Bürgerversammlung Pastetten 

Feuerwehrhäuser: Anonymer Brief lässt Grundstücksdeal platzen

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Pastetten sucht weiter nach einem passenden Baugrund für die Feuerwehrhäuser. Die Pläne ernten weiter Kritik.

Pastetten Der Ärger um die zwei geplanten Feuerwehrhäuser in Pastetten und Reithofen reißt nicht ab. In der Bürgerversammlung im Gasthaus Winner platzte Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger der Kragen: „Jetzt kommt etwas ins Spiel, das ich nur noch schändlich finde, und wofür ich mich fremdschäme“, sagte sie.

Was war passiert? Nachdem die Idee eines gemeinsamen Hauses am alten Standort, auch wegen der Nichteinhaltung der Hilfsfristen, begraben worden war, wurde in Zusammenarbeit mit dem Kreisbrandrat die Poigenberger Straße als Standort festgelegt. Die langen Verhandlungen mit den Grundbesitzern „hätten beinahe zum Notartermin geführt“, so Vogelfänger. „Beinahe deswegen, weil einer der Eigentümer einen anonymen Brief erhalten hat, in dem sowohl ich als auch 2. Bürgermeister Matthias Zimmerer sinngemäß als Lügner und Betrüger bezeichnet werden“. Davon habe sich der Mann beeinflussen lassen – der Deal platzte.

„Es wird Zeit, dass wir eine Lösung für unsere Feuerwehren finden“, sagte Vogelfänger. Für ihre Arbeit bräuchten die Aktiven vernünftige Häuser, die den gesetzlichen Vorgaben entsprächen. „Traumschlösser sind nicht vorgesehen. Wenn einer verhindert, dass wir ein Grundstück kaufen können, heißt das noch lange nicht, dass das nächste Grundstück günstiger wird und wir Geld sparen.“

Von den Zuhörern gab es erneut Kritik an den Plänen und der ersten Kostenschätzung. Die Feuerwehr sei wichtig, doch dürfe man die zu erwartenden Summen nicht aus den Augen verlieren, meinte ein Gast und nannte Markt Schwaben als Beispiel, wo die Kosten für das einzige Feuerwehrhaus um ein Sechsfaches niedriger gewesen seien. Vogelfänger hielt dagegen, dass es sich derzeit um bloße Überschlagsrechnungen handle, die Zahl unterm Strich dürfte ihr zufolge deutlich niedriger ausfallen.

Ein anderer Gast meinte, dass sich Pastetten mit zwei Feuerwehrhäusern im Landkreis zur „Lachnummer“ mache. Von Markus Stanner um seine Meinung gebeten, äußerte sich Landrat Martin Bayerstorfer. Als Bürgermeister von Hohenpolding kämpfte er mit einer ähnlichen Situation. „Ich würde wieder zwei Häuser bauen“, sagte Bayerstorfer, aber das sei seine private Meinung. Die Freiwilligen würden sich mit ihrer Wehr und ihrem Ortsteil besser identifizieren können. „Die Entscheidung sollte aber aus den Feuerwehren kommen, man kann sie nicht mit Gewalt zusammenfügen.“ 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Patrick Seeger

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