Polizei Erding gibt Entwarnung, rät aber Tierhalter zur Vorsicht

Giftköder in Pastetten?

Die Angst läuft mit: Hundehasser gehen oft mit Heimtücke vor und streuen auf Gassi-Strecken vergiftete oder mit scharfen Gegenständen gespickte Köder aus. Entsprechend sensibel reagieren die Tierfreunde auf verdächtige Funde, von denen es in den vergangenen Tagen gleich mehrere gab.

Pastetten – Nun hat die Gemeinde Pastetten in ihrem Mitteilungsblatt vor tödlichen Ködern gewarnt – im Bereich der Lindenstraße. Eine Frau hatte beim Feldweg an der neuen Turnhalle seltsame Fleischstücke gefunden und sich ans Rathaus gewandt.

Von dort kam in der zweiten Januarwoche der Hinweis, die Katze einer Bürgerin habe ebenfalls Gift gefressen und in die Tierklinik Haar gebracht werden müssen. Möglicherweise handelte es sich um Mäusegift. Voriges Jahr wären zwei Bulldoggen aus Lengdorf fast an Schneckenkorn gestorben, das mit Wursthaut präpariert war (wir berichteten).

Neun Fälle wurden der Erdinger Polizei zuletzt angezeigt

Bei der Erdinger Polizei wurden im vergangenen halben Jahr neun Verdachtsfälle angezeigt. „Wir schicken das Material in ein Labor nach Unterschleißheim. Die Untersuchungen haben ergeben, dass es sich in keinem Fall um Gift gehandelt hat“, sagt Harald Pataschitsch, Leiter Verfügungsgruppe. In einem Fall, in dem das Stück eine auffallend grüne Farbe aufgewiesen habe, habe es sich schlicht um Schimmel gehandelt. „Wir haben in unserem Zuständigkeitsbereich kein Phänomen Giftköder“, stellt Pataschitsch klar.

Gleichzeitig rät er aber dazu, mit „offenen Augen und Ohren“ Gassi zu gehen, verdächtige Futterstücke einzutüten und zur Polizei zu bringen. Es solle sich aber jeder unter Tel. (0 81 22) 96 80 an die Inspektion wenden, der meint, etwas beobachtet zu haben. „Wir brauchen sachdienliche Hinweise, um dem nachgehen zu können.“

Bei Verdacht sofort zum Tierarzt

Doch was ist zu tun, wenn der Hund beim Spazierengehen etwas Verdächtiges gefressen hat? „Auf jeden Fall sofort, möglichst innerhalb der nächsten Stunde, zu einem Tierarzt gehen“, rät der Veterinär Dr. Gerhard Neumaier aus Pastetten. Ist der nicht zu erreichen, stehen die Tierkliniken in der Umgebung rund um die Uhr bereit.

Bei Verdacht auf Gift lässt der Fachmann das Tier erbrechen. Wenn Nägel oder Rasierklingen im Köder vermutet werden, kann er röntgen und so den Fremdkörper lokalisieren. Auch er rät dazu, den Fund auf jeden Fall bei der Polizei anzuzeigen. Einen Köder selbst auf Gift untersuchen zu lassen, sei sehr teuer.

Hunde kann man trainieren, nichts vom Boden zu fressen

Hundehaltern empfiehlt Neumaier, das Tier so zu trainieren, dass es gar nichts erst vom Boden frisst. Besser sei es, Leckerli dabeizuhaben, um dem Hund den Köder „abtauschen“ zu können, wenn er ihn selbst nicht wieder hergeben will. Das muss natürlich auch vorher geübt werden.

Katzen vor Giftködern – egal, ob böswillig oder tatsächlich nur gegen Mäuse oder Ratten ausgelegt, – zu schützen, ist nahezu unmöglich. Oftmals ist es wegen der verzögerten Symptome schwierig überhaupt herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt das Gift aufgenommen wurde.

HENRY DINGER

Rubriklistenbild: © privat

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