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Stolz präsentiert Lucia Hemme die Werke ihres Mannes Mario Trapanese (†), die zurzeit im Pastettener Rathaus zu sehen sind.

Maler Mario Trapanese († 76)

Farben für die Ewigkeit

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Pastetten – Fast sein Leben Lang hat Mario Trapanese († 76) gemalt, die vergangenen fast 20 Jahre in seinem Pastettener Atelier. In Erinnerung an den im April verstorbenen Künstler hat seine Frau eine Ausstellung organisiert.

Mario Trapanese war leidenschaftlicher Maler – seit seiner Jugend und bis zum letzten Tag seines Lebens; bis ihn am 19. April dieses Jahres ein Herzinfarkt aus dem Leben riss. Am 30. Oktober wäre Trapanese 77 Jahre alt geworden. In Erinnerung an ihren verstorbenen Mann hat Lucia Hemme (70) eine Ausstellung seiner Werke im Pastettener Rathaus organisiert.

„Meine bayerische Heimat“ heißt die Kunstschau des „Malers z’Baschding“, wie Hemme ihren Mario in der Ankündigung nennt. Er selbst trug einen anderen Künstlernamen: Mit M. C. de R. für „Mario Chevalier de Rocaille“ unterzeichnete er seine Bilder – eine Hommage an seine Liebe zu Barock und Rokoko.

Dem Titel getreu beschäftigen sich die Gemälde in der Ausstellung mit der Heimat. Genauer mit Trapaneses bayerischer Heimat, denn der gebürtige Münchner hat noch zwei weitere: Magdeburg, die Heimatstadt seiner Mutter, wo er seine ersten zehn Lebensjahre verbracht hat, und Neapel, das für den Sohn eines Italieners emotional auch ein Stück Heimat war.

Noch bis 18. November sind Mario Trapaneses Bilder im Pastettener Rathaus zu sehen.

Zu sehen gibt es im Untergeschoss des Rathauses 24 Landschafts- und Naturbilder – das Lindumer Kircherl zum Beispiel, die Gotteshäuser von Tading, Kronacker oder Weiher im Isental mit viel Natur sowie stimmungsvolle Impressionen voller Ausdruckskraft.

Das Malen als Handwerk hat Trapanese schon als junger Mann erlernt: 1955, mit gerade 16 Jahren, begann er an der Blocherer Schule für angewandte Künste in München eine Ausbildung. Bis 1959 bekam er Unterricht in den Fächern Gebrauchsgraphik, Akt-, Kopf- und Kostümzeichnen sowie Schrift. Autodidaktisch studierte er Zeit seines Lebens die Alten Meister. Die Tusche-Malerei war, neben Gouache- und Ölfarben, seine große Leidenschaft. Mit der Künstlergruppe „Der Blaue Kreis“, die Trapanese 1963 mitbegründet hatte, unternahm er regelmäßige Exkursionen und Studienreisen, etwa nach Venedig, Aix-en-Provence und an die Loire.

Nach der Kunstschule war Trapanese als Plakatmaler beim Oberpollinger tätig, später als Versicherungsvertreter und zuletzt als Fahrer beim Tiergesundheitsdienst in Grub. „Das waren alles Jobs, um über die Runden zu kommen. Seine eigentliche Berufung war die Malerei, aber damit konnte er seinen Lebensunterhalt leider nicht verdienen“, erzählt Hemme. Erst ab 1997, nach Beendigung seiner Berufstätigkeit, konnte er sich intensiv dem Malen in seinem Atelier in Pastetten widmen. Dort lebte die Familie seit 1987.

Zum Malen zog es Trapanese immer nach draußen. „Er hat live vor Ort am Motiv gemalt“, sagt Hemme und erzählt, dass etwa das Bild „Beyharting“ in einem fünftägigen Urlaub dort entstanden ist: „Wir sind jeden Tag am gleichen Feld gesessen. Der Bauer hat sich darüber gewundert und angekündigt, dass er das Getreide am nächsten Tag abmähen wird.“ Auf Trapaneses Werk sind die wogenden Ähren nun für die Ewigkeit festgehalten. Den bedrohlich aussehenden Himmel darüber hat der Künstler im Atelier hinzu komponiert. „Diese gewisse Dramatik und Spannung ist die künstlerische Freiheit“, sagt Hemme.

Wie in diesem Urlaub war sie oft dabei, wenn ihr Mann gemalt hat. So hat er sie letztlich dazu inspiriert, selbst zum Pinsel zu greifen – am liebsten für Landschaftsbilder in Gouache: „Das sanftere Modellieren liegt mir.“

Die Ausstellung

ist bis zum 18. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr. Alle Infos: www.mario-trapanese.de.

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