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Gut zugehört: Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (vorne, l.) und Anja Baumann vom Kreisjugendring (hinten, l.) gingen auf die Vorschläge der jungen Leute ein. Als nächstes wird die Wiedereröffnung des Jugendraumes in Angriff genommen.

Pastettener Jugendforum

Neues Leben im Jugendraum

Zum Jugendforum hatte Pastettens Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger alle Kinder und Heranwachsenden zwischen zwölf und 17 Jahren in den Jugendraum eingeladen.

Pastetten Dort hörte sie sich die Sorgen und Nöte der jungen Gemeindebürger an.

Der Jugendraum befindet sich neben dem Rathaus im Keller des AWO-Kinderhauses und ist eigentlich ein gemütlicher Ort: Zwei ansprechend gestaltete Zimmer mit Sofas, Bar und Küchenzeile wirken einladend. Das saubere Inventar täuscht allerdings etwas darüber hinweg, dass der Raum seit einem Jahr verwaist ist und derzeit nur von den Line-Dance-Kindern zum Üben genutzt wird, weil ihr eigentlicher Übungsraum – die alte Turnhalle – wegen eines Wasserschadens gesperrt ist. Ziel des Jugendforums war es auch, den Raum wieder mit dem Leben derer zu erfüllen, für die er eigentlich gedacht ist.

Immerhin 26 Kinder und Jugendliche, davon mehr als die Hälfte Mädels, waren pünktlich um 19 Uhr zur Stelle. Mit von der Partie waren neben der Ortschefin auch Anja Baumann vom Kreisjugendring sowie die Jugendreferenten der Gemeinde, Lisa Neumaier und Andreas Wagner. Dass das Interesse des Nachwuchses auch von den Eltern geweckt wurde, zeigte sich bei der spontanen Frage, wer von seinen Eltern auf das Forum aufmerksam gemacht wurde: Mehr als die Hälfte der Anwesenden meldete sich.

Baumann als Moderatorin des Abends hatte jede Menge Fragen dabei. Immerhin sollte auch geklärt werden, was sich die Heranwachsenden wünschen, damit sie Pastetten „cool“ finden. In vier Gruppen aufgeteilt zogen sich die Teenager mehrmals zurück, um gemeinsam zu beratschlagen, was sie gut finden im Ort, was weniger gut, was sie anders machen würden. Die Stichpunkte wurden auf Moderationskärtchen geschrieben, den anderen Anwesenden kurz erläutert und an eine Wandtafel gepinnt.

Die Ideensammlung förderte eine ganze Reihe konstruktiver Ideen und Anregungen zutage. Auf der Wunschliste stehen sportliche Aktivitäten (Badesee, reparierte Tornetze am Hartplatz, Geräte für Outdoorfitness, ein zweiter Basketballkorb, ausgeschilderte Laufrouten fürs Joggen) ebenso wie Kultur (Filmabend, Theatergruppe, Band/Chor, Karaokeabend) und eher kulinarische Verbesserungen wie ein Eiswagen oder ein Eiscafé sowie eine Shisha-Bar. Letztere bekam zwar bei der anschließenden Priorisierung der Themen auf Platz drei, wurde aber von der Bürgermeisterin wegen des Jugendschutzes als nicht realistisch eingestuft. Viel kritisiert von den jungen Leuten wurden die Busverbindungen, hier wurde ganz konkret um Abhilfe gebeten. Auch ein Radweg nach Markt Schwaben wäre erstrebenswert, war aus den Reihen der Heranwachsenden zu erfahren.

An erster Stelle stand ein WLAN für den Jugendraum, außerdem Spiele-Konsolen. „Das WLAN sollte machbar sein“, sagte Bürgermeisterin Vogelfänger, „dafür müssen wir den Raum aber erst mal wieder eröffnen“. Soweit kamen die jungen Leute beim Jugendforum noch nicht. Hierfür muss aus ihren Reihen erst ein Team gefunden werden, das die Verantwortung für die Einrichtung trägt. Darüber, und auch über die Öffnungszeiten, wollen die jungen Leute und Baumann beim nächsten Treffen in 14 Tagen beraten.

Zu den Busverbindungen – an zweiter Stelle des Wunschzettels – sagte die Ortschefin, dass es zum Winterfahrplan in Richtung Markt Schwaben bereits Verbesserungen gegeben habe. Für alle weiteren Fahrplanänderungen müssen alle an der Linie beteiligten Gemeinden von Isen bis Markt Schwaben an einem Strang ziehen, da das Landratsamt zwar eine Förderung zuschießt, die Gemeinden diese Änderungen aber letztlich selbst bezahlen müssen. Das betreffe auch alle künftigen Erweiterungen der Fahrpläne.

Was den Radlweg nach Markt Schwaben angehe, so sei alles bis zur Ortsgrenze von Pastetten vorausgeplant und vorbereitet, nur käme seit drei Jahren das Straßenverkehrsamt nicht in die Puschen. Selbst dürfe man den Weg nicht bauen. Ganz vorne auf der Liste der Ideen war auch ein Vorschlag für mehr Aktivitäten außerhalb der Vereine zu finden. „Dafür müsst ihr aber auch mal was auf die Beine stellen“, sagte Vogelfänger. „Das kann die Gemeinde relativ schlecht machen.“ Baumann sieht das gelassen: „Wenn wir erst mal den Jugendraum wieder geöffnet haben, ergeben sich automatisch mehr Aktivitäten.“

Henry Dinger

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