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Die Gemeinde Buch würde sich an den Kosten für eine neue Ruftaxi-Linie nach Erding beteiligen - aber nur, wenn die anderen Kommunen mitzahlen. Pastetten hat die Linie abgelehnt, damit dürfte das Projekt wohl gestorben sein (Symbolbild).

„Damit ist das Ganze wohl gestorben“

Neue Ruftaxi-Linie nach Erding: Buch will sie, Pastetten nicht

Die Gemeinde Buch würde sich an den Kosten für eine neue Ruftaxi-Linie nach Erding beteiligen - aber nur, wenn die anderen Kommunen mitzahlen. Pastetten hat die Linie abgelehnt, damit dürfte das Projekt wohl gestorben sein.

Pastetten/Buch am Buchrain – Endlich eine bessere öffentliche Anbindung an Erding – diesen Wunsch hegen die Gemeinden im südlichen Landkreis schon lange. Landkreis und MVV planen, eine neue Ruftaxi-Linie einzuführen, die Forstern, Pastetten, Buch, Walpertskirchen und Wörth mit der Großen Kreisstadt verbindet. Der Gemeinderat von Buch hat eine Kostenbeteiligung daran in Aussicht gestellt – aber nur, wenn auch die anderen Orte mitzahlen. In Pastetten hingegen ist die Idee durchgefallen. Damit dürfte wohl die gesamte Linie gestorben sein.

Im Jahr 2015 hatten die CSU-Ortsverbände von Buch, Pastetten, Wörth und Forstern eine Befragung zum ÖPNV durchgeführt. Diese zeigte, dass sich viele Bürger eine bessere Anbindung an Erding wünschen. Jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen.

Die Gemeinden müssten 30 Prozent der Kosten tragen

Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU) berichtete in der Gemeinderatssitzung von der Idee einer neuen Ruftaxilinie mit der Nummer 5445. Wenn es in allen Gemeinden angemeldete Mitfahrer gibt, fährt das Taxi von Neuharting (Gemeinde Forstern) über Forstern, das Gemeindegebiet Pastetten, Buch, Walpertskirchen, Hörlkofen und Wörth mit weiteren Ortsteilen bis zum Busbahnhof Erding.

Wie Geisberger erläuterte, hat der Kreisausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt eine finanzielle Beteiligung der fünf Gemeinden in Höhe von zusammen 30 Prozent der Gesamtkosten festgelegt. Es gibt verschiedene Fahrplan- und Kostenmodelle, die jeweils mehrere 100 000 Euro pro Jahr betragen. Die teuerste Version etwa wäre ein Angebot montags bis freitags alle 60 Minuten. Die Aufteilung des 30-Prozent-Anteils obliegt den Kommunen selbst, die restlichen 70 Prozent trägt der Landkreis. „Nach vier Jahren wird dann entschieden, ob das Ruftaxi erfolgreich ist und ob es fest ins ÖPNV-Netz aufgenommen wird. Dann würde der Landkreis die Kosten komplett tragen“, berichtete Geisberger.

Josef Auer: „Wir sollten die Chance nutzen“

Josef Auer (WG) sprach sich für das Angebot aus. „Wir wollten die Verbindung nach Erding schon immer verbessern. Jetzt sollten wir die Chance nutzen und testen, wie es angenommen wird.“ Matthias Steutzger (parteifrei) regte an, dass das Ruftaxi weiter bis zum Krankenhaus fahren sollte. Geisberger bezeichnete dies als gute Idee, die wegen Konzessionen wohl aber nicht möglich sei. Bürger, die beispielsweise zum Krankenhaus-Campus wollen, müssten demnach am Bahnhof umsteigen.

Buchs Wunschvariante wäre eine Fahrtmöglichkeit werktags alle 90 Minuten sowie an Sams-, Sonn- und Feiertagen alle zwei Stunden. Einhellig stimmte das Gremium der Beteiligung an den Kosten zu – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Verbindung 5445 auch von den anderen Orten finanziell unterstützt wird.

Alois Zollner: „Gelder mit Bedacht einsetzen“

Dem hat der Gemeinderat von Pastetten bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht. Hier wäre die Linie besonders für den Hauptort eine Verbesserung, denn wer von Pastetten nach Erding will, der muss erst nach Reithofen, Harthofen oder Markt Schwaben kommen, um von dort Bus oder S-Bahn zu nehmen. „Einerseits wünsche ich mir, dass da was passiert“, sagte Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (CSU) in der Sitzung. „Aber ich habe auch gemischte Gefühle wegen der Kosten, denn die wollten wir als Versuchsstrecke eigentlich umgehen.“ Bis zu 18 000 Euro kämen auf die Kommune jährlich zu.

Auch Alois Zollner (CSU) tat sich schwer, eine Entscheidung zu treffen. Man habe keinen Überblick über den Bedarf, „die Gelder sollten wir mit Bedacht einsetzen“, mahnte er. Hinzu komme, dass das Ruftaxi von Forstern kommend zwar Fendsbach anfahre, dann aber umkehre, um über Reithofen, Mitterbuch, Buch und Walpertskirchen nach Hörlkofen zu fahren, anstatt direkt die Staatsstraße 2331 zu nehmen. „Wenn man für die Strecke eineinhalb Stunden braucht – das macht man einmal und nie wieder“, monierte Zollner. Laut Vogelfänger ist die direkte Verbindung nach Hörlkofen aufgrund von Lizenzen nicht möglich. Susanne Gerster (WRH) kritisierte die Umweltbelastung bei diesem Umweg.

Günter Plieninger: „Das ist nicht das, was wir wollten“

Auch für Günter Plieniger (BIG) war der „Kosten-Nutzen-Faktor zu hoch, ohne den Bedarf zu kennen. Das ist nicht das, was wir wollten.“ Auf Nachfrage erklärte Vogelfänger, dass das gesamte Projekt wohl gekippt sei, wenn man eine Beteiligung ablehne, da alle betroffenen Gemeinden mitzahlen müssten. Man könne jedoch eine Absichtserklärung abgeben mit dem Hinweis, die Route nochmals zu überdenken. Das Gremium lehnte die Linie, wie Buch sie favorisiert, dennoch ab. „Damit ist das Ganze wohl gestorben“, kommentierte Vogelfänger. 

Markus Ostermaier

Vroni Macht

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