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Streit um Kostensteigerung

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Von: Hans Moritz

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Die A94-Baustelle aus der Luft ist übersichtlich. Aber wie ist es bei den Kosten? Das Baukonsortium will von einer Explosion nichts wissen. © Seeholzer

Laufen beim Bau der A 94 die Kosten aus dem Ruder? Hat die Baugesellschaft den problematischen Untergrund falsch eingeschätzt? Die Debatte um die Isentalautobahn geht weiter.

Erding - Die Bundestags-Grünen zitieren das Verkehrsministerium, dass für das 44 Kilometer lange A 94-Teilstück von Forstinning nach Marktl – gebaut wird derzeit von Pastetten bis Heldenstein – die Baukosten von 39 auf 119 Millionen Euro gestiegen seien.

Für sie und die A 94-Gegner vor Ort ist das der Beweis, dass der Bund bei ÖPP-Modellen, bei denen Bau und Betrieb die Privatwirtschaft übernimmt, Teuerungen verschleiern kann.

Auch Helmut Trinkberger, amtlich bestellter Naturschutzbeirat, hat davon gehört. Ihn würde die Entwicklung nicht wundern. „Meines Erachtens haben die Baufirmen den höchst instabilen Untergrund völlig falsch eingeschätzt. Als Beweis nennt er einen Hangrutsch bei Lappach, der aufwändig mit vielen Kubikmetern Beton aufgefangen werden musste.

Trinkberger ist der Auffassung, dass der Boden für den Autobahnbahn völlig ungeeignet sei. „Hier treffen die Altmoräne aus der Riß-Eiszeit vor bis zu 300 000 Jahren und die Jungmoräne aus der Würm-Eiszeit vor 12 000 Jahren aufeinander. Die Schichten hätten sich nie wirklich verbunden. „Das ist buchstäblich bodenlos“, kritisiert der Altenerdinger. Die instabilen Verhältnisse reichten teils 100 Meter tief.

Die Kritikpunkte weist Alfred Stangassinger, Mit-Geschäftsführer der Projektgesellschaft Isentalautobahn, von sich. Auf Anfrage der Heimatzeitung sagt er: „Natürlich haben wir den Untergrund vorher untersucht – mit Bodenproben und aufwändigen Gutachten“. So etwas mache jeder Bauherr. „Unser Angebot basiert unter anderem auf genau diesen Erkenntnissen.“

Auch die Kostensteigerung fegt Stangassinger vom Tisch. „Wir befinden uns im Plan. Alle bisherigen Überschreitungen waren nur gering und sind vom Gesamtplan gedeckt.“ Von einer „Kostenexplosion“ könne keine Rede sein, zumal die besagten 119 Millionen Euro für einen Abschnitt stehen, der teils seit Jahren schon befahren werde. In gleicher Weise hatte sich im September Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geäußert.

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