Corona ließ nicht mehr Publikum zu: Die wenigen Besucherplätze in der Turnhalle waren bei der Sitzung zum Feuerwehrhaus schnell belegt.
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Corona ließ nicht mehr Publikum zu: Die wenigen Besucherplätze in der Turnhalle waren bei der Sitzung zum Feuerwehrhaus schnell belegt.

Bürgerentscheid zum geplanten Neubau am Sportplatz kommt – Projektgruppe gegründet

Feuerwehrhaus bleibt in der Schwebe

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Groß war das Interesse der Pastettener an der Sondersitzung des Gemeinderates zum Thema Feuerwehrhaus. Coronabedingt waren nur gut zwei Dutzend Besucherplätze im hinteren Teil der Turnhalle bereitgestellt worden, und die waren alle schnell belegt. Eine Lösung ist aber noch nicht in Sicht.

Pastetten – Bürgermeister Peter Deischl (FWE) sorgte für eine Überraschung mit dem Hinweis, dass drei Punkte von der Tagesordnung genommen werden: der Antrag zur Beauftragung des Büros IBG für die Beratung zur Weiterentwicklung des Feuerwehrhauses am Bauhof, der Antrag der Freiwilligen Feuerwehr Reithofen-Harthofen auf den Neubau eines Gerätehauses und der Antrag der Pastettener Wehr auf den Umbau des alten Hauses.

„Wir haben Beschlüsse gefasst, verworfen und dann wieder neue Beschlüsse gefasst“, sagte Deischl, „wir haben meiner Ansicht nach den roten Faden verloren“. In den öffentlichen Sitzungen habe es Diskussionen gegeben, die nicht zielführend gewesen seien, es habe Absprachen untereinander gegeben.

Gerätehaus am Sportplatz? Grünes Licht für den Bürgerentscheid

Am 2. Juni gab es nun im Rathaus eine Besprechung mit einem Mediator (siehe Kasten). „Mit ihm haben wir das Thema Feuerwehrhäuser umfangreich diskutiert.“ Er habe den Rat gegeben, „an dem Thema mit Sorgfalt zu arbeiten und in Klausur zu gehen“.

Von den Zuschauern mit Spannung erwartet wurde der Antrag auf einen Bürgerentscheid zum Feuerwehrhaus auf dem Sportplatz. Geschäftsleiter Gottfried Prostmeier teilte mit, dass das vorangegangene Bürgerbegehren mit 703 gültigen Unterschriften die Regularien erfüllt. Auch die Kommunalaufsicht des Landratsamts habe grünes Licht gegeben. Die Räte ließen das Bürgerbegehren einstimmig zu. Nun werden im Bürgerentscheid alle wahlberechtigten Pastettener darüber abstimmen können, ob ein Feuerwehrhaus auf dem Sportplatz gebaut werden soll oder nicht.

Bringt die Mediation die Lösung?

Bürgermeister und Gemeinderat haben, wie bereits 2015, einen Mediator zu Hilfe geholt, um den völlig verfahrenen Karren Feuerwehrhaus wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Am 2. Juni gab es dazu einen nicht-öffentlichen Termin im Rathaus. In Folge dieses Gesprächs wurden drei Themen von der Tagesordnung der Sondersitzung gekippt, allerdings wurden die Mediation und die Änderung des Ablaufplans erst zu Beginn der Sitzung bekannt gegeben.

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt Bürgermeister Peter Deischl (FWE) mit, dass neben ihm die 2. und 3. Bürgermeisterinnen Roswitha Bayer-Siegling (FWE) und Alice Lorenz (Grüne) teilgenommen haben, außerdem Alois Huber (WRH), Andreas Wagner (BIG), Matthias Zimmerer (CSU) und Geschäftsleiter Gottfried Prostmeier.

In der Runde saßen zudem die Kommandanten Peter Lex (Pastetten) und Thomas Huber (Reithofen-Harthofen). Moderator war Stadtplaner Andreas Raab von der Schule für Dorf- und Landentwicklung. Vom Inhalt ist nur wenig bekannt.

Wie Deischl sagte, gehe es darum, verschiedene Lösungsansätze für die Unterbringung der Feuerwehren durchzuspielen. Der am 20. April beschlossene Standort Sportplatz scheint jedenfalls ebenso wenig in Stein gemeißelt zu sein wie ein gemeinsames Haus. Das wurde auch in der Ratssitzung deutlich, als die Bildung einer Projektgruppe einstimmig beschlossen wurde. hd

Weiter haben sich die Räte dafür entschieden, eine Projektgruppe zur Weiterentwicklung eines Vorentwurfs zum Feuerwehrhaus zu gründen. Dieser Antrag war von den Befürwortern eines gemeinsamen Hauses auf dem Sportplatz gestellt worden. Allerdings wurde in der Beschlussfassung der Wortlaut geändert, es ist nicht mehr die Rede von einem „gemeinsamen“ Haus, und auch „am Bauhof“ wurde gestrichen. Die Gruppe wird unter Deischls Leitung aus Mitgliedern des Gemeinderats bestehen. Zu Beratungen sollen auch Experten hinzugezogen werden.

Nicht zur Abstimmung kam die Bürgeranfrage von Johann Grill. Er hatte darum gebeten, dass die Öffentlichkeit die Flächengrößen der beiden Grundstücke erfährt, die für die Feuerwehrhäuser in Reithofen und Pastetten im neu beantragten Flächennutzungsplan vorgesehen wären. Außerdem wollte er wissen, welche Flächen beim Kauf noch hinzukommen und wie die Vertragsbedingungen lauten.

Prostmeier teilte mit, dass das Grundstück in Poigenberg etwa 5000 Quadratmeter groß sei, das in Reithofen etwa 5300 Quadratmeter. Für Hans Kerschbaum (FWE) reichte die Antwort nicht: „Gefragt war aber auch, welche Tauschflächen zur Verfügung gestellt wurden.“ Deischl sagte, dass Grundstücksangelegenheiten nicht in die Öffentlichkeit gehören.

hd

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