Möglicher Standort für ein gemeinsames Gerätehaus für die Feuerwehren Pastetten und Reithofen-Harthofen: der Sportplatz der Pastettener Schule. Das bestehende Feuerwehrhaus, das beide Wehren nutzen, befindet sich hinter dem Bauhof-Gebäude (l.). Foto: Henry Dinger
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Möglicher Standort für ein gemeinsames Gerätehaus für die Feuerwehren Pastetten und Reithofen-Harthofen: der Sportplatz der Pastettener Schule. Das bestehende Feuerwehrhaus, das beide Wehren nutzen, befindet sich hinter dem Bauhof-Gebäude (l.).

Gemeinderat Pastetten gibt Vorplanung für gemeinsames Gebäude in Auftrag

Kehrtwende beim Feuerwehrhaus?

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Wo kommen die Feuerwehren Pastetten und Reithofen unter? Ursprünglich waren zwei Häuser geplant. Nun gab der Gemeinderat die Planung eines Vorentwurfs für ein gemeinsames FW-Haus in Auftrag.

Pastetten – Der Neubau von einem oder zwei Gerätehäusern für die Feuerwehren Pastetten und Reithofen-Harthofen lässt seit Jahren die Wogen in der Gemeinde hochschlagen. Nachdem nach Beschlussfassungen und der letzten Kostenschätzung von 8,8 Millionen Euro für zwei Häuser so manchem die Kinnlade heruntergefallen war, sucht der im März neu gewählte Gemeinderat nach Lösungen.

Bürgermeister Peter Deischl (FWE) hatte in der Ratssitzung im Oktober beiläufig erwähnt, dass es wieder Planungen für ein gemeinsames oder ein Doppelhaus am Sportplatz geben soll. Dass das zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschah, stieß einer Reihe von Bürgern offensichtlich sauer auf. Die Besucherreihen in der Turnhalle waren in der Gemeinderatssitzung am Dienstag im Rahmen des Möglichen gut gefüllt.

Die Bürgersprechstunde zu Beginn nutzte dann auch der ehemalige Gemeinderat Markus Stanner aus Reithofen, um seinen Unmut kundzutun. „Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben vor der Wahl noch lautstark kritisiert, dass nicht öffentlich diskutiert wird und dann fertige Beschlüsse veröffentlicht werden“, sagte er. Die „damaligen Initiatoren, die jetzt der Mehrheit im Gemeinderat angehören“, hätten jetzt Gemeinderat und Bürgerschaft von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen und entschieden, statt zwei nun ein Haus zu bauen.

Bei dieser Vorgehensweise könne er keinen Unterschied zu vorher feststellen. Sein Wunsch wäre, dass „die Leute, die das vorher eingefordert haben, das auch jetzt vorleben“, sagte Stanner unter Applaus. Deischl betonte, dass der Gemeinderatsbeschluss, zwei Häuser zu bauen, keineswegs aufgehoben sei und erinnerte daran, dass es in der Bürgersprechstunde nicht um Themen gehen dürfe, die auf der Tagesordnung der Sitzung stünden.

In dieser fand sich ein Antrag, den die FWE-Räte Hans Kerschbaum, Andreas Winner, Roswitha Bayer-Siegling, Horst Ippisch, Florian Faltermaier und Leo Rehmann sowie Alice Lorenz und Christian Lorenz von den Grünen und Andreas Wagner (BIG) unterzeichnet hatten. „Als Alternative zu den geplanten zwei Feuerwehrhäusern beantragen wir, einen Vorentwurf für ein gemeinsames Feuerwehrhaus am Sportplatz in Pastetten durch das Architekturbüro ‘B3 Architekten‘ erstellen zu lassen“, heißt es kurz und knapp in dem Papier.

Bevor die Räte darüber abstimmen konnten, meldete sich Wagner zu Wort. Auf dem Antrag stehe zwar auch seine Unterschrift, jedoch werde er dem Antrag keinesfalls zustimmen: „Es wird hier explizit versucht, die zwei Feuerwehren der Gemeinde zusammenzulegen“, sagte der BIG-Rat. Man versuche, ein Haus so zu komprimieren, dass es „irgendwie da hinpasst, obwohl es hinten und vorne nicht zukunftsfähig ist“. Ihn würde freuen, wenn sich ein Kompromiss für ein Doppelhaus finden würde. Diesen könne er mittragen.

Mit den Stimmen der anderen acht Unterzeichner und der von Bürgermeister Deischl wurde der Antrag schließlich bei sechs Gegenstimmen angenommen. Gut eine Stunde lang stimmten die Räte danach über Raumgrößen und Aufteilungen eines gemeinsamen Hauses ab, wobei es hier immer wieder zu erregten Diskussionen kam, die auch von Zwischenrufen und Murren aus der Zuhörerschar begleitet wurden.

Peter Haberecht, Inhaber des B3-Architekturbüros, musste immer wieder darauf hinweisen, dass er nur das verplanen könne, was ihm als Fakten genannt werde. Letztlich einigten sich die Räte auf eine Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen und eine Umkleide mit insgesamt 160 Spinden, wobei die Spinde für die Jugendfeuerwehr nur halb so groß sein sollen.

Die Grundrisse für einen Schulungsraum und ein Stüberl als Besprechungsraum werden im Rahmen der Entwurfsplanung angepasst. Laut Haberecht könnte der Entwurf in der Gemeinderatssitzung im Februar vorgestellt werden.

Für Alice Lorenz (Grüne) ist es wichtig, dass es bald vorangeht: „Das Grundstück haben wir, wir könnten also loslegen“, sagte sie nach der Sitzung gegenüber der Heimatzeitung. Die Unterzeichner des Antrags hätten nichts gegen die Feuerwehr. „Sie ist sehr geschätzt und sie soll vernünftig untergebracht werden“, so Lorenz.

Henry Dinger

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