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Gefunden wurde unter anderem dieses Amulett, das im Sonnenlicht funkelt.

Archäologie im Gewerbegebiet Harthofen 

Pastetten schenkt Funde dem Museum

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Knapp 30 Kisten voller Funde haben die archäologischen Ausgrabungen im Gewebegebiet Harthofen zu Tage gefördert. Sie werden im Depot des Museums Erding aufbewahrt – als Schenkung der Gemeinde.

Pastetten– Mehrere Häuser, unzählige Keramikscherben und sogar Spuren eines bronzezeitlichen Gewerbegebietes: Die archäologischen Grabungen in Harthofen-Nord haben Kulturgeschichte aus 3000 Jahren ans Licht gebracht. Wie berichtet, hatte dieGrabungsfirma SingulArch von Juli 2013 bis Juli 2015 auf dem insgesamt knapp sechs Hektar großen Areal nach Spuren früheren Lebens gesucht.

Was Grabungsleiter und Archäologe Stefan Biermeier und sein Team alles entdeckt haben, wird nun im Depot des Museums Erding aufbewahrt. Dort herrschen die idealen sowie vom Freistaat Bayern geforderten klima- und sicherheitstechnischen Grundvoraussetzungen. „So sollen die Stücke der Region für die Zukunft erhalten bleiben“, erklärte Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (CSU) in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Das Fragment eines Steinbeils, das die Besiedlung eines Umfeldes seit der Jungsteinzeit bezeugt.

Das Gremium votierte einstimmig dafür, die Funde dem Museum als Schenkung zu überlassen. „Dabei kommen auf uns keine weiteren Kosten für beispielsweise sachgerechte Lagerung oder Konservierung zu“, erklärte Vogelfänger die Vorteile der Schenkung im Unterschied zur Dauerleihgabe. Als solche läge die Verantwortung weiterhin bei der Kommune als Eigentümer der Funde. Wichtig war dem Gemeinderat, dass es in jedem Fall möglich ist, die Stücke bei Bedarf zum Beispiel im Rathaus auszustellen.

Ein filigraner Ring.

Insgesamt wurden im Laufe der Untersuchungen, die laut SingulArch als bislang größte Flächengrabung im südlichen Landkreis Erding gilt, gut 1300 Befundnummern vergeben. Das Gros der Befunde waren Pfosten und Gruben. Aber auch kilometerlange Drainage-Rohre und den laut SingulArch „Vorläufer der heutigen Staatsstraße, der bis in die Neuzeit hinein als Hohlweg von Harthofen nach Norden über die Kuppe Richtung Lohbach verlief und offenbar einen Abzweig gegen Nordosten besaß“, hat man entdeckt. Dank einer Sonde, mit der die Erdarbeiten regelmäßig begleitet wurden, traten auch diverse metallene Gegenstände zu Tage: Münzen wie ein 2-Pfennig-Stück von 1796 und 20 Kreuzer von 1787 zum Beispiel, aber auch diverse Schmuckstücke.

Der älteste Fund ist neolithisch und stammt aus dem 3./4. Jahrtausend vor Christus: Ein fragmentiertes Steinbeil bezeugt die Besiedlung des Umfeldes seit der Jungsteinzeit. Zudem wurden auch keltische und römische Funde entdeckt.

Vor allem aber hat man Pfostenlöcher gefunden. Die runden Verfärbungen im Boden sind quasi Abdrücke von Holzpflöcken, die vor tausenden Jahren zum Bau von Häusern in den Boden gerammt wurden. So konnte eine komplette Siedlungsstruktur mit verschieden großen Häusern nachgewiesen werden.

„Die Funde dokumentieren das Leben in den verschiedensten Epochen“, berichtete Vogelfänger. „Besonders interessant ist, dass dort teilweise sogar Gewerbe betrieben wurde.“ Brennöfen und Arbeitsgruben etwa weisen auf ein bronzezeitliches Gewerbegebiet hin.

Den kompletten Bericht

von SingulArch gibt es zum Nachlesen auf www.singularch.de.

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