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So sahen die Anfänge des Pastettener Gewerbegebiets Am Etzfeld bei Harthofen aus. Damals standen nur Tankstelle und Pension. Mittlerweile sind weite Teile bebaut.

Gemeinderat

Gewerbegebiet Pastetten: Aufregung um Boardinghaus mit 23 Apartments

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Der geänderte Antrag für ein Firmengebäude im  Gewerbegebiet Am Etzfeld hat zu Unmut im Pastettener Gemeinderat geführt. Dort sollen 23 Apartments entstehen.

Pastetten/HarthofenEine hitzige Diskussion hat der geänderte Antrag für ein Firmengebäude im Harthofener Gewerbegebiet Am Etzfeld im Pastettener Gemeinderat verursacht. Statt Ausstellungs-, Büro- und Verkaufsflächen sollen dort nun 23 Apartments entstehen.

„Bereits 2018 wurde ein Antrag gestellt“, erklärte Bauamtsleiter Rüdiger Koppe. Damals war es darum gegangen, das Gebäude tieferzulegen, um es speziellen Gegebenheiten anpassen zu können. Im neuen Antrag wurden nun unter anderem das Lager verkleinert und die Zahl der Stellplätze erhöht. Die wesentliche Änderung besteht aber darin, dass nun 23 Apartments in einem Boardinghouse – ein hotelartiges Wohnen auf Zeit – geplant sind. „Laut Landratsamt ist auch diese Nutzung genehmigungsfähig“, so Koppe.

Andreas Wagner (BIG) fand es „etwas schade“, dass die Nutzung als Ausstellungsfläche von Wasserbetten geändert wurde. Koppe machte klar, dass die ursprünglich geplante Nutzung als Lager und Firmengebäude nach wie vor im Vordergrund stehe.

Gerhard Nussrainer (FWE) sah das anders: „Das hat nichts mehr mit einer Verkaufs- oder Lagerfläche zu tun. Wir wollten nie in einem Gewerbegebiet Wohnungen haben.“ Schon Betriebsleiterwohnungen seien ein Kompromiss. „Was hier entsteht, ist eine Riesenkonkurrenz zu dem Nachbarn mit der Pension“, sagte Nussrainer.

Alois Zollner (CSU) wurde deutlicher. Im Jahr 2015 habe sich die Gemeinde bei einer der letzten Entscheidungen über die Grundstücke dieser Firma die Möglichkeit gegeben, hier ein Projekt zu verwirklichen. Man sei davon ausgegangen, „dass dieses Projekt die öffentliche Struktur nicht in einer Art und Weise verändert, wie wir sie im Gemeinderat nie haben wollten. Diese Entscheidung haben wir definitiv nicht für ein Boardinghaus gefällt. Hätten wir das gewusst, hätte die Firma dieses Grundstück nicht bekommen.“

Auch habe man nicht vorgehabt, durch die Ansiedlung gleicher Gewerbe Konkurrenz untereinander zu schaffen. Zudem würde das Gebäude von den Abmessungen her nicht mehr in die ländliche Struktur passen. „Ich werde alles in die Wege leiten, dass so was nicht passiert“, so Zollner.

Hans Kerschbaum (FWE) fragte, „ob wir überhaupt etwas dagegen tun können? Und wenn nicht, kann dann ein anderer genauso vorgehen?“ Bürgermeister Peter Deischl (FWE) machte klar, „dass das Bauvorhaben den Vorgaben entspricht“. Die gebe der Bebauungsplan im Gewerbegebiet vor. Eine Nutzungsänderung würde das Baurecht nicht ändern. Dennoch sei auch er „äußerst unzufrieden. Das ist nicht das, was wir wollen im Gewerbegebiet“. Natürlich könne man nun die Zustimmung verweigern, aber rechtlich sei man damit in der Zwickmühle.

Matthias Zimmerer (CSU) schlug vor, die Abstimmung zurückzustellen, um sich zunächst über die rechtliche Situation zu informieren. Auch Nussrainer war dafür, die Nutzungsänderung unter dem Motto „das wurde uns verkauft und das kriegen wir“ rechtlich abklären zu lassen. Der Antrag wurde schließlich zurückgestellt.

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