In einem dicken Ordner ist vieles aus 36 Jahren, die es das Bastelteam der KLB Pastetten gab, gesammelt. Traudl Gantner (l.) und Waltraud Wenhart haben einen großen Anteil daran, dass die Adventsbasare zu Höhepunkten der Vorweihnachtszeit für die Pastettener wurden. Nun hören die beiden auf.
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In einem dicken Ordner ist vieles aus 36 Jahren, die es das Bastelteam der KLB Pastetten gab, gesammelt. Traudl Gantner (l.) und Waltraud Wenhart haben einen großen Anteil daran, dass die Adventsbasare zu Höhepunkten der Vorweihnachtszeit für die Pastettener wurden. Nun hören die beiden auf.

Nach 36 Jahren gehen die Bastel-Organisatorinnen in den Ruhestand

Adventsbasar der KLB Pastetten: „Mitgeholfen hat fast der ganze Ort“

  • Henry Dinger
    VonHenry Dinger
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Basteln für den guten Zweck: Der fleißigen Arbeit des Bastelkreises ist es zu verdanken, dass die KLB Pastetten insgesamt gut 61 000 Euro spenden konnte. Nach 36 Jahren verabschieden sich nun die Chefbastlerinnen Traudl Gantner und Waltraud Wenhart in den Ruhestand.

Pastetten – Unterm Strich stehen exakt 61 568 Euro. Diese beachtliche Summe spendete die KLB Pastetten für Menschen in Sambia und Ecuador, denen oft das Nötigste zum Leben fehlt. Aber nicht nur dort wurden wichtige Projekte unterstützt, auch in ihrer Heimatgemeinde konnte wertvolle Hilfe geleistet werden. Dass so viel zusammenkam, ist der fleißigen Arbeit des Bastelkreises zu verdanken, der in wochenlanger Handarbeit den Adventsbasar vorbereitet hat. Los ging es 1985, also vor 36 Jahren.

In einem dicken Ordner haben die beiden Organisatorinnen Traudl Gantner und Waltraud Wenhart alles Wichtige aus drei Jahrzehnten gesammelt. Viele Informationen sind hier handschriftlich hinterlegt. „Es gab einen harten Kern so von zehn bis 15 Helferinnen. Aber mitgemacht haben sehr viele, man kann eigentlich sagen, fast der ganze Ort“, erzählt Gantner. Wenn es ums Plätzchenbacken ging, konnte es schon sein, dass um die 40 Familien mitgeholfen haben.

Schon nach den Sommerferien startete die Arbeit für den Adventsbasar

Um für die Adventszeit gut gerüstet zu sein, ging das Team gleich nach den Sommerferien im September an die Arbeit. „Wir waren im Keller vom Pfarrheim, dort haben wir uns extra Schränke eingerichtet, damit wir alles gut verstauen können“, berichtet Wenhart.

Im Herbst hat sich die Gruppe meist 14-tätig getroffen, dann immer öfter bis zum Advent. In Handarbeit wurden Dekoartikel, Gestecke, Leuchter und vieles mehr gefertigt. Aber auch zu Hause ist bei den Helfern vieles entstanden, beispielsweise Marmeladen, Liköre oder Strickwaren. „Auch die Männer haben mitgeholfen und Schönes aus Holz gebaut, das sie uns dann für den Basar zur Verfügung gestellt haben“, so Gantner.

In der Woche vor dem Basar sei man dann beinahe täglich zusammengekommen. Das Team hat richtig Gas gegeben, schließlich sollten vor allem die beliebten Adventskränze frisch gebunden angeboten werden. „Ab Donnerstag haben wir den Pfarrsaal hergerichtet, alles aufgebaut, hübsch dekoriert und mit Preisen ausgezeichnet“, erzählt Gantner. Am Samstag wurden noch im Keller die Plätzchen sortiert und eingetütet, „einmal waren es fast 300 Tütchen“, erinnert sich Wenhart.

Nach den Feiertagen ist neues Bastelmaterial besonders günstig

Am Sonntag strömten dann die Besucher zum Basar, der oftmals musikalisch begleitet wurde. Alle Dinge, die danach nicht verkauft waren, wurden ab 2003 bei der „Einstimmung in den Advent“, einer Veranstaltung Gemeinde, zu einem kleinen Basar arrangiert. Einen Tag später schließlich wurden die Sachen bei Wenhart zuhause in der Au beim Christbaumverkauf angeboten.

Die Zeit nach den Feiertagen nutzten die Damen, um günstig Materialien einzukaufen. „Gerade in den großen Einrichtungshäusern ist nach dem Fest vieles zum Basteln um die Hälfte im Preis reduziert“, wissen die versierten Bastlerinnen.

Besonders gern erinnern sie sich an die Dankesessen mit den Mitstreitern. „Ohne die vielen Helfer hätten wir niemals so viel Geld spenden können“, weiß Wenhart. Die Essen seien legendär gewesen, und auch dabei hätten viele Hände mitgeholfen, um ein üppiges Buffet anbieten zu können.

Unterstützung für Sambia und Ecuador, aber auch für die Heimatgemeinde

Mit dem Reinerlös der Basare hat die KLB von Anfang an die Arbeit von Missionsschwester Carina Sandtner unterstützt. Sie war eine gebürtige Pastettenerin, die sich in Sambia für Notleidende eingesetzt hatte. Stattliche 42 073 Euro sind insgesamt dorthin geflossen. Ab 1990 hat die Ortsgruppe über die Diözese München-Freising auch die Frauenarbeit in Ecuador gefördert, es kamen 16 482 Euro zusammen. Aber auch an die Gemeinde Pastetten wurde Geld überwiesen – 3030 Euro seit 2003. Selbst im vergangenen Jahr, als Corona nur drei gemeinsame Basteltermine zugelassen hatte und der Basar dann auch noch ausfallen musste, konnten immerhin unter strengen Hygieneauflagen beim Christbaumverkauf hübsche Dinge an die Pastettener gebracht werden.

Heuer sollen noch die übrig gebliebenen Artikel verkauft werden, danach ist in der bisherigen Form Schluss. Nach mehr als drei Jahrzehnten verabschieden sich Gantner und Wenhart in den Ruhestand. „Leider haben sich keine Nachfolger gefunden“, bedauert Gantner. In die KLB rückten nicht viele junge Leute nach, auch wenn die „alten Hasen“ viel für die Jugend tun. So ist das von der Ortsgruppe organisierte Ferienprogramm sehr beliebt. Dort findet sich auch der Name von Waltraud Wenhart wieder – sie gibt Bastelkurse.

hd

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