Der Mann mit der Gitarre: Musiklehrer Konrad Huber bietet in den Pastettener Kitas seit Jahrzehnten musikalische Früherziehung an. Zum Unterricht – hier im Kindergarten am Feuerwehrhaus – bringt er verschiedene Instrumente mit.
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Der Mann mit der Gitarre: Musiklehrer Konrad Huber bietet in den Pastettener Kitas seit Jahrzehnten musikalische Früherziehung an. Zum Unterricht – hier im Kindergarten am Feuerwehrhaus – bringt er verschiedene Instrumente mit.

Konrad Huber stellt neues Konzept zur Früherziehung vor – Gemeinde Pastetten zahlt mehr

Musik für die ganze Kita-Gruppe

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Musik kann man Kindern nicht früh genug nahe bringen. Konrad Huber hat jetzt ein coronakonformes Tandemkonzept erarbeitet. Die Gemeinde Pastetten unterstützt das.

Pastetten – Wohl jeder, der in Pastetten und Umgebung mit Musizieren zu tun hat, kennt Konrad Huber. Der Reithofener hat sich als Gitarrist und Chorleiter einen Namen gemacht, als freiberuflicher Musiklehrer unterrichtet er verschiedene Instrumente. Seit zwei Jahrzehnten bietet Huber in Kindergärten auch musikalische Früherziehung an. Jetzt wird das Angebot erweitert.

„Es ist mir ein Anliegen, dass alle Kinder die Chance haben, daran teilzunehmen und nicht nur der Geldbeutel der Eltern entscheidet“, sagt der 52-jährige Familienvater. In diesen Genuss kommen die Drei- bis Sechsjährigen in den Kitas in Buch am Buchrain, Forstern und Pastetten. Um unter Corona-Bedingungen weiterarbeiten zu können, hat Huber ein neues Konzept erarbeitet, den so genannten Tandemunterricht.

Dabei nimmt er die Kinder nicht mehr aus den Gruppen heraus, sondern unterrichtet die komplette Gruppe gemeinsam mit den Erzieherinnen. Mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Betreiberin der beiden Pastettener Kindergärten hat er sich abgestimmt.

Das Geld für den Musikunterricht kommt von den Kommunen. Deshalb war die Frühförderung jetzt Thema im Pastettener Gemeinderat. „Die Finanzierung basierte bisher auf vier Kindergartengruppen, nun sind es fünf“, erklärte Huber dort sein Anliegen. Um das Konzept ab Herbst kostendeckend umsetzen zu können, seien 1000 Euro pro Schuljahr mehr nötig als bislang. „Ich erachte das Tandemkonzept für überaus sinnvoll, es sind alle Kinder dabei, keines wird ausgeschlossen“, sagte der Musiklehrer. Huber wäre dann jeden Tag in einer anderen Gruppe.

Wie Bürgermeister Peter Deischl auf Nachfrage von Florian Faltermaier (FWE) erklärte, zahlt die Gemeinde derzeit 4000 Euro für den Unterricht. Der Betrag sei noch nie erhöht worden. Alois Zollner (CSU) meinte, dass er die Arbeit mit den Kindern grundsätzlich unterstützen würde. Es gehe ihm auch nicht um die 1000 Euro, aber er habe ein formales Problem. „Ich verstehe nicht, warum der Konrad zu uns kommt und das Geld beantragt“, so Zollner. Er habe eigentlich erwartet, dass sich die AWO als Betreiberin der Kindereinrichtungen dafür einsetze, dass der Betrag erhöht werde.

Huber erklärte, dass dieses Vorgehen noch aus der Zeit stamme, in der die Gemeinde Trägerin der Einrichtungen war. Die AWO unterstütze das Konzept sehr, habe aber auch nicht die Möglichkeiten, es selbst umzusetzen. Zollner erwiderte, dass dann auch eine schriftliche Zustimmung der AWO nötig sei. „Es kann doch nicht sein, dass wir für etwas Geld ausgeben, was dann vielleicht gar nicht gewünscht ist.“

Huber erklärte, dass er mit der AWO-Leitung telefoniert und ein mündliches Einverständnis habe. Alice Lorenz (Grüne) sah kein Problem: „Schriftlich kann man das ja noch nachreichen.“ Horst Ippisch (FWE) begrüßte, dass Huber auch das Personal, „das da einen Riesenjob macht“, mit im Blick habe, das „wegen Corona bestimmt genauso auf der Felge fährt“.

Die Räte nahmen den Antrag schließlich einstimmig an, mit Ausnahme von Alois Huber (WHR), der sich als Bruder von Konrad Huber der Stimme enthielt. Dies nahm Alois Zollner zum Anlass, die Gemeinde aufzufordern, generell zu klären, ob sich Verwandte Ersten Grades in solchen Fällen wirklich enthalten müssen.

Für Konrad Huber ist die Corona-Krise ein Schlag ins Kontor. Auftritte und damit Einnahmen fallen genauso weg wie Sponsoring. Proben mit seinen Chören sind, wenn überhaupt, nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Immerhin hat er kreative Möglichkeiten für seine Musikschüler gefunden und unterrichtet auch online. Für Konzerte sucht er nach Kompromissen, wie für die „Lange Nacht der Musik“ in Forstern. Sie soll nun am 23. Oktober stattfinden – allerdings nicht wie gehabt an verschiedenen Orten, sondern komplett in der Schulturnhalle.

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