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Paralleles Leitungsnetz

Glasfaser-Konkurrenz für die Kupferkabel der Telekom

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Ein Investor will in sechs Gemeinden des Landkreises ein eigenes Glasfaser-Netz legen. Bei genug Interesse der Bürger könnten Pastetten, Isen, Finsing, Forstern, Neuching und Berglern davon profitieren.

PastettenSchnelles Internet ab 100 Mbit pro Sekunde – diese Überholspur der Datenautobahn könnte in Pastetten Wirklichkeit werden. Hinzu kommen Fernsehen in HD und Telefon. Die Firma Deutsche Glasfaser (DG) will der Telekom mit einem eigenen Leitungsnetz Konkurrenz machen. DG-Vertreter Arno Dietrich stellte das Konzept den Pastettener Gemeinderäten vor. Laut Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger haben sich ihre Amtskollegen und die Geschäftsleiter der sechs Kommunen im Landkreis, die profitieren könnten, bereits zusammengesetzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Neben Pastetten sind dies Isen, Finsing, Forstern, Neuching und Berglern. Derzeit werde der geforderte Vertrag von einem Ingenieurbüro geprüft. „Die Kommune kann es guten Gewissens befürworten“, so die Bürgermeisterin.

Auch Gemeinderat Alois Huber (WRH) sieht das Angebot positiv. „Mindestens 100 Mbit im Up- und im Download sind super, das bietet sonst keiner an“, sagte er. Das Gremium beschloss einstimmig, die Vertragsverhandlungen fortzuführen und durch eine Zusatzvereinbarung zu ergänzen. In der Bürgerversammlung am 5. Juni wird Dietrich das Projekt den Bürgern präsentieren.

1,5 Milliarden für Turbo-Leitungen

Das niederländische Unternehmen ist seit 2011 auch in Deutschland aktiv und beschäftigt nach eigenen Angaben hierzulande 480 Mitarbeiter in sechs Niederlassungen. Die DG gehört mehrheitlich dem amerikanischen Investor KKR. Von dort kommen laut Dietrich 1,5 Milliarden Euro, die in den Aufbau eines Glasfasernetzes in Deutschland investiert werden sollen. Von den Kommunen, die dafür ausgewählt wurden, liegen sechs im Landkreis.

„In Deutschland haben erst 300 000 Haushalte einen Glasfaser-Anschluss, das sind 1,6 Prozent. In Japan sind es 74,1 Prozent“, argumentierte der Firmenvertreter. Die Investition soll sich für die Deutsche Glasfaser in 30 Jahren amortisiert haben. Das Unternehmen will innerhalb eines Jahres in den meisten Teilen Pastettens, in denen die Telekom selbst kein Glasfasernetz hat, Leitungen parallel zu den Kupferkabeln verlegen. Verwendet werden dafür Leerrohre, auch jene, die teils schon in der Straße liegen. „Das macht es einfacher, den Strang auszutauschen, wenn sich eines Tages die Technologie verbessert“, erläuterte Dietrich.

Mit der Gemeinde werde ein auf 30 Jahre angelegter Kooperationsvertrag geschlossen, um die öffentlichen Wege aufzugraben. „Wir bräuchten diesen Vertrag vom Gesetz her nicht, aber der amerikanische Investor wünscht es so“, sagt Dietrich. In der Vertriebsphase soll das Kabel den Hauseigentümern schmackhaft gemacht werden. „Wir brauchen 40 Prozent der privaten Eigentümer und 50 Prozent der Gewerbebetriebe, sonst lohnt es sich für uns nicht“, so der Unternehmensvertreter.

Der Hausanschluss wird in der Werbungsphase kostenlos gelegt, später fallen 750 Euro dafür an. Je nach gewünschter Geschwindigkeit und Paket kostet der Vertrag im ersten Jahr ab knapp 25 Euro pro Monat, danach ab knapp 45 Euro. Hinzu kommen monatlich Kosten fürs TV sowie einmal für den Anschluss und den Router. Der Vertrag läuft mindestes zwei Jahre. Dietrich rechnet damit, dass auch andere Anbieter das DG-Netz nutzen werden – dem wolle man keinen Riegel vorschieben.

Rubriklistenbild: © PantherMedia / Martin Konopka / Martin Konopka

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