Die leeren Becken der Therme im Lockdown nutzte die Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Pastetten für ihr Training.
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Seltene Gelegenheit: Die leeren Becken der Therme im Lockdown nutzte die Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Pastetten für ihr Training.

Hundestaffel der Feuerwehr Pastetten trainiert in der Therme Erding – Hohe Temperaturen

Heiße Übung für die Retter auf vier Pfoten

  • Henry Dinger
    VonHenry Dinger
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Die Therme Erding öffnet am 25. Juni die nächsten Bereiche. Doch monatelang war sie geschlossen. Die sonst eher seltene Möglichkeit, die Therme als Trainingsort zu nutzen, hat die Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Pastetten ergriffen.

Pastetten/Erding – Nach Wellenbad und Hotel Victory öffnet die Therme Erding am Freitag, 25. Juni, die nächsten Bereiche der Thermenwelt. Doch monatelang war die Wellnessanlage geschlossen. Die sonst eher seltene Möglichkeit, die Therme als Trainingsort zu nutzen, hat die Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Pastetten an zwei Samstagen ergriffen.

„Wir hatten angefragt, und da in der Therme zu der Zeit gerade Bauarbeiten waren, durften wir bis auf Wellenbad und Hotel fast das gesamte Gelände nutzen“, berichtet Staffelleiterin Carmen Adam. Elf Hundeführer rückten mit 13 Tieren an, die einmal als Flächen- und Trümmerhunde oder sogenannte Mantrailer Menschen retten sollen. Jeweils etwa sieben Stunden lang trainierten die künftigen Einsatzteams aus Hund und Mensch. Dabei sei auch von Vorteil gewesen, dass die Schwimmbecken ohne Wasser waren, denn so hatte die Staffel ein riesiges Areal zur Verfügung.

Versteckt in der Rutsche: Für die Rettungshunde war es kein Problem, die Person zu finden.

Selbst die Saunabereiche und das Rutschenparadies konnten fürs Training genutzt werden. „In einer Rutsche hatten wir auch eine Person versteckt, die gefunden werden musste“, beschreibt Adam. Sie erzählt zudem, dass die Übungstage unter erschwerten Bedingungen stattfanden, da es in den Gebäuden doch sehr warm war.

Für die Hundestaffel war die Möglichkeit der Übung ein Glücksgriff, denn Corona hatte die Trainingspläne bereits zweimal dick durchkreuzt. „Voriges Jahr konnten wir mehrere Monate nicht trainieren“, bedauert die Staffelleiterin. Die Übungen sind aber wichtig, um auf die Prüfungen und danach die ersten Einsätze hinzuarbeiten.

Den ungewöhnlichen Trainingsort nutzten unter anderem (v. l.) Carmen Adam mit Fin, Juliana Webersberger mit Artico und Leon, Wolfgang Gerhofer mit Inola, Paul Schroers mit Nero.

Die Hundestaffel ist nach einem Probejahr seit Januar 2021 offiziell an die Feuerwehr Pastetten angegliedert (wir berichteten). Sie besteht derzeit aus elf ehrenamtlichen Hundeführern. Diese konnten mit ihren 13 Schützlingen seit März bereits 900 Trainingsstunden absolvieren. Das geht nur mit viel Fleiß: Zurzeit wird bis zu viermal in der Woche jeweils über mehrere Stunden trainiert.

Das ist freilich ein hoher Einsatz, und mancher wirft nach einiger Zeit das Handtuch. Doch es gibt immer wieder Hundehalter, die neu dazukommen. „Wir freuen uns sehr über Nachwuchs“, sagt Adam. Erst kürzlich konnten von der befreundeten Rettungshundestaffel Aschheim, die derzeit sehr gut aufgestellt sei, zwei Interessenten vermittelt werden.

Wann die Pastettener Hunde das erste Mal bei einem Einsatz mit alarmiert werden können, kann die Staffelleiterin nicht sagen. Angepeilt sei der Herbst, es könne aber auch erst der kommende Frühjahr werden. Bis dahin müssen Hunde und Herrchen noch eine ganze Reihe von Ausbildungsstunden absolvieren, nicht nur bei praktischen Übungen vor Ort, es sind auch Online-Kurse zu rechtlichen Themen zu bewältigen.

Dass da sehr viel Herzblut hineinfließen werden muss, liegt nicht nur am Zeitaufwand, sondern auch daran, dass sich die Teams überwiegend aus eigener Tasche finanzieren.

Infos zur Hundestaffel stehen auf www.feuerwehr-pastetten.de/hundestaffel.

hd

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