürgerversammlung ist nichts passiert.“ Der Weg sei gegenwärtig nicht befahrbar, teils müsse man das Rad schieben. Vogelfänger entgegnete, dass der Bauhof bestens mit Aufgaben beschäftigt sei. Projekte wie die Turnhallensanierung und der überraschende Beginn des Glasfaserausbaus hätten derzeit Priorität. „Es wird gemacht, ich kann nur nicht sagen, wann“, erklärte sie.

Bürgermeisterin Vogelfänger: „Es steht als ,dringlich‘ auf der Agenda.“

In der gleichen Sprechstunde ergriff auch Albertine Winkler das Wort: „Der Zustand, den der Weg vorher hatte, war zehnmal besser.“ Mit Kindern könne man gar nicht mehr fahren. „Es steht als ,dringlich‘ auf der Agenda. Wenn Zeit ist, wird es gemacht“, so Vogelfänger.

Für Grill waren diese Argumente nicht zugkräftig. „Hier muss etwas passieren, der Weg ist nicht benutzbar, und es sind schon Leute gestürzt“, sagt er im Gespräch mit der Heimatzeitung. Der engagierte Senior wandte sich an den Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und bat dessen Kreisvorsitzenden Horst Weise zum Ortstermin. Dazu lud Grill auch befreundete Radler ein, in erster Linie ältere Bürger. Und er schickte an Gemeinderäte wie Sebastian Hohentanner (Forstern) und Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger Einladungen, beide kamen ebenso wie Vogelfänger.

Von den 30 Anwesenden sind fünf bereits gestürzt oder waren kurz davor

Eine kurze Abfrage zeigte, dass von den etwa 30 Anwesenden fünf auf dem Weg bereits gestürzt oder kurz davor waren. In einer lockeren Gesprächsrunde, die schnell von einem angespannten in einen konstruktiven Tonfall wechselte, wurden die Standpunkte deutlich: Die Radler wollten endlich wieder in Richtung Haidberg und Buch fahren können. „Wir wollen hier einfach nur sturzfrei radeln können“, sagte eine ältere Dame.

Vogelfänger machte deutlich, dass kein Geld für einen „ordentlichen“ Belag im Haushalt vorgesehen sei, sie sich aber vorstellen könnte, es in den kommenden Jahren einzustellen. Für Entspannung sorgte auch, dass der Bauhof wenige Tage zuvor eine Schicht aus feinkörnigerem Material auf einem Großteil des Wegs aufgebracht hatte. „Es sieht jetzt so aus, als ob wir ausgerechnet vor dem Ortstermin aktiv geworden sind, aber dem ist nicht so“, sagte Vogelfänger.

„Ich werde auf jeden Fall dranbleiben“

Auch Weise stellte fest, dass sich der neue Belag als Provisorium besser eigne. Dafür müsse noch Sand aufgebracht, die Strecke mehrmals intensiv bewässert und gewalzt werden. Mit dieser Zwischenlösung schien jeder leben zu können. Grill kündigte an: „Ich werde auf jeden Fall dranbleiben.“

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