Im Umfeld der Jugendfeuerwehr Pastetten kam es zu sexuellen Missbrauch (Symbolbild). 
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Im Umfeld der Jugendfeuerwehr Pastetten kam es zu sexuellen Missbrauch (Symbolbild). 

Kripo ermittelt gegen Ausbilder

Schwerer sexueller Missbrauch entsetzt Feuerwehr: Ein Vater bringt Stein ins Rollen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Im Umfeld der Jugendfeuerwehr Pastetten soll es zu schweren Fällen sexuellen Missbrauchs gekommen sein. Bislang sind drei Opfer bekannt, die zur Tatzeit unter 14 Jahre alt waren.

  • Im Umfeld der Feuerwehr Pastetten soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. 
  • Die Feuerwehrführung reagiert schockiert - und konsequent. 
  • Die Kripo hat Ermittlungen gegen den Verdächtigen aufgenommen.

Pastetten - Unter dringendem Tatverdacht steht ein Mittzwanziger, der aktives Mitglied bei der Feuerwehr und auch in der Jugendausbildung war. Die Opfer engagierten sich ebenfalls dort. Die Führung der Feuerwehr Pastetten reagierte vorbildlich: Der Tatverdächtige wurde sofort ausgeschlossen. In Kürze soll ein Infoabend für alle Familien der Jugendfeuerwehrler stattfinden.

Mutmaßlicher Missbrauch im Feuerwehr-Umfeld: Vater eines Mädchens brachte den Stein ins Rollen

Den Stein ins Rollen gebracht hatte vor einer Woche der Vater eines Mädchens, der auf deren Handy einen sexistischen Chatverlauf festgestellt hatte. Der junge Mann hatte Texte und Fotos versandt und sich auch Nacktbilder schicken lassen.

Doch viel schwerer wiegt, dass es auch zu sexuellen Handlungen mit zwei der drei Mädchen gekommen ist, allerdings keine Vergewaltigung. Diese Taten spielten sich nach den Worten von Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft Landshut im privaten Umfeld ab, in keinem Fall aber in den Räumen der Feuerwehr. „Schwerer sexueller Missbrauch ist ein Verbrechenstatbestand, der mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem und 15 Jahren geahndet wird“, so der Pressesprecher.

Schock bei der Feuerwehr Pastetten: Die Übergriffe begannen 2017

Weiter teilt Steinkraus-Koch mit, dass der Kripo und seiner Behörde bislang drei Opfer bekannt seien. Die ersten Taten soll der Pastettener 2017 begangen haben, die letzten bislang dokumentierten zu Jahresbeginn.

Erst die Polizei und dann die Kripo durchsuchten die Wohnung des Mannes. „Dabei konnte Beweismaterial sichergestellt werden, unter anderem Datenträger.“ Diese sollen nun ausgewertet werden.

Kripo befürchtet nach Aufdeckung in Pastetten: Es könnte noch mehr Opfer geben

Die Ermittlungen gehen weiter, denn die Fahnder befürchten, dass es weitere Fälle und Opfer geben könnte, zumal der Tatverdächtige nach Informationen unserer Zeitung Kontakt zu Sportgruppen mit weiblichen Mitgliedern gehabt haben soll.

Bei der Führung der Feuerwehr sitzt der Schock tief. Doch sie reagierte umgehend. Kommandant Peter Lex zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung von den Vorfällen tief betroffen. Er habe umgehend Kontakt mit der Gemeinde als Dienstherr, der Polizei und der Kreisbrandinspektion aufgenommen.

Pastetten/Landkreis Erding: Feuerwehrführung reagiert prompt - und vorbildlich

Sehr schnell sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die Fälle aufzuarbeiten und Hilfen anzubieten. Jugendwart Andreas Wagner kündigte an: „Wir werden jetzt alles unternehmen, um den Familien zu helfen und den jungen Leuten Sicherheit zu bieten.“

Lex wird einen Infoabend einberufen, „zu dem wir alle Familien mit Kindern aus unserer Jugendfeuerwehr einladen“. Teilnehmen sollen auch Kreisbrandmeister Christoph Kober von der psychosozialen Betreuung von Einsatzkräften, die Familienhilfe und die Polizei. „Wir sind entsetzt. Für uns sind die Vorfälle unerklärlich“, sagt Lex. Er betont aber auch, dass es während Übungen und gemeinsamen Aktivitäten zu keinerlei Übergriffen gekommen sei.

Tatverdächtiger darf sich der Wache in Pastetten nicht einmal nähern - und ist gefeuert

Zudem haben Gemeinde und Lex sichergestellt, dass es zu keinen weiteren Fällen kommt. „Er musste sofort seinen Funkwecker und seine Schlüssel abgegeben“, berichtet der Kommandant. Die Gemeinde habe den Feuerwehrmann mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst entfernt. Die Polizei hat ihm zudem nach dem Gewaltschutzgesetz nicht nur Betretungsverbot für alle Einrichtungen der Feuerwehr erteilt, sondern ihm zudem untersagt, sich auch nur in der Nähe des Gerätehauses aufzuhalten.

Video: Dieser Clip zeigt, wie wichtig der Feuerwehr-Nachwuchs ist

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