Die Zukunft bereits jetzt gestalten: Dazu ermunterte Pfarrer Christoph Stürzer (r.), der zuvor bereits den Gottesdienst gehalten hatte, in seiner kurzen Ansprache im Gemeindehaus.
+
Die Zukunft bereits jetzt gestalten: Dazu ermunterte Pfarrer Christoph Stürzer (r.), der zuvor bereits den Gottesdienst gehalten hatte, in seiner kurzen Ansprache im Gemeindehaus.

Neujahrsempfang Buch und Pastetten

Zeit für das Miteinander

Der gemeinsame Neujahrsempfang  von Buch und Pastetten wurde verlegt. Aus einem besonderen Grund.

Buch/Pastetten Traditionell laden die Gemeindeverwaltungen und die Pfarreien Buch und Pastetten zu einem gemeinsamen Neujahrsempfang ein. „Eigentlich wäre heuer Buch an der Reihe gewesen“, erklärte Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger zur Begrüßung im Pfarrheim Pastetten. Aber da es der letzte Empfang für seine Pastettener Amtskollegin Cornelia Vogelfänger sei, wollte man ihr den Heimvorteil lassen.

Dem Empfang im Pfarrheim war ein gemeinsamer Gottesdienst in der Kirche St. Martin in Pastetten vorausgegangen. Das Thema „Zeit“ – ob füreinander, miteinander oder für etwas – zog sich als roter Faden durch die Fürbitten und die Predigt von Pfarrer Christoph Stürzer. Zu den Gästen gehörten neben Bürgermeistern der Nachbargemeinden, Kirchenvertretern, Vereinsvorständen und Gemeinderäten auch die Bürgermeisterkandidaten für die kommende Wahlperiode.

Dass die Wahl vor der Tür steht, war dann auch Thema des ebenfalls traditionellen humoristischen Dialogs zwischen „Rathaus“ und „Pfarrhaus“, denen die beiden Oberhäupter nicht nur die Stimmen liehen, sondern zugleich auch noch die Rollen tauschten. Für die Zuhörer war das eine Herausforderung an die grauen Zellen, wenn Gemeindereferentin Manuela Steck den Part des Rathauses vertrat. Das „Rathaus“ zeigte sich beim Vortrag ein wenig traurig, denn „aus is mit der Frauenpower in Baschding. Koa Hochdeitsch-Boarisch mehr, koane tiefsinnigen Diskussionen über Schua und Klamotten, z’vui Pralinen und s’Obnehma...“ Dass sich bei der Durchwahl im Bürgermeisterbüro eine sonore Männerstimme melden wird, sei heute schon klar – und am 15. März wisse man dann hoffentlich schon, wessen.

Doch auch aktuelle Themen wurden durch den Kakao gezogen, etwa, dass Vogelfänger dann genug Zeit habe, mit dem Radl zu fahren und selbst feststellen kann, dass ein ordentlicher Belag für die Radlstrecke von Reithofen nach Haidberg nicht das Schlechteste wäre. Das „Pfarrhaus“ hoffte zudem, „dass der Conny“ im Ruhestand“ die Diskussion um die zwei Feuerwehrhäuser nicht allzu sehr abgeht.

Auf nette Weise thematisiert wurde von den beiden Häusern auch, dass der neue Verwaltungsleiter des Pfarrverbands, Gerhard Gaigl, eine Menge Stress habe und dass auch im Kirchenjahr mit „300 Jahre Wallfahrtskirche Tading“ eine große Feier ins Haus stünde. An dieser Stelle war Platz für einen Seitenhieb auf wohl ausufernden Weihrauchqualm, in dem man vom Innenleben der Kirche hoffentlich noch was sieht „und nicht die Rettungshundestaffel aus Baschding braucht, um die Besucher aus dem Weihrauchnebel wieder rauszuholen“. Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger bekam sein Fett weg, weil er Blühflächen anlegen wolle. „Die braucht er, weil er selbst Bienen hat und den Leuten den Honig um den Mund schmieren will.“

Trotz aller Seitenhiebe schlugen die Häuser auch ernste Töne an, etwa beim fehlenden Lärmschutz an der Autobahn, bei dem „das Schutzgut Mensch schon beim Gerichtsverfahren an letzter Stelle gestanden hat“, oder beim Hochwasserschutz in Reithofen. Außerdem wolle man Straßen und Wohnungen bauen, aber keinen Grund verbrauchen, weil jeder eine Landschaft möchte, die schön blüht. „Gleichzeitig soll aber der Landwirt zu günstigsten Preisen unsere Nahrungsmittel erzeugen“, sagte das Pfarrhaus.

„Ein bisserl mehr Toleranz und Verständnis für die Meinung und die Belange seines Nächsten sind wünschenswert für die Zukunft“, meinte das Pfarrhaus. „Ein bissl mehr Wir und ein bissl weniger Ich – und das von den Familien über die Gemeinden bis hin zur großen Welt. So könnte das Leben gelingen, und zwar für alle.“

Das war auch der Tenor in den kurzen Ansprachen von Pfarrer Stürzer und Bürgermeister Geisberger. „Obama sagte: ,Yes, we can‘, bei uns heißt es ,Des pack ma scho‘, aber das Wir-Gefühl ist für das gemeinsame Angehen gesteckter Ziele unbedingt nötig“, betonte Geisberger.

Am Ende des Empfangs dankten er und Steck der scheidenden Bürgermeisterin Vogelfänger mit einer großen Orchidee für ihre Arbeit in den vergangenen 18 Jahren, die diese sichtlich gerührt entgegennahm.

Henry Dinger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Juristisches Tauziehen um drei Minuten
Juristisches Tauziehen um drei Minuten
FTO: Rowdy überholt elf Autos - dann knallt‘s
FTO: Rowdy überholt elf Autos - dann knallt‘s
Investor nimmt sich Anwalt: Droht jetzt Klage?
Investor nimmt sich Anwalt: Droht jetzt Klage?
B 388: Sportwagen schleudert in VW Golf
B 388: Sportwagen schleudert in VW Golf

Kommentare