Feuerwehren in Pastetten

Erst haben die Experten das Sagen

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Architekt Ludwig Maier stellte im Gemeinderat erste Entwürfe für ein Doppel- und ein Einzelhaus für die Pastettener Ortsfeuerwehren vor. Sie sollen nun von Regierung von Oberbayern und Kreisbrandrat geprüft werden.

Pastetten– Beim Thema Feuerwehrhaus brennt im Pastettener Gemeinderat nach wie vor die Luft. Aufgrund eines Bürgerbegehrens wurde der Entschluss, für die Wehren Pastetten und Reithofen-Harthofen zwei getrennte Häuser zu bauen, wieder aufgehoben. Nun wird neu geplant (wir berichteten).

Am Dienstagabend stellte Ludwig Maier vom gleichnamigen Architekturbüro aus Wörth die ersten Entwürfe vor. Im Mittelpunkt stand ein Gebäude neben dem jetzigen Standort auf dem Sportplatz, in dem beide Wehren räumlich getrennt untergebracht wären. Maier hatte Skizzen für die Lage parallel zur Harthofener Straße und zur östlichen Grundstückgrenze mitgebracht.

Der Komplex hätte einen teilunterkellerten Mittelbau, in dem sich im Erdgeschoss die Kommandantenbüros, Räume für Funk, Telekommunikation und Lagebesprechung sowie Umkleiden befänden. Im Obergeschoss gäbe es einen gemeinsamen Schulungsraum sowie getrennte Aufenthaltsräume und Teeküchen. WCs und Duschen entstünden im Keller.

Links und rechts angeschlossen wären die Fahrzeughallen, daneben ist je ein Stellplatz als Erweiterung vorgesehen. In der Verlängerung der Hallen fänden sich Werkstätten, Lager und Geräteräume. Die umbaute Fläche wäre 55 Meter breit und 26 Meter lang. Rechnet man Vorplatz und Stellplätze für die Privatautos der Feuerwehrler hinzu, kommt man auf über 63 Meter Länge – die Zufahrt für die Anrücker zwischen Bauhof-Rückseite und Feuerwehrhaus noch nicht mitgerechnet. Sportplatz und Laufbahn müssten Federn lassen oder wären ganz passé.

Dass der Entwurf nur ein Anfang der Planung sein kann, zeigte sich schnell an den Einwänden der Räte. Vor allem die Hallenlänge wurde in Frage gestellt.

Lange Halle nötig für die Anhänger

„Die 17 Meter sind ein Totschlagargument für dieses Gelände“, sagte Hans Kerschbaum (FWE) und verwies auf andere Gemeinden, in denen 12,5 Meter üblich seien. Architekt Maier begründete seine Version damit, dass hinter den Fahrzeugen Anhänger untergebracht werden sollen.

Andreas Winner (FWE) hatte sich intensiv mit den Entwürfen befasst und mit DIN-Normen verglichen. Er sah viel Einsparpotenzial: So ließe sich etwa beim Flur zwischen den Umkleiden oder bei den Abständen zwischen den Stellplätzen in der Fahrzeughalle Platz sparen.

Auch die Kommandanten hatten Rederecht und brachten ihre Einwände vor. Peter Lex (Pastetten) kritisierte die Toiletten im Keller. Sie müssten bei den Umkleiden sein. Thomas Huber (Reithofen-Harthofen) störte, dass die Kommandantenbüros mit den Funkräumen zusammengelegt sind. Das sei ungünstig, da die Kommandanten auch Unterlagen hätten, die nicht jeder einsehen solle.

Es gab aber auch Stimmen, die ein Doppelhaus an dieser Stelle generell in Frage stellten. „Es bringt nichts, wenn wir die Planung mit Hängen und Würgen hinbekommen, aber schon vor dem Bau wissen, dass das Haus zu klein wird“, sagte Franz Stanner (WRH). Im Raum steht auch die Frage, inwieweit die Ein- und Ausfahrten auf die Harthofener Straße genehmigungsfähig sind, da sich die ankommenden Wehrler mit den ausfahrenden Einsatzfahrzeugen kreuzen könnten.

Die Variante eines einzelnen Hauses an der Poigenberger Straße wurde nur kurz vorgestellt. Auch hier könnte es Einwände bei den Zu- und Abfahrten geben. Um eine ausufernde Diskussion zu vermeiden, wurde beschlossen, die Pläne zunächst bei der Regierung von Oberbayern und dem Kreisbrandrat vorzulegen. Wenn sie die Einhaltung von Vorschriften geprüft haben, könne man die Planung fortsetzen.

Rubriklistenbild: © dpa

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