Flauschiger Nachwuchs im Hause Nußrainer: Die kleinen Küken entzücken gerade die ganze Familie.
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Flauschiger Nachwuchs im Hause Nußrainer: Die kleinen Küken entzücken gerade die ganze Familie. 
Die Küken wurden in der Brutmaschine ausgebrütet, in der auf unserem Foto gerade ein kleines, gelbes Küken geschlüpft ist.
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Die Küken wurden in der Brutmaschine ausgebrütet, in der auf unserem Foto gerade ein kleines, gelbes Küken geschlüpft ist.
Den Brutautomaten hatte sich der zehnjährige Johannes (r.) im vergangenen Jahr zur Erstkommunion gewünscht, hier im Bild mit seinem jüngeren Bruder Tobias (4).
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Den Brutautomaten hatte sich der zehnjährige Johannes (r.) im vergangenen Jahr zur Erstkommunion gewünscht, hier im Bild mit seinem jüngeren Bruder Tobias (4).
Mittendrin im Hühnerhaufen: Johannes Nußrainer (10) aus Katterloh. 
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Mittendrin im Hühnerhaufen: Johannes Nußrainer (10) aus Katterloh. 

Gefiederter Nachwuchs pünktlich zu Ostern

Küken-Kinderstube im Wohnzimmer

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Mit seiner eigenen Brutmaschine brütet Johannes Nußrainer (10) aus Katterloh kleine Küken aus. Pünktlich zu Ostern sind jetzt wieder welche geschlüpft.

Katterloh Seit einigen Tagen spielt der Fernseher im Hause Nußrainer keine Rolle mehr. Statt in die Röhre schauen alle gebannt in einen kleinen Plastikkasten. Knapp zwei Dutzend Eier liegen darin – braune, weiße, grüne. Die Familie wartet darauf, dass sich was rührt. Plötzlich wackelt ein Ei. Ein winziger Schnabel pickt von innen ein Löchlein in die Schale, leises Piepen dringt nach draußen.

Der Kasten steht in einem dunklen Raum im Haus der Familie aus Katterloh in der Gemeinde Pastetten und gehört dem zehnjährigen Johannes. Wo sich andere Kinder in seinem Alter ein Buch oder Videospiele wünschen, wollte er voriges Jahr eine Brutmaschine zur Erstkommunion.

Eier von den eigenen Hühnern

Da die Familie in ihrem Garten schon lange Hühner hält, stimmten die Eltern Margit (42) und Gerhard (44) zu. „Mir hat das schon immer gefallen mit den Hühnern“, erzählt Johannes, und seine Eltern freuen sich über sein sinnvolles Hobby.

Seitdem wurden bei den Nußrainers schon einige Eier ausgebrütet. Vor drei Tagen war es wieder so weit: Die ersten flauschigen Küken in diesem Jahr schlüpften. 21 Tage zuvor hatte Johannes 24 Eier in der Brutmaschine platziert. Dort ist es schön warm – die Temperatur beträgt um die 38 Grad. Auch die Luftfeuchtigkeit ist perfekt eingestellt. Alles läuft automatisch, sogar das Drehen der Eier. Johannes hat die Hälfte mit Kreuzen markiert. Die andere Hälfte hat seine Schwester Theresa (13) mit Herzchen gekennzeichnet.

Die Eier stammen von den eigenen Hühnern im Garten. Diverse Rassen hält die Familie – vom Sulmtaler bis zum Zwerghuhn. Für die Auswahl der Eier haben Johannes und sein Papa Gerhard diesmal zum Pendel gegriffen. Mit Esoterik hat das aber nichts zu tun. Vielmehr haben sie einen Trick ausprobiert, mit dem man nicht nur herausfinden können soll, ob die Eier befruchtet sind. Es soll sich auch das Geschlecht der Küken vorhersagen lassen. Ein Radiosender hatte den Versuch kürzlich gestartet. „Wenn die Eier unbefruchtet sind, bewegt sich das Pendel nicht“, erklärt Gerhard Nußrainer. „Kreist es, ist angeblich ein weibliches Küken im Ei. Bei Männchen schwingt das Pendel hin und her.“

Bei 23 von 24 Eiern sei das Pendel gekreist – also gibt’s 23 Weibchen? Das wird sich erst in einigen Wochen zeigen. „Die Hennen behalten wir. Wenn auch Giggerl dabei sind, werden sie verkauft oder verschenkt“, sagt Johannes, der die Nacht vor dem Schlüpfen aus Aufregung kaum schlafen konnte.

Draußen warten rund 50 Artgenossen

Noch haben es die Mini-Hühner gemütlich unter einer Wärmeplatte. „Sie ersetzt die Glucke“, weiß Johannes, der sich sein Wissen über die Kükenaufzucht vor allem angelesen hat. Die Biberl verbringen die ersten Tage in einem eigens gebauten Holzkäfig im Wohnzimmer der Familie. Als Nahrung bekommen sie Wasser sowie gekochtes Ei und die Blätter junger Brennnesseln, beides klein gehackt.

Sind die Tiere größer, ziehen sie nach draußen zu ihren rund 50 ausgewachsenen Artgenossen in den Hühnerstall mit großem Freilauf. „Den dürfen sie zum Glück wieder nutzen, nachdem die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe gelockert wurde“, sagt Gerhard Nußrainer.

Die ersten Küken – manche sind grau, andere sehen aus wie kleine Pinguine – sind rund zehn Stunden alt und haben ihre Kinderstube im Wohnzimmer schon bezogen, als sich ein gelbes Hühnchen aus der Eierschale kämpft. Die Federn sind verklebt, das kleine Tier watschelt unsicher umher. Kaum sitzt es in seiner Kinderstube, verschwindet es unter der Wärmeplatte. „Elsa“ haben es die Kinder getauft, wie die Disney-Figur. „Ich hebe am liebsten Sternchen hoch“, sagt Johannes’ vierjähriger Bruder Tobias und streichelt das flauschige Bündel.

Wachteln werden jetzt ausgebrütet

„Noch können wir sie unterscheiden, aber wenn sie mal groß sind, kennt man sie nicht mehr auseinander“, erzählt der Viertklässler, der in diesen Tagen besonders viel Besuch von Freunden bekommt: Sie finden sein Hobby cool, und jeder will die kleinen, flauschigen Küken halten und streicheln.

Die Hühner hält die Großfamilie, zu der auch Tochter Annalena (14), Margits Eltern und Gerhards Tante Antonie gehören, als Hobby. Die Eier verspeisen sie in der Regel selbst oder geben sie an Verwandte und Freunde ab. Besonders bei den Kindern und ihren Schulfreunden kommen die kleinen, hübschen Wachteleier gut an. Und wenn ein Huhn keine Eier mehr legt, macht das auch nichts: Sie dürfen ihren Lebensabend in Katterloh verbringen.

Aus zehn Eiern ist diesmal kein Nachwuchs geschlüpft. „Das kommt vor“, weiß Johannes. Die Brutmaschine bleibt aber trotzdem nicht leer. Wachteleier, ebenfalls von eigenen Tieren gelegt, hat er diesmal angesetzt. „Die brauchen nur 18 Tage, bis sie schlüpfen“, erklärt Johannes. Dann wird der Fernseher wieder Sendepause haben.

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